Öko-Bauern bieten Produkte in Porreres an

| | Porreres, Mallorca |
Der Öko-Markt von Porreres im Jahr 2014.

Der Öko-Markt von Porreres im Jahr 2014.

Foto: MM-Redaktion (Ultima Hora/Guillem Mas)

Als viele Menschen in deutschen Landen bereits lange vom ökologischen Bewusstsein durchdrungen waren, war davon auf Mallorca noch kaum die Rede: Nur lumpige 1359 Hektar wurden im Jahr 1996 ökologisch bewirtschaftet, wie aus einer Statistik des Verbandes der balearischen Öko-Wirtschaft hervorgeht. Das ist verglichen mit heute fast nichts. 2016 - neuere Daten liegen noch nicht vor - waren es bereits mehr als 24.000 Hektar, immerhin 10,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf der Insel. Genau 614 Bauern produzierten Erzeugnisse nach ökologischen Kriterien, und das vor allem im Raum Llucmajor und im Umkreis von Artà. Wobei auf Mallorca besonders Öko-Futterpflanzen wachsen, dafür aber kaum Zitrusfrüchte mit Öko-Zertifikat.

Ab 1996 mussten noch zehn Jahre vergehen, bis das eher unscheinbare Dörfchen Porreres zur Öko-Herzkammer der Insel mutierte. Im Jahr 2006 fand dort erstmals der einschlägige Markt statt, die „Diada de Agricultura Ecológica”. „Schon damals gab es 50 Stände”, erinnert sich die deutsche Residentin Britt Müller, die zuletzt in Manacor einen Gesundheitsladen betrieb, wo sie unter anderem glutenfreie Nahrungsmittel und Tees feilbot.

Am kommenden Sonntag, 22. April, geht der Öko-Markt zum zwölften Mal über die Bühne, diesmal mit 80 Ständen und auch wieder mit Britt Müller und unter dem Motto „Frauen in der Landwirtschaft”. In die Vielfalt der Öko-Lebensmittelindustrie weiht am Samstag die Universitätsprofessorin María Dolores Raigón aus Valencia die geneigten Besucher mit einem Vortrag ab 16 Uhr in der Dorf-Bibliothek von Porreres ein.

Die Messe an sich findet von 9 bis 16 Uhr in den Straßen im Zentrum des Aprikosen-Dorfes statt. Aufgepeppt wird das sicherlich trubelige Geschehen - „2017 kamen etwa 38.000 Besucher”, so Britt Müller - mit mehreren Veranstaltungen: Ab 10.30 Uhr werden Workshops unter anderem für Kinder abgehalten, eine Stunde später folgt im Multifunktionssaal eine Einführung in die Geheimnisse des „Öko-Feminismus”. Um 12 Uhr zeigen zum Gaudium der Besucher die Castellers (Menschenburgenbauer) ihr Können. Es folgt um 13.30 Uhr eine schmissige Einlage der Trommlergruppe der Musikschule Porreres.

Dass das Öko-Bewusstsein auf Mallorca nicht nur angekommen ist, sondern Tritt fasst, zeigt nicht nur die Tatsache, dass es inzwischen auch kleinere regelmäßig stattfindende Märkte gibt - dienstags und samstags von 8 bis 14 Uhr auf der Plaza de los Patines in Palma oder sonntags in Santa Maria del Camí. Auch die Zunahme von Beschäftigten in jener Branche in kurzer Zeit ist ein Indikator: Die Zahl der Öko-Bauern nahm von 2015 bis 2016 immerhin um sechs Prozent zu.

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Hajo Hajo / Hace about 1 year

Wie lange können diese Ökobauern verlockenden Angeboten der Solarwirtschaft - gepuscht duch die Lobby der verwirrten Umweltfanatiker - eigentlich stand halten? Warum sollen sie sich weiter krumm buckeln, wenn sie ihre Leben auf eine besser finanzierte und bequeme Existenz stützen können? Braucht dann noch jemand "unkontrollierte" Öko-Produkte die vom Festland mit Frachtern und LKWs heran geschafft und mit LKWs und Kleinlasterm in die Märkte verteilt werden müssen, so wie schon jetzt alles andere, was zum Leben nötig ist?