Abriss der Elendssiedlung Son Banya hat begonnen

Palma de Mallorca |
Handwerker in speziellen Schutzanzügen demontieren und entsorgen Asbestbeton-Wellächer der Baracken.

Handwerker in speziellen Schutzanzügen demontieren und entsorgen Asbestbeton-Welldächer der Baracken.

Foto: Teresa Ayuga
Handwerker in speziellen Schutzanzügen demontieren und entsorgen Asbestbeton-Wellächer der Baracken.Abrissarbeiten in Son Banya.Die Polizei sicherte die Abrissarbeiten.

Die Tage der Elendssiedlung Son Banya bei Palma sind gezählt. Am Mittwoch begann der Abriss der ersten drei der insgesamt 45 Behausungen. Bauarbeiter rückten unter hoher Polizei- und Medienpräsenz in dem Barackendorf an. Die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora berichtete online mit einem Liveticker von den Arbeiten. Die Handwerker trugen unter anderem spezielle Schutzanzüge, um die Asbestbeton-Welldächer der Baracken zu demontieren und zu entsorgen.

Die Politik hatte seit Jahren eine Beseitigung des auch als "Supermarkt für Drogen" berüchtigten Barackendorfes angekündigt. Zuletzt hatte der Stadtrat von Palma ernst gemacht und die geplanten Abrissarbeiten für 413.438 Euro an einen Handwerksbetrieb ausgeschrieben. Die Bewohner der ersten drei Baracken hatten einem Umsiedlungsprogramm der Stadtverwaltung zugestimmt und ihre Behausungen freiwillig aufgegeben, berichtete Ultima Hora.

Son Banya wird seit Jahrzehnten von Drogenclans kontrolliert, die dort weiche und harte Drogen jeder Art umschlagen. In der Vergangenheit gab es dort immer wieder Großeinsätze der Polizei. Gegen mehrere Drogendealer, die in Familienverbänden organisiert sind, hatte es teils spektakuläre Prozesse gegeben, ohne dass das Treiben der Drogendealer in dem Dorf wirksam unterbunden werden konnte.

Die Siedlung nordwestlich des Flughafens von Palma war in der 1970er Jahren vom Franco-Regime errichtet worden, um auf dem abseits gelegenen Gelände Gitano-Clans anzusiedeln.

Zuletzt hatte die Barackensiedlung vor eineinhalb Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als der niederländische Regisseur Wouter van Luijndort beim Kauf von Drogen von einem jungen Mann attackiert und niedergeschlagen wurde. Dabei platzte im Kopf des Niederländers ein Aneurysma. Er erlag den Folgen der Arterienverletzung. (as)

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Thomas Berthold / Hace about 1 year

Stimmt. Man braucht eine Zentrale Anlaufstelle um dort seine Drogen verkaufen zu können. Sonst müssen diese armen Kriminellen Menschen noch Expandieren und Benzin verbrauchen wenn sie mit ihren Autos quer über die Insel müssten. Das wäre nicht gut für die Umwelt und die Konsumenten müssten auch viel weitere Wege in kauf nehmen. Was wenn die kein Auto haben die Käufer ?? Gar nicht auszudenken wie umständlich dann der kauf wäre. Man sollte den Armen Dealern die Möglichkeit geben ihr Geschäft wie Amazon aufzubauen das wäre gut. Jetzt mal im Ernst. Die dealerei ist doch schon längst auf der ganzen Insel verteilt. Egal wo man sich befindet. Diese scheiß Drogen sind nun mal da und man bekommt sie leider nicht weg. Egal wieviel Razzien es gibt . Es rücken immer neue Dealer nach wenn alte verhaftet werden.

Gecko / Hace about 1 year

Es ist wichtig dass man diesen Leuten eine zentrale Bleibe irgendwo auf der Insel zuspricht. Denn nur so können die Drogenprobleme überblickt werden. Von dem Moment an wo die nicht wissen wo sie hin sollen, verteilt sich die Dealerei auf der ganzen Insel. Und das wäre nicht gut.