Gastspiel in der Basilika Sant Francesc

| Palma, Mallorca |
Seit 2003 existiert OperaBrass offiziell als Kammermusikensemble der Bayerischen Staatsoper.

Seit 2003 existiert OperaBrass offiziell als Kammermusikensemble der Bayerischen Staatsoper. Aufgetreten ist das Ensemble jedoch zum ersten Mal 1996.

Foto: Veranstalter

Nach elf Jahren gibt es beim Festival Música Mallorca in Palma ein Wiedersehen mit Ope-raBrass. Im Jahr 2007 konzertierte das Blechbläserensemble der Bayerischen Staatsoper in der Kathedrale. Dieses Jahr tritt es am Samstag, 27. Oktober um 20.30 Uhr in der Basilika Sant Francesc auf. Das Ensemble aus München zeichnet sich durch seine stilistische Vielfalt, eine originelle Programmauswahl und eine nuancenreiche Blastechnik aus. Seit seiner offiziellen Gründung im Jahr 2003 – zum ersten Mal trat es 1996 auf – ist es mit vielen renommierten Künstlern aufgetreten.

Dass OperaBrass mit zehn Musikern erneut nach Mallorca kommt, ist nicht nur musikalisch gesehen ein Glücksfall, sondern auch was die Terminplanung betrifft. Zumal das Konzert eineinhalb Jahre Vorlauf hat. „Es ist nicht einfach, mal kurz zehn Bläser von der Staatsoper abzuziehen, weil ja im Grunde genommen jeden Abend gespielt und vormittags auch geprobt wird”, erklärt der Trompeter Frank Bloedhorn. Möglich war die Reise nur, weil der Termin genau zwischen A- und B-Probe des Staatsorchesters für die Verdi-Oper Othello liegt.

Bei seinem Gastspiel in der Basilika Sant Francesc wird das Ensemble geistliche Werke spielen. Sicherlich auch bedingt durch die Weihnachtsmusik, scheinen Blechblasinstrumente prädestiniert für Kirchenmusik zu sein. Doch Bloedhorn sagt: „Bis auf Werke von Gabrieli gibt es wenig Originalliteratur, aber man kann sehr viele moderne Stücke zu dem Thema spielen, und man kann sehr schön Chorwerke adaptieren, die genauso gut oder sogar fast besser als gesungen klingen.”

Tatsächlich bilden mit dem Magnificat von Pachelbel und einem Stück aus der Marienvesper von Monteverdi zwei dieser Bearbeitungen die Klammer des Konzerts. Auch das Orgel-Konzert in d-Moll von Johann Sebastian Bach steht auf dem Programm. Dabei handelt es sich um die Transkription Bachs eines Konzertes von Antonio Vivaldi, die wiederum für zehn Blechbläser adaptiert wurde.

Auch der Organist von Sant Francesc, Arnau Reynés wird bei dem Konzert drei Stücke spielen, die das Programm ergänzen oder kontrastieren. Darunter befindet sich eine „Batalla” des Barockkomponisten Jusepe Ximénez. Bei dieser musikalischen Form wird lautmalerisch eine Schlacht dargestellt, die den Kampf zwischen Gut und Böse symbolisiert.

Nur ein Stück fällt aus dem geistlichen Rahmen: Die Capriol Suite von Peter Warlock, die aus altfranzösischen Tänzen besteht. Ursprünglich hatte sie ein Priester als eine Art Anweisung für Musiker und Tänzer zusammengestellt, seine Autorenschaft aber hinter einem Anagramm verborgen. Auch Warlock hieß eigentlich ganz anders. Der Musikkritiker arrangierte die Tänze in den 1920er Jahren erst für zwei Klaviere, dann ließ er eine Fassung für Kammerorchester folgen, die ihrerseits die Vorlage für die Version für Blechbläser war. Und mit Blick auf das Konzert sagt Bloedhorn: „Das ist ein sehr schönes Programm, das wunderbar in eine Kirche passt.”

Nur einen Tag später, am Sonntag, 28. Oktober, werden bei Música Mallorca um 20 Uhr im Auditorium in Palma Lieder und instrumentale Werke der Belle Epoque aufgeführt. Interpreten sind die Sopranistin Andrea Oswald und der Bariton Tohru Iguchi sowie die Flötistin Anne-Cathérine Heinzmann und der Pianist Gerold Huber.

Die Karten für Opera-Brass kosten 30 Euro und sind bei www.ticketmaster.es erhältlich, Tickets für den 28. Oktober gibt es für 35 Euro an der Kasse des Auditoriums und bei www.auditoriumpalma.com

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