Abwasser-Skandal bei Emaya kommt vor Gericht

| | Palma, Mallorca |
Die ehemalige Emaya-Chefin Neus Truyol bei einem Auftritt im September, nachdem der Fall der Abwasserverschmutzung aktenkundig wurde.

Die ehemalige Emaya-Chefin Neus Truyol bei einem Auftritt im September, nachdem der Fall der Abwasserverschmutzung aktenkundig wurde.

Foto: P. Pellicer

Die unerlaubte Abwasser-Einleitung von Wasserversorger Emaya ins Meer wird auf Mallorca einen Prozess nach sich ziehen. Das Datum steht fest: Am 14. Februar müssen sich vor allem die ehemalige Chefin Neus Truyol und eine der ehemaligen Managerinnen, Inma Mayol, vor Gericht verantworten. Ihnen und anderen Angeklagten, darunter drei Techniker, wird unter anderem "Verbrechen gegen die Umwelt" vorgeworfen.

Truyol sollte bereits im vergangenen Sommer zu dem Fall aussagen, verweigerte dies jedoch. Einige der Techniker taten das Problem mit der Begründung ab, dass die Kläranlage 45 Jahre alt ist und ihre Nutzungsdauer seit Jahrzehnten überschritten hat.

Sobald Regenfälle einsetzten, arbeitet die Kläranlage in Palma nicht mehr effektiv. Regelmäßig mussten deshalb auch im Sommer die Strände der Inselhauptstadt, Can Pere Antoní und Ciudad Jardí, geschlossen werden. Regenwasser- und Abwassernetz sind noch nicht getrennt, weshalb Abwasser unweigerlich bei Regenfällen in die Bucht gelangt.

Wie die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora weiß, begann der Fall mit einer Klage einer Privatperson - Rechtsanwalt Santiago Fiol - bei der Staatsanwaltschaft für Umwelt. Von dort aus wurden geheime Ermittlungen eingeleitet, bei denen der Richter eine Reihe von Abhörmaßnahmen bei der Guardia Civil genehmigte.

Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass sich die Verantwortlichen von Emaya krimineller Handlungen schuldig gemacht haben, als es darum ging, das Problem der Vermischung zu bewältigen. Emaya behauptet unter anderem, man sei von der Finanzierung durch die Zentralregierung abhängig, um die notwendigen Arbeiten durchführen zu können.

Die Vorladungen zum Prozess haben sich um einige Wochen verzögert, weil Wasseranalysen aus Madrid erwartet wurden, die das Vorhandensein von Fäkalbakterien im Wasser eindeutig bestätigen. (dise)

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