Ministerpräsidentin Francina Armengol hat sich am Donnerstag mit Vertretern des öffentlichen Lebens beraten. | Teresa Ayuga

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Die Balearen-Regierung kämpft dagegen, dass sich das Coronavirus rasant auf Mallorca und den Nachbarinseln ausbreitet. An diesem Freitag, 13. März, wird das Kabinett einen Maßnahmenkatalog beschließen, der zunächst für zwei Wochen Gültigkeit haben soll. Je nach Verlauf der Virusausbreitung können die Maßnahmen verlängert oder verkürzt werden.

Die Reinigung von Zügen, U-Bahnen und öffentlichen Bussen wird intensiviert. Ab Montag soll die Frequenz der Züge während der Stoßzeiten erhöht werden, damit die Passagiere untereinander einen größeren Abstand halten können. Es wird geraten, bei Anzeichen einer Infektion keine öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen.

Die Aktivitäten der Seniorenclubs wird eingestellt, einige Dienste wie die Tagesbetreuung von älteren, hilfsbedürftigen und behinderten Menschen werden gestrichen.

Darüber hinaus wird in den Alten- und Behindertenheimen sowie in den betreuten Wohnungen eine Zugangskontrolle für alle ein- und ausgehenden Personen zur Auflage. Besuche von Personen mit Krankheitssymptomen oder von Minderjährigen sind nicht erlaubt, und Besuche sind auf eine Person pro Bewohner beschränkt.

Bestattungen sollen nur im engsten privaten Kreis stattfinden und dabei sind Körperkontakte zu vermeiden. Es wird empfohlen, dass nicht mehr als 30 Personen an den Trauerfeiern teilnehmen. Das gilt auch für andere kirchliche Veranstaltungen.

In der Verwaltung soll dort, wo es machbar ist, die Arbeit im Home Office ermöglicht werden. Außerdem ist eine Lockerung der Arbeitszeiten für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes vorgesehen, deren Angehörige vom Coronavirus betroffen sind oder die Kinder im schulpflichtigen Alter haben.

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Verschiedene kulturelle Aktivitäten werden eingestellt. So kann die alte Seehandelsbörse Lonja in Palma nicht besichtigt werden. Bibliotheken und Museen, die der Balearen-Regierung unterstehen, bleiben geschlossen. Anderen Betreibern solcher Einrichtungen wird empfohlen, ebenso zu verfahren. Konzerte des Sinfonieorchesters der Balearen werden abgesagt.

Öffentliche Freizeiteinrichtungen bleiben ebenfalls geschlossen. Im genannten Zeitraum finden keinerlei Sportveranstaltungen statt.

Die Regierung fordert die Rathäuser und Institutionen auf, alle nicht unbedingt notwendigen Veranstaltungen mit großem Publikumsaufkommen, wie zum Beispiel die in vielen Gemeinden stattfindenden Messen, auszusetzen.
Events mit mehr als 1000 Menschen sind bereits verboten.

Die Schulen und die Balearen-Universität bleiben ab Montag, 16. März, geschlossen. Diese Maßnahme gilt vorerst für die Dauer von zwei Wochen.

Auch die Kirchen setzen Aktivitäten wie den Katechismusunterricht und ähnliche Fortbildungsveranstaltungen und Versammlungen aus. Messen werden vorerst noch abgehalten, allerdings bei leeren Weihwasserbecken. Die Kathedrale von Palma ist für Besichtigungen geschlossen. Die Diözese von Mallorca folgt damit den Vorgaben der Balearen-Regierung, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag.

Die spanische Zentralregierung in Madrid wird dazu aufgefordert, für mehr Kontrollen an Häfen und Flughäfen zu sorgen. Das Kabinett in Madrid hat bereits das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen auf Mallorca und in den anderen spanischen Häfen untersagt.

Reisende, die aus einem vom Coronavirus stark betroffenen Gebiet auf eine der Balearen-Inseln kommen, werden aufgefordert, nach der Ankunft 061 anzurufen und sich einer medizinischen Untersuchung zu unterziehen.