Mallorca-Sänger Alex Engel schreibt Corona-Song für guten Zweck

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Der Berliner Alex Engel bezeichnet sich als "Mallorcas meist gebuchter Schlagersänger".

Der Berliner Alex Engel bezeichnet sich als "Mallorcas meist gebuchter Schlagersänger".

Foto: SWPhotoMallorca

Einer, der weiß, was es heißt, mit Covid-19 infiziert zu sein: Das Jahr 2020 hatte für den auf Mallorca lebenden Schlagersänger Alex Engel gut begonnen. Im Winter tourte er durch Österreich, um beim Après-Ski für Partylaune zu sorgen, und am 1. März wurde er mit dem Ballermann Award 2020 zum Senkrechtstarter des Jahres gekürt. Doch dann kam es knüppeldick für den gebürtigen Berliner. Wegen Corona wurden die Auftritte gestrichen, Engel musste unverrichteter Dinge in seine Wahlheimat Mallorca zurückkehren. Auf den letzten Drücker: Nur einen Tag später trat die Ausgangssperre in Kraft.

An diesem Tag fing es auch an mit Abgeschlagenheit und Erkältungssymptomen, wenige Tage später dann Atemnot und der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn: Engel hatte sich Covid-19 eingefangen. „Ich rate allen, das Virus nicht zu unterschätzen“, warnt er im Nachhinein.

Kaum genesen und wieder in Kontakt mit seinen Fans, kam ihm eine Idee: Warum nicht gemeinsam einen Song schreiben? Dank Social Media kein Problem. Erste Vorschläge verarbeitete der Sänger zu einem Refrain, schrieb eine Melodie, ein Fan und der Musikproduzent Thomas Tendahl steuerten jeweils ein Demo-Playback bei, die Grundlage für „Sommer, Sonne, Cabrio“ war geschaffen.

Der Rest war texten. „Die Leute konnten Vorschläge einreichen, abstimmen, und am Ende stand der Song“, erzählt Engel. Im Tonstudio von Willi Meyer wird er nun die Melodie einsingen, in Rosendahl bei Münster wird Tendahl den Song produzieren. Möglichst Anfang Juni soll man ihn bei Plattformen wie iTunes und Amazon herunterladen oder bei Spotify und Youtube streamen können.

Engel hat es eilig. Denn alle Einkünfte aus dem Song sollen der Hungerhilfe auf Mallorca zugute kommen. Trotz seiner eigenen Situation. „Klar geht’s mir nicht gut, alle meine zukünftigen Einnahmen sind komplett weg. Gleichzeitig gibt es aber jetzt viele, denen es weitaus schlechter geht und die nicht wissen, wovon sie ihr Essen bezahlen sollen.“

Die Idee, für einen guten Zweck mit seinen Fans einen Song zu schreiben, sei ihm spontan gekommen, erzählt Engel. „Ich fand es einfach eine coole Idee, mit der man sich in dieser schwierigen Zeit beschäftigen kann und die es gleichzeitig vielen Menschen ermöglicht, anderen Leuten zu helfen.“ Ein Download für 1,29 Euro, davon ist er überzeugt, kann eigentlich fast jeder erübrigen. Natürlich müsse man eine entsprechende Zahl von Menschen erreichen, um eine ansehnliche Summe zusammen zu kriegen. „Ob das gelingt, weiß ich nicht, aber ich werde es auf alle Fälle versuchen.“

Und der Sänger versucht es nicht allein. „Ganz spontan haben Leute aus den verschiedensten Ecken gesagt: Wir helfen Dir. Ein Fan gestaltet das Cover, ein Musikproduzent macht die Produktion, Willi Meyer stellt sein Tonstudio zur Verfügung. Vielleicht zeigt das, dass man in einer schwierigen Zeit das Konkurrenzdenken über Bord wirft und ein Stück enger zusammenrückt. Oder zumindest zusammenrücken kann.“

Und seine Zukunft als Sänger? Noch vor wenigen Tagen ging er davon aus, dass er seinen Beruf als Sänger knicken kann, solange es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt. „Meine Auftritte sind ja kein Konzert, bei dem man andächtig zuhört und verzückt ist, weil ich die Phrasierung so besonders schön gesungen habe, sondern da geht es darum, gute Laune zu transportieren. Und dazu gehören Anfassen, Zusammensein und Feiern.“

Mittlerweile kann sich Engel vorstellen, dass dies in kleinerem und kontrolliertem Rahmen vielleicht doch bald möglich ist. Denn davon ist er überzeugt: „Auch in schwierigen Zeiten will man ja irgendwann mal unterhalten und abgelenkt werden.“

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Tscharlie Häusler / Vor 18 Tage

Hört sich an, dass dieser Herr Engel schnell vom Corinavirus genesen ist. Geht leider aus dem Artikel nicht hervor. Schön, dass er für die Hungernden spenden mag. Er könnte vielleicht der Sozialistin Armengol ein paar Euro schenken. Die brauchen ja immer Geld! Für was auch immer!