Das deutsche Eck muss zwei Monate geschlossen bleiben. | Ultima Hora

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Auf die von der Regierung von Mallorca und den Nachbarinseln angeordnete Schließung sämtlicher Lokale in der Bier- und Schinkenstraße sowie in der Punta-Ballena-Straße in Magaluf haben Insel-Unternehmer unterschiedlich reagiert. Carmen Planas, die Chefin des Arbeitgeberverbandes Caeb, äußerte, dass ihre Vereinigung den Party- und Sauftourismus immer abgelehnt habe. Der Tourismus funktioniere auf den Balearen, und deswegen müssten unverantwortliche Verhaltensweisen Einzelner unterbunden werden.

Der Verband der Hoteliers Fehm und die Kettenvereinigung ACH verurteilten noch schärfer die Vorfälle in den Vergnügungsarealen vom vergangenen Wochenende. Sie würden die Gesundheit aller gefährden. Es handele sich um isolierte Vorkommnisse. Besonders die Aufstockung der Polizei wurde von den Verbänden gewürdigt.

Der Einzelhandelsverband Pimem äußerte sich dagegen deutlich skeptischer. Die Schließungen könnten andere Wirtschaftssektoren negativ treffen. Man sei zwar dafür, zügelloses Verhalten von Urlaubern zu bekämpfen, doch die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen könnten unerwartete Folgen haben. Man müsse mehr denn je hervorheben, dass die Balearen ein sicheres Reiseziel seien.

Die im Verband "Abone" zusammengefassten Vertreter des Nachtlebens kritisierten die beschlossenen Maßnahmen deutlich schärfer. Es handele sich um ein "Affront", hieß es. Man werde einfach ignoriert. Besser seien verstärkte Polizei-Inspektionen und Kontrollen, so Verbandschef Jesús Sánchez.

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Ebenso klar äußerte sich der Verband der im Tourismus tätigen Händler Acotur. "Es ist eine Unverschämtheit", sagte der Chef José Tirado. Es handele sich um eine Entscheidung jenseits des gesunden Menschenverstands. Man könne Lokale nicht wegen Problemen auf öffentlich zugänglichen Straßen einfach schließen.

Die meist konservativen Oppositionsparteien ließen kein gutes Haar an der Schließungs-Aktion des Linksbündnisses: Der Regionalchef der Volkspartei Biel Company sprach vom Versagen der Gesetzgebung gegen den Sauftourismus. Gegen die aktuelle Entscheidung gebe es juristische, wirtschaftliche und sogar gesundheitliche Bedenken. Grundsätzlich sei man aber gegen eine solche Art von Tourismus. Die Regierung dürfe jedoch nicht diskriminierend handeln.

Die rechtsliberale Ciudadanos-Partei äußerte sich ähnlich. Fraktionschef Marc Pérez-Ribas warf der Regierung permanente Improvisation vor. Die Entscheidung sei ferner ohne Konsens getroffen worden. Die rechtspopulistische Partei Vox sprach sogar von einer "diktatorischen" Maßnahme. Wichtig sei es vorzubeugen und nicht zu verbieten. Man müsse mit den Reiseveranstaltern sprechen anstatt Lokale zu schließen.

Zustimmung kam dagegen von der Regionalpartei PI: Jetzt gebe es die "historische Chance", ein für alle Mal mit dem Sauftourismus Schluss zu machen.

Die internationale Presse reagierte unterdessen vor allem nachrichtlich bis positiv auf die Schließungs-Entscheidung, und das sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland. Auch Boulevardblätter wie "Bild" beschränkten sich auf eine eher zurückhaltende und abwägende Berichterstattung dazu.