Neue Details zur mutmaßlichen Korruption der Hafenbehörde auf Mallorca

| | Palma, Mallorca |
Die Aufnahme zeigt den Hauptsitz der balearischen Hafenbehörde in Palma kurz nach der Fertigstellung des modernen Anbaus im Jahre 2012.

Die Aufnahme zeigt den Hauptsitz der balearischen Hafenbehörde in Palma kurz nach der Fertigstellung des modernen Anbaus im Jahre 2012.

Foto: Cristian Castro / Ultima Hora

Auch wenn die Hintergründe zur Festnahme der kompletten Führungsriege der balearischen Hafenbörde (APB) auf Mallorca weiter unklar sind, werden mehr und mehr Details über die spektakuläre Polizeiaktion bekannt. Der mutmaßliche Korruptionsfall wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen und Liegeplätzen hat auf der Insel für großes Aufsehen gesorgt.

Am Freitagabend wurden APB-Präsident Joan Gual de Torrella und vier weitere Mitglieder des Präsidiums nach der Vernehmung durch Beamte der Antikorruptionseinheit der Guardia Civil gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Gual de Torrella und der Direktor der Hafenbehörde, Juan Carlos Plaza, waren am Donnerstagabend auf dem Flughafen von Palma festgenommen worden, als sie von einer Dienstreise zurück auf die Insel gelangt waren.

Die beiden APB-Funktionäre zeigten sich vollkommen überrascht, kollaborierten jedoch ohne Widerstand mit der Polizei. Sie mussten die Nacht in Gewahrsam auf der Polizeiwache verbringen. Drei weitere Führungskräfte der Hafenbehörde wurden in ihren Wohnungen festgenommen.

Am Freitagmorgen führten die Ermittler die Festgenommen an ihre Arbeitsplätze in der Hafenbehörde, wo in ihrer Anwesenheit die Büros durchsucht wurden. Die fünf Tatsverdächtigen verweigerten die Aussage, da der Ermittlungsfall der Geheimhaltung unterliegt und die Beschuldigten keinerlei Informationen über die gegen sie erhobenen Vorwürfe erhielten, berichtete die spanische MM-Schwesterzeitung, die bereits am Donnerstagabend exklusiv die Festnahmen publik gemacht hatte.

Das Verfahren ist vom Untersuchungsgericht Nr. 3 in Palma von der Anti-Korruptionsstaatsanwältin Laura Pellón eingeleitet worden. Die Ermittlungen zu dem Verfahren hatten vor mehr als einem Jahr begonnen und waren seitdem mit äußerster Diskretion geführt worden. Der mutmaßliche Korruptionsfall gehe offenbar auf mehrere Anzeigen beziehungsweise Beschwerdeführer zurück. Außer in Palma wurden auch die APB-Büros auf Ibiza und Menorca von der Polizei durchsucht.

Balearen-Regierung erfährt aus dem Medien von den Vorwürfen

Die Balearen-Regierung zeigte sich von den Ereignissen vollkommen überrascht. Man habe erst aus den Medien von dem Vorfall erfahren, sagte die Regierungssprecherin Pilar Costa. Es sei nicht bekannt, was der APB-Führung konkret vorgeworfen werde. "Wir harren der Informationen, um zu wissen, was genau ermittelt wird", sagte Costa. Man müsse nun den Fortgang der Untersuchung abwarten und die Justiz ihre Arbeit machen lassen. "Wir werden die Ermittlungsarbeit der Staatssicherheitskräfte mit absolutem Respekt zur Kenntnis nehmen", schloss sie.

Bei den fünf Beschuldigten handelt es sich neben Gual de Torrella und Juan Carlos Plaza um Miguel Puigserver (Vize-Präsidenten der Hafenbehörde) sowie um die Leiter der Abteilung zur Vergabe und Verwaltung von Aufträgen und Projekten, José Fernando Berenguer und Armando Parada.

Die balearische Hafenbehörde (APB) ist zuständig für die wichtigen See- und Frachthäfen der Inseln wie Palma, Alcúdia, Mahón, Ciutadella, Ibiza und Savina (Formentera). Die Behörde ist dem spanischen Verkehrsministerium unterstellt. Vor seiner Berufung zum APB-Präsidenten war der Gastronom Joan Gual de Torrella lange Zeit Präsident der Handelskammer von Mallorca gewesen. (as)

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Majorcus / Vor 19 Tage

Wie in den besten Zeiten mit Biblione & Cursach ... Wie wohl mit den neuen Förder-Mrd. aus Brüssel umgegangen wird? Bulgarisch, griechisch, ungarisch ... siehe Quelle: https://www.europeandatajournalism.eu/ger/Nachrichten/Daten-Nachrichten/Entpacken-des-CPI-Index-von-Transparency-International-Ein-Fokus-auf-die-EU

Paula / Vor 20 Tage

Diesmal wird interessant sein, ob wie beim Korruptionsfall "Mar Blau" von vor 10 Jahren, alles im Sande verlaeuft. Anstatt der geforderten mehrjaehrigen Haftstrafen, gab es seinerzeit eine Geldstrafe von € 8.500, man einigte sich, und der Fall war vom Tisch. Sehr Spanisch erscheint mir diesmal zudem, dass zu berichten ist, dass die Inselratsregierung nicht informiert war....?! Gab es dafuer Gruende, fragt sich der stutzige Leser!?