Wie Ballermannstar Antonia aus Tirol das Jahr auf Mallorca erlebte

| Mallorca |
Antonia aus Tirol hatte in den vergangenen Monaten viel Zeit für neue und „alte” Projekte. Ab 2021 geht sie mit neuen Ideen und Songs wieder an den Start. Fotos: Globe4Music Media & Concerts GmbH

Antonia aus Tirol hatte in den vergangenen Monaten viel Zeit für neue und „alte” Projekte. Ab 2021 geht sie mit neuen Ideen und Songs wieder an den Start.

Foto: Globe4Music Media & Concerts GmbH

Die Stars sind das Bad in der Menge gewohnt. Oft recken sich ihnen Tausende von Fans entgegen und der Saal brodelt. Alltag an einem vollgepackten Abend beim Konzert am Ballermann. Doch ab Mitte März war es auf einmal still. Bedrohlich still. Keine Konzerte mehr seitdem. Die Musikbranche und das Veranstaltungsbusiness sind von der Corona-Pandemie mit am stärksten betroffen.

Auch sie musste den plötzlichen Stopp in der Branche erleben. Antonia aus Tirol, mit bürgerlichem Namen Sandra Stumptner, gehört seit 20 Jahren zur Mallorca-Musikszene. Ihre gemeinsame Version des Songs „Anton aus Tirol“ mit DJ Ötzi machte sie berühmt. Das Jahr 2020 sollte ihr Abschiedsjahr werden. „Ich wollte noch einmal mit meinen Fans feiern, ihnen viel Zeit für Fotos und Autogramme widmen, als Dank für die jahrelange Treue“, erzählt sie. Doch daraus wurde nichts.

Autogramme geben, Nähe zu den Fans, so war es normalerweise. Dieses Jahr fiel das alles aus.
Das Bad in der Menge genießen ist Teil des "Kicks" bei einem Auftritt am Ballermann. Dieses Jahr fiel dies alles aus.

Am 10. März wurde die Österreicherin, die fast das ganze Jahr auf Mallorca lebt, 40. Ein privater Drei-Tage-Palma Trip war ihr Geschenk. „Sonst bin ich ja selten in der Stadt unterwegs“, sagt sie. Da fiel ihr schon auf, dass alles ruhiger als sonst war. Den Lockdown verbrachte sie auf ihrer Finca bei Manacor. Dank weitläufigem Gelände und Tonstudio vor Ort empfand sie es nicht als Eingesperrtsein, sondern konnte sogar ein wenig Luft holen von der Reiserei der vorherigen Konzerte.

Fast beschaulich fing es vor 20 Jahren an

Angefangen hatte alles vor 20 Jahren im Megapark. Ihre Bühne in den ersten fünf Jahren als Sängerin an der Playa. „Das war aber alles noch etwas ruhiger als zuletzt. Weniger Security und die Konzerte fingen relativ früh an. Da waren sogar noch Familien mit Kindern dabei“, erinnert sich die 40-Jährige. Als sie den romantischen Song „1000 Träume weit (Tornero)“ brachte, waren einige DJs der Ballermann-Szene mehr als skeptisch. Würde eine eher romantische Ballade bei den feierfreudigen Fans ankommen? „Es wurde der Hit schlechthin“, sagt die Sängerin heute. Es schien, als hätten die Menschen nach etwas Romantik gedurstet.

Später trat sie im Bierkönig und im Oberbayern auf, sang die Palette rauf und runter. Partyschlager, rockige Songs, Romantisches. Aber klassische „Ballermann-Hits“ wie „Dicke Titten, Kartoffelsalat“, das sei nicht ihr Ding.

Mit dem Abschlussjahr war auch das Ende der „alten“ Antonia geplant. Die neue wird zwar immer noch Antonia aus Tirol heißen, aber das Dirndl weicht einer Lederhose, es wird rockiger, die Texte schreibt sie jetzt weitgehend selbst.

2020 war Entschleunigung pur

Wie für viele Umtriebige und beruflich sehr stark eingespannte Musiker war dieses Jahr wie eine Entschleunigung. Antonia aus Tirol und ihr Lebensgefährte Peter Schutti haben die Zeit genutzt, um liegen gebliebene Dinge zu vollenden und dabei die Fans nicht aus dem Blick zu verlieren. Ein kleines Online-Konzert, zu Hause produziert am Anfang der Quarantäne, wurde 300.000-mal weltweit angeschaut. Auch ein ARD-Fernsehteam, das auf der Insel war, filmte die Konzerteinlage.

Auf der Bühne mit begeisterten Fans, das war lange Zeit das Leben von Antonia aus Tirol.

Sie nutze die Zeit, um neue Songs zu schreiben und aufzunehmen. Und als begeisterte Köchin und Bäckerin hat sie ihre Leidenschaft zwischen zwei Buchdeckel gebracht. Pünktlich vor Weihnachten soll das Buch „My slim secret – das magische Kochbuch“ im Eigenverlag erscheinen. Die ersten 1000 Exemplare signiert sie von Hand. Der Clou an den Rezepten: Alles wird ohne Mehl und Zucker gebacken. Und natürlich darf ein mallorquinisches Rezept nicht fehlen. Der beliebte mallorquinische Mandelkuchen „Gató“ ist dabei – mehl- und zuckerfrei. In diesen Tagen ist eine neue Single ganz frisch aus der Produktion gekommen, das Youtube-Video ist bereits online. „So am I“ heißt der Song. Kein Wunder, dass da wenig Zeit für entspannte Strandspaziergänge blieb. „Das hatten wir uns zwar vorgenommen, aber irgendwie macht man es dann doch nicht“, sagt sie.

Die Linzerin schaut nach vorne und hofft für die Musik- und Unterhaltungsbranche das Beste. Derweil probt sie mit mallorquinischen Musikern für die geplanten Konzerte auf der Insel im kommenden Jahr. Denn, eins wird sie ganz sicherlich. Mallorca musikalisch treu bleiben. In einem neuen Gewand und vor anderer Kulisse.

Kommentar

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rocco / Vor 4 Monaten

Gute Politik ? Du meinst wohl Ruhestörungen. Jedenfalls wird es sich schwer rächen, diese Sehenswürdigkeit platt gemacht zu haben. Es hat sich nie ausgezahlt, Tempel zu zerstören - egal welcher Art - auch wenn das nicht gerne gehört wird von denen, die dies als unwichtig erachten. Wie wichtig es war, werden wir sehen. Was Corona jetzt komprimiert verursacht hat, das wollten doch Linke und Grüne auf lange Sicht sowieso verursachen. Jetzt geht es ihnen schlecht und das ist erst der Anfang. Aber die Menschen müssen es leider erst schmerzlich spüren. Leider.

charly / Vor 4 Monaten

Majorcus, frech und beleidigend wie immer.Können Sie sich nicht einfach mal zurückhalten ?? Merken Sie das nicht,oder wollen Sie das so??Was sind Sie nur für ein Typ Mensch ?? Quelle:Alle MM Posts von Ihnen!!!!!!!

Majorcus / Vor 4 Monaten

@cashman1: Frau Armengol macht ganz gute Politik - nur fehlen Ihnen wensetliche Voraussetzungen, dies zu verstehen.

cashman1 / Vor 4 Monaten

@Uschi, immerhin hat sie einige Leute wohl glücklich gemacht, was Sie auf den Bildern des MM ja sehen können. Das schafft eine Frau Armengol wohl eher nicht.

Majorcus / Vor 4 Monaten

@gert & Uschi: Immer noch mehr als hier diesen Artikel zu kommentieren ;-)

Uschi / Vor 4 Monaten

Den Artikel hätte man sich sparen können. Immer die gleichen Ballermann-Typen. Gibt es denn nicht interessantere Leute ?

gert / Vor 4 Monaten

Ballermannstar, was ist das, nichts!!