Von außen nett anzusehen, für die Pferde herrschen aber oftmals keine tiergerechten Zustände, so Kritiker. | Patricia Lozano

6

Die Tierschutzvereinigung aus Palma de Mallorca, Progreso en Verde, möchte Anzeige gegen die Stadt Palma erstatten. Grund sind die von ihnen angeprangerten Zustände der Pferdekutschen, die Touristen durch die Stadt fahren. In den Augen der Tierschutzorganisation sei dies eine Ausbeutung der Tiere.

Der Vorsitzende des Vereinigung, Guillermo Amengual, stellte klar, dass es sich um die Nichteinhaltung eines 2014 getroffenen Abkommens handelt. Dort war festgehalten worden, dass die Vorgaben für die Kutscher verschärft und der Schutz der Tiere verbessert werden sollte.

Die Glöckchen, die oftmals an den Pferden befestigt seien, seien zum Beispiel nicht im Sinne des Tierschutzes und laut der Verordnung von 2014 verboten. Für die Tiere sei das Schellengeläut aufgrund ihres sensiblen Gehörs sehr schädlich. Die Glocken werden jedoch in unmittelbarer Nähe der Pferdeohren angebracht, kritisieren die Tierschützer

Ähnliche Nachrichten

Weiter prangern sie an, dass die Pferde mit den Kutschen auf der Straße Conqueridor im Zentrum von Palma stehen müssen. Diese Haltestelle der Kutschen sei vor einigen Jahren als Provisorium gedacht gewesen. Seit Jahren jedoch habe sich nichts an dem Zustand geändert. Die extreme Steigung und der mangelnde Schatten im Hochsommer machten den Tieren zu schaffen, so der Tierschutzverein.

Die Lizenzen für die Kutschen werden üblicherweise vererbt. Die Pferdeschützer halten diese Regelung für nicht mehr zeitgemäß. Selbst das Rathaus hatte gegen diese Vergabe gestimmt. Der Inselrat von Mallorca erlaubt jedoch weiterhin dieses Verfahren. Aktuell gibt es 28 Lizenzen in Palma, jede im Wert von zirka 50.000 Euro. Die Ablösesumme der Lizenzen beliefe sich auf fast 1,5 Millionen Euro.

Die Tierschützer fordern kleine Schritte in die richtige Richtung. "Es ist viel Geld, aber mit einer Ablöse pro Jahr als symbolische Handlung wäre bereits etwas getan", so Amengual.

Das Rathaus nennt Personalmangel als Grund für die schleppende Aktualisierung der Verordnung. Aufgrund der Pandemie seien andere Themen auf die Agenda gelangt. (dk)