Diese Mallorca-Architekten beeindrucken die Welt

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Für den Gebäudekomplex in Cala Llamp erhielten Ángel Sánchez Cantalejo (M., l.) und Vicente Tomás (M., r.) den „Architecture Master Prize“ der Farmani Group.

Für den Gebäudekomplex in Cala Llamp erhielten Ángel Sánchez Cantalejo (M., l.) und Vicente Tomás (M., r.) den „Architecture Master Prize“ der Farmani Group.

Wer ist Ihr bevorzugter Kollege? Das wollte die große spanische Tageszeitung „El País“ in ihrer Design-Beilage von sechs Meistern der spanischen Architektur wissen. Unter den Befragten befand sich auch Carme Pinós. Die international renommierte und vielfach prämierte katalanische Architektin, die unter anderem den Parc de ses Estacions in Palma gestaltet hat, verwies auf das Architekturbüro Ripoll-Tizón in Palma und Castellón, das von ihren ehemaligen Studenten Josep Ripoll und Juan Miguel Tizón geführt wird.

Ripoll und Tizón haben Projekte auf Kreta, in Italien und der Schweiz entworfen, sowie zahlreiche Gebäude, von Sozialwohnungen in Sa Pobla bis zum Gebäude der Arquia Bank in Palma, für das sie 2016 den ersten Preis bei einem Ideenwettbewerb davontrugen und 2019 den Architekturpreis der Stadt Palma erhielten. Nach eigenen Worten pflegen die beiden einen mediterranen Stil, der die örtliche Kultur und Tradition nicht außer Acht lässt.

„Wenn ich diese jungen Architekten in wenigen Worten definieren müsste, würde ich sagen, dass sie über eine große formale Sensibilität verfügen und nie die menschliche Dimension ihrer Projekte vergessen“, sagt Pinós über ihre einstigen Studenten. In einem hat sich die angesehene Architektin allerdings geirrt: Ganz so jung sind ihre früheren Schüler nicht mehr, Tizón ist 47 Jahre alt, Ripoll 49.

Dennoch freuen sich die beiden Architekten über die Erwähnung durch Pinós und fühlen sich in ihrer Arbeit ermutigt. „Ich glaube, es gibt eine Generation von Architekten, diejenigen von uns, die in den 70er Jahren geboren wurden, die an guter Architektur interessiert sind. Und die Architektur, die auf Mallorca gemacht wird, ist das zweifellos“, gab Juan Miguel Tizón der MM-Schwesterzeitung „Ultima Hora“ zu Protokoll und fügte hinzu: „Die Architektur auf Mallorca hat in den letzten Jahren einen großen Sprung gemacht, wir werden zu einer Referenz im Ausland.“

Als hätte es dafür eines Beweises bedurft, wurden Ende Oktober die mallorquinischen Architekten Ángel Sánchez Cantalejo und Vicente Tomás mit dem „Architecture Master Prize“ der renommierten Farmani Group ausgezeichnet. Diese Organisation wurde von dem iranischen Galeristen, Art Director, Kurator und Philanthropen Hossein Farmani gegründet und fördert seit 1985 Kunst, Design und Architektur. Für den Wettbewerb, der in Los Angeles ausgetragen wird, gingen über 1500 Beiträge in 42 Kategorien ein. Es wurden Projekte aus 65 Ländern eingereicht.

Prämiert wurde die Arbeit der beiden Architekten aus Palma in der Kategorie „Wohnen“. Man kann ihr Werk auch vor Ort bestaunen. Es handelt sich um den „New Folies“ in Cala Llamp, ein Komplex von 41 exklusiven Einfamilienhäusern mit ausgeprägt avantgardistischem Design, privatem Swimmingpool und zahlreichen Terrassen mit Meerblick. Wegen ihrer Energieeffizienz sind die Häuser zudem nachhaltig gebaut.

Bei der Auszeichnung des Projektes bewertete die Jury verschiedene Kriterien. So berücksichtigten die Architekten nicht nur die Vorgaben des Bauträgers in Bezug auf Flächen und Lage der Häuser. Sie lösten auch Schwierigkeiten wie die starke Hanglage und die Orientierung der Gebäude auf ihren Grundstücken, die so ausgerichtet sind, dass kein Gebäude dem anderen den Meerblick versperrt.

Den prämierten Architekten aus Palma bedeutet der Preis viel. „Es ist sehr schwierig, in der Kategorie der Wohnarchitektur auf internationaler Ebene zu konkurrieren, weil überall auf der Welt unzählige Projekte gebaut werden“, sagte Vicente Tomás gegenüber „Ultima Hora.

Des einen Freud ist freilich des anderen Leid. Mit Blick auf die Umwelt und die Landschaft Mallorcas hatte die balearische Naturschutzorganisation Gob den Bau der Siedlung „New Folies“ als ein Beispiel für eine „zerstörerische Dynamik“ gebrandmarkt. (mb)

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HajO Hajo / Vor 3 Monaten

Mir fällt nur ein = Geschmacklos und der umgebenen Natur nicht angepasst. Eine Verschandelung des Inselcharakters.

Angel / Vor 3 Monaten

Scheussliche Schachteln, eine Beleidigung für das Auge, für Natur und Umwelt.

Majorcus / Vor 3 Monaten

Sieht nach fake news aus.

Schäfflertanz / Vor 3 Monaten

Was soll da beeindrucken? Was soll da schön sein? Für mich könnten das auch die neuen Zwangs-Quarantäneunterbringungen für Touristen und die einheimischen Dorfbewohner mit und ohne Symptome sein. Vorne sieht man ja deutlich die Gitter. Diese kalten Schuhschachteln sind so kalt wie die die gesamte Weltpolitik zur Zeit!

Adriano / Vor 3 Monaten

Mein Gott sind die hässlich !! In der früheren DDR nannte man das Plattenbau !! Jetzt weis man wenigstens wo die Architekten jetzt ihr unwesen treiben .