Experten erwarten bis zu 4000 Corona-Infektionen am Tag

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Einer von vier Corona-Verdachtsfällen auf den Balearen ist tatsächlich positiv.

Einer von vier Corona-Verdachtsfällen auf den Balearen ist tatsächlich positiv. Die Aufnahme entstand in einem Testzentrum auf Menorca.

Foto: Josep Bagur Gomila

Das balearische Gesundheitsministerium rechnet damit, dass in der kommenden Woche täglich zwischen 3000 und 4000 Fälle von Covid-19-Infektionen auf den Balearen festgestellt werden. Das sagte der Sprecher des regionalen Ausschusses für Infektionskrankheiten, Javier Arranz. Dies sei eine Extrapolation der aktuellen Daten, die vom Mathematikprofessor der Balearen-Universität, Daniel Ruiz, durchgeführt wurde. Arranz bezeichnete das Eintreten der Berechnungen als "möglich".

Der Anstieg sei darauf zurückzuführen, dass die Omikron-Variante viel ansteckender sei. Ruiz erklärte, dass auf den Inseln seit mehreren Tagen täglich 2000 positive Fälle registriert werden. Diese Werte könnten sich in einer Woche oder in zehn Tagen verdoppeln. Die Positivitätsrate liege derzeit bei etwa 24 Prozent. Das bedeutet, dass auf den Balearen jeden Tag einer von vier Verdachtsfällen bestätigt werde.

Arranz verwies darauf, dass viele Fälle unentdeckt blieben, da sie ohne Symptome verliefen. Die Betroffenen wissen in solchen Fällen nicht, dass sie die Krankheit haben. Andererseits machten heutzutage viele Menschen Antigen-Tests, bevor sie ihre Familie und Freunde träfen.

Der Arzt Mediziner warnte davor, dass dieser Anstieg der Infektionen sich auf die Krankenhäuser und die mediznische Primärversorgung niederschlagen werde. Obwohl die neue Omikron-Variante weniger ansteckend sei und der Impfstoff dazu beigetragen habe, die Symptome zu lindern, bedeutete die Tatsache, dass sich die Infektionen exponentiell vervielfacht haben, eine Zunahme des Belastung der Gesundheitszentren, wenn auch nicht in demselben Ausmaß wie vor einem Jahr.

Arranz geht davon aus, dass die Infektionen in den kommenden Tagen weiter ansteigen werden, vor allem wegen der Silvesterfeiern und, in geringerem Maße, wegen des Dreikönigstages, der in Spanien traditionell ein Feiertag und der Familie vorbehalten ist. Erst in der zweiten oder dritten Januarwoche rechnet der Mediziner mit dem vollen Ausmaß der Infektionen, die während der Festtage aufgetreten seien. Die Inseln haben also ein paar besonders harte Wochen vor sich. Das Gesundheitssystem sei von dieser Zunahme positiver Coronavirus-Fälle besonders betroffen, aber auch Unternehmen litten unter dem Krankenstand, der durch die Quarantäne und Isolierung der Arbeitnehmer verursacht werde.

Der Experte für öffentliche Gesundheit und Präventivmedizin auf Mallorca, Joan Carles March, sagte, dass "die Realität, die wir im Moment haben, eine Explosion von Fällen ist, die im Januar weiter ansteigen wird". Seiner Meinung nach "werden wir uns in einer Situation wiederfinden, in der eine große Anzahl von Fällen uns dazu zwingen wird, Maßnahmen zur Einschränkung der Mobilität und der Interaktionen zu ergreifen". Es sei wünschenswert, die Telearbeit jetzt zu fördern. Darüber hinaus sollten Maßnahmen ergriffen werden, um soziale Kontakte zu reduzieren, indem etwa keine Paraden oder Partys in Zusammenhang mit dem Dreikönigstag veranstaltet werden. Es wäre auch wünschenswert, die Mobilität durch die Rückkehr zu Ausgangssperren einzuschränken, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

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