Die Schlangen vor den öffentlichen Lebensmitteltafeln werden länger. | M. A. Canellas

Wohltätigkeitsverbände und ONGs haben vor einer zunehmender Armut auf Mallorca und den Nachbarinseln in den kommenden Monaten gewarnt. Insbesondere nach dem Ende der Urlaubssaison Anfang Oktober und den damit einhergehenden Entlassungen von Saisonkräften in die Arbeitslosigkeit werde sich die Situation noch verschärfen, hieß es in einem Bericht der MM-Schwesterzeitung Ultima Hora vom Sonntag.

Nach Angaben des Roten Kreuzes in Palma sei die Zahl von Familien, die in der ersten sechs Monaten dieses Jahres finanzielle oder materielle Hilfe zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse beantragt haben, um knapp 90 Prozent im Vergleich zu 2019 gestiegen. So stellten beim Roten Kreuz zwischen Januar und Juli insgesamt 1.165 Menschen einen Antrag auf Lebensmittelkarten, mit denen sie in öffentlichen Lebensmitteltafeln Grundnahrungsmittel erhalten können.

Auch die Stadtverwaltung von Palma hat eine gestiegene Nachfrage nach dringender wirtschaftlicher Hilfe von mittellosen Bürgern registriert. So stellte das Rathaus in den ersten acht Monaten dieses Jahres mehr als 4,5 Millionen Euro an Finanzhilfen für unterhalb der Armutsgrenze lebende Bürger bereit, und damit knapp 55 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019.