Die grafische Darstellung der Fälle aus dem vergangenen Jahr, verglichen mit den vorläufigen Zahlen für 2022. | UH

Spanische Polizei und Behörden haben im vergangenen Monat über das nationale Zentrum für vermisste Personen (CNDES) die Daten über Fälle von elterlicher Kindesentführung veröffentlicht und festgestellt, dass die balearischen Inseln mit 32 eröffneten Strafverfahren landesweit auf den vorderen Rängen liegt. Gezählt wurde hierbei nur Fälle, in denen ein Elternteil ein gemeinsames Kind ohne Einwilligung des Partners ins europäische Ausland verbracht hat.

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Von Januar bis August 2022 wurden im gesamten Land 283 Fälle registriert. Experten gehen deshalb davon aus, dass die diesjährigen Zahlen die des vergangenen Jahres übersteigen werden. Mit bislang 53 angezeigten Verfahren führt Katalonien die Tabelle derzeit an. Dicht gefolgt von Valencia mit 46 Anzeigen, Andalusien mit 44 Anzeigen und Madrid mit 40 Fällen. Die Organisation stellte dabei fest, dass sieben von zehn Entführungen von der Mutter des Kindes begangen wurden.

Besonders häufig seien Kinder dabei nach Polen verbracht worden, heißt es in der Statistik weiter. Das liege daran, dass die polnischen Behörden gar nicht oder nur unzureichend mit ausländischen Kollegen zusammenarbeiten würden, um diese Fälle von elterlicher Kindesentführung aufzuklären. Obwohl Polen zu den europäischen Unterzeichnern des Haager Übereinkommens über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung gehört, sei es dort sehr schwierig, ein Kind zurückzuholen.