Mallorca-Reaktionen auf Katalonien-Wahl

Je nach Partei: "Debakel", "Scheitern", "Fenster zur Zukunft"

Auch auf Mallorca wurde die Katalonien-Wahl gespannt verfolgt. Ministerprásident José Ramón Bauzá am Sitz der PP in Palma.

Auch auf Mallorca wurde die Katalonien-Wahl gespannt verfolgt. Ministerprásident José Ramón Bauzá (3.v.l.) am Sitz der PP in Palma.

Foto: Foto: Nuria Rincón
Auch auf Mallorca wurde die Katalonien-Wahl gespannt verfolgt. Ministerprásident José Ramón Bauzá am Sitz der PP in Palma.Die Spitzen der PSM beim Verfolgen der Wahlberichterstattung.

Das Ergebnis der Regionalwahl in Katalonien ist auf Mallorca mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen worden. Der konservative Regierungschef auf den Balearen, José Ramón Bauzá nannte das Ergebnis seines Amtskollegen in Barcelona ein "Debakel".

Der katalanische Regierungschef Artur Mas hatte für seine nach Unabhängigkeit strebende Partei CiU als Ziel die absolute Mehrheit vorgegeben. Die Wähler folgten ihm jedoch nicht. Die CiU musste überraschend deutliche Verluste hinnehmen. Mas hatte mit der angestrebten Mehrheit die Grundlage für eine Volksbefragung zur Unabhängigkeit Kataloniens schaffen wollen.

Bauzás Worten Zufolge haben Mas und seine Partei Schiffbruch erlitten: "Sie hatten die Wahlen vorgezogen in der Absicht, vor der Krise zu flüchten und ihre eigene, verheerende Politik zu bemänteln", sagte Bauzá beim Verfolgen der Wahlberichterstattung am Sonntagabend in der Parteizentrale in Palma.

Die balearischen Sozialisten bescheinigten ihren Kollegen in Katalonien ein "gutes" Abschneiden. Auch auf den Inseln ist man froh, dass der progonostizierte Absturz der PSC sich in Grenzen hält. Die katalanischen Sozialisten büßten acht Mandate ein und sind nur noch dritte Kraft im Regionalparlament.

Der Kurs der PSC im Wahlkampf war umstritten. Die Sozialisten hatten im Konflikt zwischen "spanischen" und separatistischen Parteien einen dritten, föderalen Weg propagiert. Die sozialistische Abgeordnete auf den Balearen, Pilar Costa, sprach zudem von einem "Scheitern" der nationalistischen Politik Mas' und seiner Partei CiU.

Die regionalistischen Parteien auf Mallorca, PSM und PI, räumten ein, dass Mas seine Zielvorgabe nicht erreicht habe. Gleichwohl sei die CiU als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen. Sie haben zwar Stimmen eingebüßt, aber diese seien der links-republikanischen Partei ERC zugute gekommen, die ebenfalls die Unabhängigkeit Kataloniens fordert. "Der Anteil der Stimmen für die Unabhängigkeit ist trotz des Parteienwechsels stabil", sagte ein Sprecher der mallorquinischen Partei PI. 

Positiv sieht das Wahlergebnis der Sprecher der separatistischen Kleinpartei auf Mallorca, ERC-Illes, Joan Lladó. CiU und ERC stellen rein rechnerisch die absolute Mehrheit. Die hohe Wahlbeteiligung in Katalonien legitimiere den "Sieg der Abgeordneten, die den Prozess der Selbstbestimmung verteidigen", sagte Lladó. Das Wahlergebnisse öffne auf den Inseln "ein Fenster der Hoffnung".

In Katalonien konnte die ERC ihre Mandate von zehn auf 21 verdoppeln. Vor zwei Jahren hatte sich die Zahl ihrer Sitze allerdings bei schweren Verlusten nahezu halbiert.

Die Linkspartei EU auf den Inseln sieht das Wahlkonzept von Artur Mas als gescheitert an. "Die Bürger haben nach politischen Kriterien ihre Entscheidungen getroffen und dem messianischen Prozess von Mas eine Absage erteilt", sagte EU-Koordinator Manuel Carmona. (as)

Das Wahlergebnis in Katalonien: (in Mandaten)

CIU (strebt nach Unabhängigkeit, bürgerlich)....50 (2010: 62)
ERC (strebt nach Unabhängigkeit, links)...........21 (10)
PSC (Sozialisten)...........................................20 (28)
PPC (Konservative)........................................19 (18)
ICV (Linkspartei)...........................................13 (10)
C's  (Bürgerliche, "spanische" Partei................. 9   (3)
CUP (streben nach Unabhängigkeit)................. 3    (-)

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