Horror-Wahlnacht für Mallorcas Konservative

Lange Gesichter, als PP-Parteichef José Ramón Bauzá die Wahlniederlage einräumt.

Lange Gesichter, als PP-Parteichef José Ramón Bauzá die Wahlniederlage einräumt.

Foto: Foto: Teresa Ayuga
Lange Gesichter, als PP-Parteichef José Ramón Bauzá die Wahlniederlage einräumt. Strahlende Gesichter bei den Sozialisten in Palma.Jubel bei den Linksregionalisten von MÉS ...... und der jungen Protestpartei Podemos.Nicht unzufrieden ist man mit dem Wahlergebnis bei der wirtschaftsliberalen und mallorquinisch-konservativen Partei PI.Die konservative Neugründung Ciudadanos hat durchaus Mandate errungen, aber längst nicht so viele, wie Umfragen im Vorfeld hatte

Nach der Wahlniederlage der konservativen Partido Popular steht die politische Landschaft auf Mallorca vor einem Neuanfang: Die Linksparteien halten rein rechnerisch die Mehrheit.

Die PP verlor ihre absolute Mehrheiten im Balearen-Parlament, im Inselrat von Mallorca sowie im Stadtrat von Palma. Auch in den größeren Gemeinden wie Calvià, Inca, Manacor, Alcúdia, Pollença oder Sa Pobla verlor die Partei von Ministerpräsident José Ramón Bauzá die Herrschaft in den Rathäusern. 

Nach dem vorläufigen Wahlergebnis kommt die PP im Balearen-Parlament auf 20 Sitze. 2011 hatte sie dort mit 35 Mandaten deutlich die absolute Mehrheit. Gleichwohl stellen die Konservativen weiterhin die stärkste Partei im Parlament. Die Sozialisten (PSOE, auf den Inseln PSIB) stellen mit 14 Sitzen die zweitstärkste Kraft, doch auch sie büßten deutlich Stimmen ein (2011: 19 inklusive der Nachbarinseln).

Große Gewinnerin ist die neugegründete Partei Podemos, der mit 10 Sitzen auf Anhieb der Einzug ins Parlament gelungen ist. Zugewinne verzeichneten auch die Grün-linksregionalistische Partei MÉS, auf die 6 Sitze entfallen. Auch die wirtschaftsliberale Kleinpartei PI hat 3 Sitze erringen können. Die konservative Parteineugründung Ciudadanos erhält 2 Mandate. Die weiteren drei Sitze entfallen auf Parteien der Schwesterinseln.

Das Balearen-Parlament verfügt über 59 Sitze, die absolute Mehrheit liegt bei 30 Mandaten. Ein denkbares Linksbündnis aus PSIB, Podemos und MÉS würde auf 30 Mandate kommen. Im rechten Lager würde eine hypothetische Zusammenarbeit von PP, PI und Ciudadanos ohne Mehrheit bleiben.

Im Stadtrat von Palma verloren die Konservativen ihre absolute Mehrheit. Ein Bündnis aus Sozialisten und Linksparteien kann auch hier rein rechnerisch die Mehrheit im Rathaus stellen. Die PP kommt auf nur noch 9 Sitze. Vor vier Jahren waren es noch 17. Die Sozialisten mussten ebenfalls Verluste hinnehmen. Sie erlangten 6 Sitze, 2011 waren es dagegen noch 9 Sitze. Som Palma (Podemos) und MÉS erlangten jeweils 5 Sitze, Ciudadanos erhalten ein Mandat. Für eine Mehrheit im Rathaus sind 15 Mandate notwendig. Es zählt insgesamt 29 Sitze.

Auch im Inselrat von Mallorca hat es einem Linksruck gegeben: Die PP verliert ihre absolute Mehrheit von 19 Sitzen und sinkt auf 10 Mandate herab. Die Sozialisten müssen ebenfalls Verluste hinnehmen. Sie erlangten 7 Sitze, 2011 waren es dagegen noch 10 Sitze gewesen. Gleichwohl könnten die Sozialisten im Bündnis mit den Linksparteien MÉS, 6 Sitze (2011: 4), und Podemos, 5 Sitze, die Mehrheit stellen. PI kommen auf 3, Ciudadanos auf 2 Sitze. Für eine Mehrheit im Inselrat sind 17 Mandate notwendig. Er zählt insgesamt 33 Sitze. (as)

Außer auf den Balearen fanden Wahlen in 12 weiteren Regionen wie etwa Madrid, Valencia, Arragón, sowie Alt- und Neu-Kastilien statt. Spanienweit mussten die Koservativen Verluste hinnehmen, so dürfte die Hauptstadtregion Madrid erstmals nach zwei Jahrzeyhnten wieder von den Sozialisten regiert werden. Dessenungeachtet bleiben die Konservativen nahezu überall stärkste Partei. (as)

Kommentar

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Oliver Mackert / Vor über 3 Jahren

Es scheint mir fast, dass einige das Parteiprogramm von Podemos nicht kennen. Pablo Iglesias wird dafür sorgen, dass wir hier auch bald die gleichen Zustände wie in Venezuela haben. Dies ist jedoch kein Grund zum Jubel sondern zur grossen Sorge.

Berger / Vor über 3 Jahren

PP weg = Schluss mit Nationalismus auf den Balearen? Bleibt zu hoffen, das sich die Abwahl der PP auch dahingehend fuehlen laesst, das bestimmte Diskriminierungsverordnungen wie z.B. das Verbot der touristichen Vermietung von Apartments (meist im Besitz von Auslaendern)aufgehoben wird. Ein schwerer Eingriff in die Eigentuemerrechte. Da wurde doch von der PP ganz klar die Hotel-Lobby bevorzugt. Hotels auf Mallorca (meist im Besitz von Spaniern)durften einhergehend sogar gleich die Gebaeude aufstocken. Offensichtlicher geht es nicht mehr, wem die PP eher bereit war Geschenke zu machen. Bleibt zu hoffen, das die anderen Parteien eine funktionierende Regierung bilden koennen.

Walentina Hammerschmidt / Vor über 3 Jahren

Wechsel ist immer gut. Freue mich für PODEMOS, die Politiker werden wach!!!

Gisela Schrader / Vor über 3 Jahren

Es wurde auch Zeit die Rechten mit ihren korrupten Tendenzen mal ins Abseits zu wählen. Mich erfreut dieses Wahlergebnis...auch wegen der Zunahme von PODEMOS!