Finanzamt checkt Vermieter mit 44 Steuerinspektoren

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Auf der Suche nach der Ferienwohnung. Das Thema private Ferienvermietung wird auf Mallorca weiterhin heiß diskutiert.

Auf der Suche nach der Ferienwohnung. Das Thema private Ferienvermietung wird auf Mallorca weiterhin heiß diskutiert.

Foto: R.L.

In der allgegenwärtigen Debatte über die private Ferienvermietung hat auch das spanische Finanzamt ein Wörtchen mitzureden. Die Behörde kündigt an, künftig genauer zu prüfen, ob die Vermieter ihren steuerlichen Pflichten nachkommen. So soll die Zahl der Kontrollen vor Ort in diesem Sommer auf 900 erhöht werden (gegenüber 300 im vergangenen Jahr). 44 Steuerinspektoren sind dafür im Einsatz.

Unterdessen endete bereits die Frist, in der die Parlamentsfraktionen Änderungsanträge für den Entwurf der Balearen-Regierung für ein neues Tourismusgesetz einreichen konnten. Dieses Gesetz soll vor allem die private Ferienvermietung regulieren und ist höchst umstritten.

Änderungsvorschläge kommen denn auch nur von den Regierungsparteien selbst. Die Oppositionsparteien PP, PI und Ciudadanos lehnen das Papier in seiner Gesamtheit ab und fordern die Regierung auf, es zurückzuziehen.

Die Linksparteien wiederum haben die Chance genutzt, ihren eigenen Entwurf zu konkretisieren. So wurde jetzt noch festgelegt, dass ein Besitzer maximal vier Wohnungen touristisch vermieten darf, weil man vermeiden will, dass die Ferienvermietung zu einem Businessmodell für große Investoren wird. Ferner haben sich Més und PSOE auf den Passus geeinigt, dass die reguläre Wohnung von Vermietern maximal 60 Tage im Jahr vermietet werden darf. Damit soll verhindert werden, dass die Ferienvermietung immer stärker in Konkurrenz tritt mit dem normalen Mietwohnungsmarkt.

Der Verband der Ferienvermieter kritisiert diese Neuerungen ebenso wie den ganzen Gesetzentwurf, weil er nicht reguliere, sondern die touristische Vermietung de facto unmöglich mache.

Wie berichtet, werden dem künftigen Gesetz zufolge die Inselräte beziehungsweise Städte festlegen, in welchen Bereichen überhaupt vermietet werden darf. (Der künftige Bürgermeister Palmas hat bereits angekündigt, sie weitgehend verbieten zu wollen.) Außerdem werden in Mehrfamilienhäusern auch die Eigentümerversammlungen darüber entscheiden, ob Urlauber einziehen dürfen.

(aus MM 20/2017)

Kommentar

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Hajo Hajo / Vor über 4 Jahren

Ottmar@ Sie übersehen, das vor einem örtlichen Einsatz jede Menge Recherchen im Büro gemacht werden müssen, um die richtigen Aspiranten erst einmal zu ermitteln. Ihnen ist nämlich zuerst die Illegalität nach zu weisen, was nicht so einfach ist. Ausserdem sind deren Steuererklärungen der letzten Jahre auf unterlassene Angaben von Nebeneinküften zu prüfen. Inwieweit auch deren Konten geprüft werden dürfen, kann ich nicht beurteilen. Womöglich mit richterlicher Anordnung? Nicht zuletzt können auch Behörden in DE um Amtshilfe gebeten werden, denn auch von dort aus werden Vermietungen betrieben.

Klarsicht / Vor über 4 Jahren

Jürgen, Hajo hat recht damit, da er sich auf die gesamten Vorgänge bezieht und es ist korrekt fest zu stellen, für Steuerhinterziehung gibt es nicht die kleinste Ausrede. Das ist und bleibt eine Straftat. ¿Lo entiendes ahora?

Otmar / Vor über 4 Jahren

44 Inspektoren, die nun 900 Kontrollen pro Sommer durchführen sollen - das hört sich zunächst einmal viel an. Nachgerechnet, sind das rund 20 Kontrollen pro Inspektor und Sommer. Wenn man also beispielsweise am 1. Juli damit beginnt, kann man spätestens nach einer Woche damit fertig sein, zumindest, was die Kontrolle vor Ort betrifft.

Und was machen die Inspektoren dann den restlichen Sommer über? Urlaub in einer Ferienwohnung? Mir zeigt das nur, dass kein wirklich ernsthaftes Interesse besteht, das Gesetz umzusetzen.

jürgen / Vor über 4 Jahren

@Hajo Hajo haben Sie eine Leseschwäche? Oder verstehen Sie nicht, was da geschrieben steht?

Hajo Hajo / Vor über 4 Jahren

jürgen@ wollen oder können Sie nicht begreifen, das man in keinem Falle, egal wo, Steuerbetrug dulden kann? Insbesonder nicht von unseren eigenen Landsleuten, die sich andererseits über Keute wie Ulli Hoeneß aufregen, dann aber selber den Fiskus betrügen. Ich hasse Doppelmoralisten jeder Art.

jürgen / Vor über 4 Jahren

ich würde mich freuen, wenn eine steuerliche Regelung endlich gefunden würde. 30 Jahre hat man stillschweigend (manchmal mehr, manchmal weniger) die Ferienvermietung geduldet, weil man nicht fähig war, eine Lösung zu finden, vielleicht auch nicht wollte, denn,man wollte noch nie den Ast absägen, der dem Finanzamt richtig Geld bringt und das warenh und sind die Urlauber in Privatunterkünften. Diesem @Hajo empfehle ich das zu tun, was zu ihm passsen würde: Zeigen Sie einfach die Leute an, wie Knöllchenhorst.., der auch so ein zufriedender, ausgeglichener und ausgelasteter Mensch ist

Hajo Hajo / Vor über 4 Jahren

das Leben wäre so schön, wenn nicht@

Wenn Sie tatsächlich "so viel lesen" sollte ihnen aufgefallen sein, dass es dabei um die Illegalität und Steuerhinterziehung geht. Sie wollen doch sowas nicht unterstützen - wie, und sich dann anderweitig über Steueroasen aufregen, in die Landsleute Milliarden verschieben? Merke = egal wie hoch die Summe ist, es ist und bleibt Betrug an allen ehrlichen Steuerzahlern.

In DE beträgt die Summe der jährlichen Steuerhinterziehung des sogen. "Ottos Normnalverbraucher" ca. 35 Milliarden Euro.

das Leben wäre so schön, wenn nicht / Vor über 4 Jahren

der erste Poster ist ein armer armer Tropf, abe solche traurigen Gestalten muß es wohl geben! Nein, ich vermiete nicht,ich lese viel mit und dieser Poster ist eben auffällig

Hajo Hajo / Vor über 4 Jahren

Servus Mike, ich glaube nicht daran wenn man die Situation im östlichen Mittelmeer beobachtet. Bekannte im Reisebüro sehen da auch keine positive Entwicklung für die Saison 2018. Erdogan machts möglich und die Islamisten sowieso. Bulgarien soll noch einigermassen gut laufen. Aber Tunesien etc. leiden unter mangelnden Buchungen. Den Profit haben nun die Balearen, Canaren und das Sp. Festland. z.B. Costa Blanca ausgebucht und sauteuer.

Mike / Vor über 4 Jahren

Ich bin gespannt wann sich -sollte es so verabschiedet werden- wieder eine Entspannung im Angebot, und vielleicht sogar im Preisniveau bemerkbar macht.