Das Archivfoto vom Mai zeigt die Polizeidezernentin Angélica Pastor (im hellen Kleid) beim "Tag der Lokalpolizei" im Schloss Bellver. | Alejandro Sepúlveda

Zwei Politikerinnen aus unterschiedlichen Lagern, und jede von ihnen ist für die Polizeikräfte an der Playa de Palma zuständig. Da ist zum einen die Delegierte der Zentralregierung für die Balearen, die Konservative Maria Salom, oberste Behördenchefin der spanischen Nationalpolizei und der Guardia Civil auf Mallorca. Und da die Sicherheitsdezernentin der Stadt, die Sozialistin Angélica Pastor, oberste Politaufsicht über die Lokalpolizei von Palma, und mit zuständig für die Aufarbeitung des Polizeiskandals im Nachtleben der Stadt.

Jetzt hat Letztere verbal scharf gegen die Delegierte der Zentralregierung geschossen. Maria Salom würde die Zusammenarbeit der Polizeibehörden "alles andere als vereinfachen", sagte die Dezernentin gegen Ultima Hora Radio. Pastor wirft Salom vor, ihr Amt zu benutzen, um Politik zu betreiben.

Pastor führte an, häufig, alleine und unangemeldet die Playa de Palma aufzusuchen, um sich dort ein eigenes Bild über die Zustände zu verschaffen. "Am Samstag war ich dort bis fünf Uhr morgens, und ich habe keinen einzigen Beamten der spanischen Nationalpolizei gesehen." Nach ihren Worten verfüge die zuständige Wache der Nationalpolizei an der Playa darüber hinaus über kein Dutzend Diensthabende.

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Dessen ungeachtet bezeichnete Pastor die Lage an der Playa de Palma als "unter Kontrolle". Es sei nicht zutreffend, dass sich die Situation im Vergleich zu den Vorjahren verschlechtert habe, im Gegenteil. Es gebe zwar Problempunkte, doch die seien nicht mehr so gravierend wie früher, zitierte die Tageszeitung Ultima Hora am Montag das Radio-Interview. Gleichwohl sei es notwendig, an der Playa deutlich mehr Polizeipräsenz zu zeigen und Verstöße konsequent zu ahnden, sagte die Dezernentin.

Maria Salom hatte ihrerseits in den vergangenen Tagen klargestellt, dass jede Polizei-Körperschaft ihre eigenen Kompetenzen habe im Kampf gegen Hütchenspieler, Taschendiebe, illegale Straßenhändler, Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung Kriminalität. Salom hatte damit indirekt die Lokalpolizei und ihrer politische Führung kritisiert, nicht effektiv genug gegen die Vorkommnisse vorzugehen.

In mallorquinischen Medien war zuletzt kritisiert worden, dass die Lokalpolizei zu wenig Präsenz etwa an der Playa de Palma zeige. Die Delegierte der Zentralregierung hatte jüngst einen „runden Tisch” einberufen, um die Kooperation von spanischer Nationalpolizei, Guardia Civil und Lokalpolizeien zu verbessern.