Stierkampf in Zukunft nur noch ohne Blut

Mallorca |
Stierkampf in Palma.

Stierkampf in Palma.

Foto: Miquel Àngel Cañellas

Das Balearen-Parlament hat am Montag das neue Anti-Stierkampf-Gesetz verabschiedet. Von nun an sollen auf den Inseln nur Spektakel in abgeschwächter Form stattfinden. Die Tiere dürfen dabei weder getötet noch verletzt werden. Einziges Instrument, das Toreros verwenden können, ist ihr Tuch. Nach jedem Stierkampf sollen Tierärzte Untersuchungen auf mögliche Verletzungen durchführen. Zudem sind Dopingkontrollen für Tiere und Toreros geplant. Echte "Corridas" werden damit faktisch unmöglich gemacht.

Auch der umstrittene Stierlauf von Fornalutx wird nur noch unter verschärften Bedingungen stattfinden können, soll aber weiterhin existieren, auch weil sich die Sozialisten in dem Tramuntana-Dorf nicht dazu durchringen konnten, dagegen zu stimmen. Allerdings soll der Stier nicht mehr an einem Seil durch die Gassen gezogen werden, sondern auf einem Gelände frei laufen können. Das Tier nach dem "Correbou" zu schlachten, ist ebenfalls verboten. Vielmehr sollen sich Veterinärmediziner seiner annehmen.

Für den neuen Passus im Tierschutzgesetz votierten bei der Abstimmung im Balearen-Parlament die linken Regierungsparteien PSOE und sowie die Protestpartei Podests. Dagegen stimmten die konservative PP und die liberalen Parteien, deren Vertreter darauf hinwiesen, die Novelle werde ohnehin vom Obersten Gerichtshof gekippt, schließlich gehe es um ein nationales Kulturgut. Tatsächlich war 2013 in Madrid ein Gesetz verabschiedet worden, das Corridas als "immaterielles Kulturgut" unter Schutz stellt.

Die PP-Regierung in der Hauptstadt scheint bei ihrer Linie bleiben zu wollen: Am Dienstag kündigte sie an, rechtlich gegen das Balearen-Gesetz vorzugehen und es vom Verfassungsgericht prüfen zu lassen. Nicht nur inhaltlich stimme man nicht mit der Linie des "Govern" überein, vor allem hätten sich die Balearen über Zuständigkeiten der Regierung Rajoy hinweggesetzt. Der Erlass solcher Gesetze falle nicht in den Kompetenzbereich einer Landesregierung. Auch eine Pro-Stierkampf-Stiftung kündigte an, rechtliche Schritte einleiten zu wollen.

In Palma sind unterdessen zwei Stierkämpfe angekündigt. Jeweils donnerstags, am 27. Juli und am 3. August, sollen in der Stierkampfarena "Corridas" stattfinden. Da das neue Gesetz noch nicht in Kraft ist, wird bei beiden noch Blut fließen.

Lesen und kommentieren Sie auch den Leitartikel "Stierkampf: Die Tiere müssen auf ein mildes Urteil hoffen" im MM-Blog.

Machen Sie auch bei der MM-Umfrage mit (siehe unten)!

Schlagworte »

Participa

Kein Blut mehr bei Stierkämpfen – was halten Sie davon?

Comments

Nutzungsbedingungen

Rechtlicher Hinweis

» Der Inhalt der Kommentare spiegelt die Meinung der Nutzer wider, nicht die von mallorcamagazin.com

» Es ist nicht erlaubt, Kommentare abzuschicken, die gegen das Gesetz verstoßen oder unangebrachte, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte haben.

» mallorcamagazin.com behält es sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

* Pflichtfelder

MK / Hace over 2 years

Ich mag auch kein Blut sehen!

Mats / Hace over 2 years

welche Relacion @ Carlos ?

Carlos / Hace over 2 years

Relación con las corridas de toros!

Ines / Hace over 2 years

Die Umfrage zeigt die Mehrheitsmeinungen eindeutig. Danke!