Sozialisten stärkste Kraft, Mehrheiten schwierig

| | Mallorca |
Pedro Sánchez bei einem Mallorca-Besuch mit Regionalpräsidentin Francina Armengol.

Pedro Sánchez bei einem Mallorca-Besuch mit Regionalpräsidentin Francina Armengol.

Foto: Archiv

Nach Schließung der Wahllokale in Spanien an diesem Sonntagabend und bei 93 Prozent der ausgezählten Stimmen gehen die Sozialisten (PSOE) als stärkste Partei aus den Parlamentswahlen hervor. Sie stellen voraussichtlich 122 der 350 Parlamentssitze. 2016 hatten sie lediglich 85 Sitze erlangt. Die Konservativen (PP) haben deutliche Verluste hinnehmen müssen. Sie haben sich von 137 Mandaten bei den letzten Wahlen auf 65 nahezu halbiert. Die Nationalliberalen (Ciudadanos / C's) gewinnen hinzu kommen von 32 nun auf voraussichtlich 57 Sitzen. Die Linkspopulisten (Podemos) erleiden Verluste, schrumpfen von 45 auf 35 Abgeordnete. Die neugegründeten Rechtspopulisten (Vox) ziehen erstmals in das spanische Parlament ein und stellen 23 Delegierte.

Ungeachtet der Gewinne der Sozialisten deutet die laufende Auszählung der Stimmen Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung an. Die absolute Mehrheit liegt bei 176 Parlamentssitzen. Rein rechnerisch wäre eine Koalition aus PSOE und Ciudadanos möglich. Ob sie sich politisch umsetzen lässt, muss sich erst noch zeigen. Rein rechnerisch ist zudem eine Mehrheit aus Linksblock und Regionalisten möglich, wobei die Vergangenheit zeigt, dass die Umsetzung ebenfalls nicht leicht sein werden dürfte, insbesondere wegen der Separatismusfrage in Katalonien.

Auf Mallorca sind die Sozialisten mit gut einem Viertel der Stimmen die am meisten gewählte Partei; Ciudadanos und Podemos liegen nahezu gleichauf bei 17 Prozent, dicht gefolgt von der PP mit 16 Prozent auf Platz vier. Etwa jeder achte Mallorca-Bürger hat zudem seine Stimme der rechtspopulistischen Vox (12 Prozent) gegeben.

Balearenweit unterscheidet sich das Ergebnis nur leicht: PSOE erlangt 26 Prozent, Podemos und Ciudadanos 17,8 und 17,4 Prozent. Die PP landet mit 16,9 Prozent auf Platz vier. Vox erhält 11 Prozent.

Die Wahlbeteiligung hatte spanienweit um 18 Uhr bei 60,6 Prozent gelegen. Das sind 9 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl 2016. Auf den Balearen hatte die Wahlbeteiligung nach offiziellen Regierungsdaten um 18 Uhr 54,42 Prozent erreicht.

Ein Wahlbeobachter des öffentlichen spanischen Fernsehsenders TVE fasste die landesweiten Tendenzen des Wahlausgangs folgendermaßen zusammen: Die PSOE ging mit Zugewinnen als stärkste Partei aus der Wahl hervor. Die PP blieb weit hinter ihren gesteckten Zielen zurück. Dritte Kraft mit Zugewinn wurden die Ciudadanos. Sie überflügelten Podmos, die auf Platz vier fielen. Die Rechtspopulisten von Vox schafften zwar den Einzug ins Parlament, konnten aber ihr Ziel, die anderen Rechtsparteien (PP, Ciudadanos) zu überflügeln, nicht erreichen.

Eine erste Prognose nach Schließung der Wahllokale in Spanien an diesem Sonntag hatte bereits die Sozialisten als stärkste Partei geortet. Die PSOE wurden zwischen 116 und 121 Sitze zugesprochen; die Konservativen (PP) zwischen 69 und 73 Sitze; die Nationalliberalen (Ciudadanos /C's) zwischen 48 und 49 Sitze; die Linkspopulisten (Podemos) zwischen 42 und 45, und die Rechtspopulisten (Vox) zwischen 36 und 38 Sitze. Dieselbe Umfrage hatte für die Balearen die Linkspopulisten Podemos als meistgewählte Partei bezeichnet. Eine Prognose, die sich in diesem Fall nicht bewahrheitet hat. (as)

(aktualisiert um 10.26 Uhr)

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MK / Vor 21 Tage

Das Ergebnis zeigt die WUT-Bürger in der EU. Alles ist politisch schwierig und keiner hat eine absolute Mehrheit. Nur die Möglichkeit einer Koalition heisst auch nicht dass es passt...