Katalonien wählt an diesem Sonntag ein neues Parlament

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Das Archivfoto zeigt die Kolumbus-Säule samt einer Stadtansicht von Barcelona, der katalanischen Metropole.

Das Archivfoto zeigt die Kolumbus-Säule samt einer Stadtansicht von Barcelona, der katalanischen Metropole.

Foto: Archiv Ultima Hora / Carles Domenec

Im Katalonien, der sprachlich und kulturell eng mit Mallorca verbundenen Region im Nordosten von Spanien, finden an diesem Sonntag Regionalwahlen statt. Die Situation ist nicht nur politisch, sondern auch wegen der Corona-Pandemie außergewöhnlich. Denn rund 20.000 Wahlhelfer sagten aus Furcht vor einer Ansteckung mit Covid-19 im Vorfeld ihre Teilnahme ab.

Der Hintergrund: In Spanien ist es Pflicht, bei Wahlen zu helfen. Bürger werden per Los ausgewählt. Doch in den vergangenen Wochen sprangen zahlreiche von ihnen ab. Mehr als ein Viertel der gut 80.000 ließ sich mit einem ärztlichen Attest befreien. Wohl auch deshalb, weil selbst Wahlberechtigte, die Corona-Positiv oder Verdachtsfälle sind, ihre Quarantäne unterbrechen dürfen, um wählen zu gehen. Vor gut einer Woche hatte Kataloniens oberstes Gericht entschieden, dass die Wahl grundsätzlich stattfinden kann. Ein angedachter Alternativtermin im Mai kam dadurch nicht zum Zuge.

Und was ist mit den Wählern? Gehen sie hin? 54 Prozent der Befragten wollen einer Umfrage zufolge diesen Sonntag sicher abstimmen. Weitere 12,6 Prozent sagten, dass sie wahrscheinlich zur Wahl gehen. 21 Prozent bleiben den "Elecciones" voraussichtlich fern. Ein Ausweg könnte die Briefwahl sein. Bei den vergangenen Regionalwahlen lag die Beteiligung insgesamt bei 79 Prozent.

In Umfragen führt ein mögliches Bündnis, das sich für die Unabhängigkeit einsetzt. Es besteht aus den Separatisten Junts, Linksrepublikanern der Esquerra-Partei sowie der CUP-Partei.

Stärkste Partei könnten allerdings die Sozialisten werden. Ihr Spitzenkandidat Salvador Illa liegt in den Umfragen deutlich vor Pere Aragonès und Laura Borràs von Esquerra und Junts. Illa war bis Ende Januar Gesundheitsminister Spaniens. Sein Renommee soll helfen, eine separatistische Mehrheit abzuwenden. Schon die Wahl 2017 wurde zu einem Plebiszit über die Unabhängigkeit Kataloniens.

Die Wahl am Sonntag musste vorgezogen werden, weil der ehemalige Regionalpräsident Quim Torra wegen Ungehorsams vom katalanischen Oberlandesgericht abgesetzt worden war. Er war Nachfolger des ehemaligen Separatistenführers Carles Puigdemont. Auf Torra folgte Pere Aragonès. Erhalten die separatistische Parteien am Sonntag eine Mehrheit, dürfte ein neuer Konflikt mit Madrid drohen. (ps)

Kommentar

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Hajo Hajo / Vor 7 Monaten

Was ist das Gegenteil von einem "Kataxit" ? Giberaltar wird Mitglied im Schengenraum und die Grenze zu Spanien wird aufgehoben. Der Brexit ist schuld. Umgekehrt bei einem Kataxit. wird alles zu gemacht. Dümmer geht halt immer !

Als nächste wird wohl Schottland das Vereinte Königreich verlassen und ein Referendum durchfrühren. Irland ist noch zweigeteilt und wird das wohl auch nicht mehr lange sein wollen. Ein Teil profitiert nun vom Brexit, weil ein Großteil des Fährverkehrs jetzt dort abgewickelt wird. Denn man hat die Nase voll vom km langen Stau durch die neuen Grenzkontrollen und Zoll Calais-Dover.

Fällt nir noch die Frage ein, wann werden die Kooperationen der Rüstungs- und Flugzeugindustrie neu geregelt? Rolls Royce und Airbus z.B. ? Man glaubt doch nicht im Ernst, dass das so wieiter geht wie bisher? Auch die Lieferungen von Erdgas und Windstrom aus der Nordsee müssen neu egeregelt werden. Die Fischerei ist neu geregelt und die Britischen Fischer sind jetzt sauer.

Hajo Hajo / Vor 7 Monaten

Michel@ Was bitte hat die Krim mit der Situation in der EU zu tun, ausser, sie würden versuchen die GUS zu verlassen und dann einen Miltäreinsatz zu riskiseren? Ausserdem, wieviele Ukrainer sind denn nach der Vertreibung binnen 24 Stunden damals nach der Okoputaion noch über geblieben? Da wohnen nur noch Russen und Neureiche OIligarchen, sowie die Angehörigen der Armee. Die Ureinwohner Krimtataren sind sowieso in der Minderheit. Auch wenn überlebende Rückkehrer aus dem Gulag nach der Vertriebung durch Stalin 1944 wieder da sind. Zig Tausende sind auf dem Marsch nach Sibirien damals elendig verrekt.

Carmen / Vor 7 Monaten

@Freedomfighter: "Hauptsache, die internationalen Sozialisten verlieren!" - Wie schön, dass das GEGENTEIL erreicht wurde!

Michel / Vor 7 Monaten

@ Hajo Hajo

Die Leute auf der Krim sind nicht unzufrieden mit ihrer freien Entscheidung und eine Brücke haben sie auch noch dazu bekommen 🤣

Hajo Hajo / Vor 7 Monaten

Wenn endlich mal Vernuft einkehren und die Separatisten sich am Desaster des Brexit in GBR orientieren würden, dann wäre ein für alle Mal Ende mit diesem Unfug. Denn wenn Katalonien aus der EU ausscheidet, können sie sich ihre Automobilbranche in die Haare schmieren. Denn sie ist der größte Arbeitgeber und Exporteure mit ungehindertem Zugang zum Binnenmarkt. Eigentümer VW würde sich einen Austritt nicht gefallen lassen und das Werk stillegen, bzw. dem in Portugal anschliessen.

Schaut Euch mal auf der Karte an, WO Katalonien liegt, dann versteht Ihr, dass bisher alle die nach Spanien wollen ab Französischer Grenze da durch müssen. Auch der gesamte Güter- und Warenverkehr, sowie der Tourismus. Bei Austritt aus der EU würde es so gehen wie jetzt GBR, mit Zoll für Ein und Ausfuhr und km langen Staus an der Grenze. Der Gesamte Reiseverkehr würde gnau so abgewickelt wie nach Russland oder Nigeria. ->> Ausland. Den Ausweg über die Pyrenäen würde wohl keiner gerne machen wollen.

Prekär wäre, dass alle Katalanen die im Mutterland und deren Staatsorgtane arbeiten ihren Job verlieren, oder den Pass wechseln müssten. Denn sie sind ja dann Ausländer. Auch die in den Sicherheitskräften w.z.B. Armee, Justiz, Polizeidiensten, Küstenschutz, etc. Mir ist absolut unverständlich was die Separatisten da machen?

Christian / Vor 7 Monaten

Geht wählen, geht aus dem Haus! @Majorcus Heul doch!

Michel / Vor 7 Monaten

@ Majorcus

Bei der Briefwahl kann man wohl etwas nachjustieren??? Aber es hat wohl nix genutzt 😝😝😝, die bösen Separatisten, da haben die armen Sozis wieder nicht geradeaus gedacht 🙈, die armen Querdurcheinanderdenker - wie bei der S(ie) P(lündern) D(eutschland)

Trotz eines starken Stimmenzuwachses konnten die Sozialdemokraten das Bündnis der Separatisten nicht besiegen. Diese können offenbar mit einer absoluten Mehrheit rechnen.

andi / Vor 7 Monaten

Hauptsache die Sozialisten gewinnen.

Patrick / Vor 7 Monaten

@Majorcus:

Logisch, dass Du Dir als Kommunist mehr Briefwahl wünschst. Anders, also ohne Fälschungen, werden die Konsorten Deiner Richtung nicht gewinnen können.

Majorcus / Vor 7 Monaten

Mehr Briefwahl wäre wünschenswert! "Wohl auch deshalb, weil selbst Wahlberechtigte, die corona-positiv oder Verdachtsfälle sind, ihre Quarantäne unterbrechen dürfen, um wählen zu gehen." ist verantwortungslos!!!