Kritik an geplanter Mietwagensteuer

Madrid und die Autoverleiher lehnen die Öko-Abgabe ab

Geparkte Mietwagenflotte auf Mallorca.

Geparkte Mietwagenflotte auf Mallorca.

Foto: Foto: Miquel Àngel Cañellas

Die geplante Mietwagensteuer auf den Balearen trifft auf breite Ablehung. "Diese Steuer ist diskriminierend und unnötig", sagte der spanische Tourismusminister José Manuel Soria auf der Tourismusmesse WTM in London. Auch Mietwagenfirmen und Opposition protestieren.

Wie berichtet, plant die konservative Archipelsregierung eine Ökosteuer auf Mietwagen. Schon 2013 sollen pro Fahrzeug und Tag zwischen zwei und fünf Euro fällig werden – je nach Schadstoffausstoß. Rund 15 Millionen Euro will die Balearen-Regierung so jährlich zusätzlich einnehmen. Auf den Balearen werden die Mietwagen vor allem von Touristen gemietet.

Der konservative Tourismusminister Soria erklärte am Messestand der Balearen in London, Madrid könne die Argumente der Balearen-Regierung in Bezug auf die Mietwagensteuer nicht nachvollziehen. Das Vorgehen sei nicht der richtige Weg. "Wir sind nicht für diese Art Steuern."

Kritik erntete die Balearen-Regierung auch seitens der Mietwagenverleiher. "Das hat uns völlig überrascht, mit uns hatte niemand zuvor gesprochen", sagte Ramón Reus, Präsident des Mietwagenverbandes Aevab, in dem rund 270 kleinere Firmen mit einer Flotte von 25.000 Wagen organisiert sind.

Nach Reus Worten könnten die Unternehmen diese Mehrbelastung nicht verkraften. Hinzu komme, dass die Regierung den Mietwagenmarkt nicht ausreichend kontrolliere und somit viele illegale Unternehmer aktiv seien, die dann auch nicht steuerlich belangt würden. Völlig unklar sei zudem, ob und wie die großen Mietwagenkonzerne mit Zentralsitz außerhalb der Insel besteuert werden könnten.

Die sozialistische Opposition warf der konservativen Regierungspartei Widersprüchlichkeit vor. Sie schaffe nun eine "grüne" Steuer auf Mietwagen, habe aber seinerzeit eine Bettensteuer in den balearischen Hotelbetrieben ("Ecotasa"), die der Umwelt zugute kommen sollte, vehement abgelehnt.

Die Balearen-Regierung hatte die geplante Mietwagensteuer am Wochenende im Rahmen ihres Haushaltsplan für das kommende Jahr vorgestellt. Die Steuererhöhungen sollen Mehreinnahmen bringen, um die Regionalfinanzen zu sanieren. Die politische Debatte über den Haushalt im Balearen-Parlament ist für den 27. November angesetzt. (as)

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Holger / Vor über 6 Jahren

Mehrwersteuer auf Autovermietung sollte ausreichen! Moderne Kleinwagen die wenig CO2 ausstossen sollte man nicht besteuern. Wie wärs mit der Einführung von Maudstationen :-) Mallorca glänzt ja bereits mit Maud am teuersten Tunnel Europas, per Meter - und leider zudem einer der unsichersten. Wurde da nicht kürzlich eine neue 30 jährige Konzesion vergeben? Sehr zweifelhafte Zuteilung! Nächster Schritt könnten uterschiedliche Benzinpreise sein, vielleicht darfs ein wening mehr sein "Car rental only":-). Auch nicht schlecht wären turistisch angepasste Parkplatzgebühren, da wo eben der gewöhnliche Tourist parkt :-). Man muss aufpassen das Mallorca insgesamt nicht zu teuer wird. Die Tendenz ist unverkennbar.

Reinhold Neustadt / Vor über 6 Jahren

Wir haben uns nicht in jedem Urlaub ein Auto gemietet, sondern uns Ziele ausgesucht, die man auch mit öffentlichen Verkehrmittel erreichen kann. Verwundern tut mich nicht, dass man diese geplante Abzocke unter dem Deckmantel "Öko" verpacken will. Die Verantwortlichen sollten sich mal gedanken machen, mit welcher Abzocksteuer sie die wahrscheinlich daraus resultierende Arbeitslosenzahl durch sinkende Autovermietungen kompensieren will.

Hermann / Vor über 6 Jahren

Was hat diese Regierung nur gegen Touristen? Wer, glauben diese Herrschaften eigentlich, füllt ihre Taschen? Alle "neuen" Steuern richten sich doch gegen die, die man eigentlich nicht verprellen sollte.

Kuni Bremen / Vor über 6 Jahren

Naja, so kann man es auch machen! Die 27 Millionen € zahlen dann großenteils die Touristen und bessern somit die Kassen der mallorquinischen Regierung auf. Ganz schön unverschämt. Bleibt zu hoffen, dass dieser Schuß nach hinten losgeht.