Bislang nur wenige Hotelbetten legalisiert

Nur Fünf-Sterne-Gebäude müssen nicht aus der Bettenbörse kaufen

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In den Tourismusgemeinden von Calvià, wie hier in Palmanova, ist der Bedarf nach der Legalisierung von bisher nicht erfassten Be

In den Tourismusgemeinden von Calvià, wie hier in Palmanova, ist der Bedarf nach der Legalisierung von bisher nicht erfassten Betten am höchsten. Weitere Kommunen sind Alcúdia und Palma.

Foto: Foto: Archiv Ultima Hora

Auf den Balearen sind den Jahrbüchern des Tourismusministeriums zufolge rund 420.000 Hotelbetten zu finden, davon allein knapp 285.000 auf Mallorca. Gemeint sind offizielle Betten, die für Urlauber bereitstehen.

Doch neben diesen legalen Betten gibt es einen Graubereich von weiteren Betten, der auf den Inseln zwar bekannt, aber nur wenig durchschaubar ist. Die Rede ist von nicht-registrierten, also illegalen Hotelbetten.

Zum Hintergrund: In den "wilden" 1980er Jahren nahmen viele Hotelbesitzer Erweiterungen ihrer Übernachtungsbetriebe vor. Sie bauten da und dort Zimmer an, stockten eine Etage auf, errichteten Nebengebäude mit Platz für zusätzliche Betten. Auch jene Schlafplätze, die einst für die Mitarbeiter bereitstanden, die mittellos vom spanischen Festland gekommen waren, wurden renoviert und an Gäste vermietet. Der Massentourismus benötigte eine Masse an Betten.

Die hinzugewonnenen Schlafplätze wurden indes selten offiziell bei den Behörden angemeldet, denn mehr Betten hätten mehr Steuerabgaben bedeutet. In den nahezu unregulierten Zeiten des jungen Tourismus wollte niemand erst groß nachfragen, sondern lieber gleich machen.

Problematisch wurde es erst, als die Balearen-Regierung Regulierungsbedarf ausmachte und nach Jahren der Diskussion 1999 ein erstes Tourismusgesetz verabschiedete. Es sah unter anderem vor, Wege zu finden, wie die ungeregelten Betten zu legalisieren seien. Die Zahl der Betten wurden im Jahre 2000 auf rund 80.000 geschätzt (siehe MM 36/2000) .

Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes bot der damalige Tourismusminister Miquel Nadel (der derzeit wegen Korruption im Gefängnis ist) folgende Lösung: Die Hoteliers sollten gegen Zahlung von bis zu 4000 Euro pro Bett die Schlafplätze legalisieren können. Es wurde eine Fünf-Jahres-Frist gewährt, die nun im Juli 2015 endet.

Seit diesem Ausweg haben Hoteliers der Inseln rund 4000 Betten regularisieren lassen, davon allein 760 in 2013 und 700 im bisherigen Jahresverlauf. Die Mehrzahl der Fälle bezieht sich auf Hotels in Calvià, Alcúdia und Palma. Das brachte dem Staat insgesamt 20 Millionen Euro ein, die wiederum in Projekte zur Sanierung von Straßen und Plätzen in Tourismusgemeinden investiert werden sollen.

Das bedeute nicht, dass somit noch 76.000 illegale Betten vorhanden sind. Manche verschwanden vom Markt, weil alte Hotels schlossen oder in Wohnhäuser umgewandelt wurden.

Wer auf Mallorca ein neues Vier-Sterne-Hotel errichten möchte, muss dazu eigens Schlafplätze aus der offiziellen Bettenbörse kaufen. Sie wird genährt durch Herbergen, die den Betrieb aufgeben oder ihre Bettenrechte verkaufen. Aktuell umfasst die Bettenbörse 8000 bis 10.000 Plätze. Einzig wer als Bauherr ein Fünf-Sterne-Hotel verwirklicht, ist nach dem neuen Tourismusgesetz von 2012 vom Kaufzwang der börslichen Schlafplätze befreit.

(aus MM 44/2014)

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