Urlaubersteuer auf Mallorca soll 2016 kommen

Mallorca |
Tourismusminister Biel Barceló.

Tourismusminister Biel Barceló. Foto: UH

Die auf Mallorca angekündigte Urlaubersteuer - hierzulande "Ecotasa" (Ökosteuer) bezeichnet - soll bereits im Laufe des kommenden Jahres erhoben werden. Das hat der stellvertretende Ministerpräsident und Tourismusminister Biel Barceló (Més) in Interviews mit Lokalzeitungen bekräftigt. Auf einen genauen Zeitpunkt wollte er sich nicht festlegen. Die Steuer wird voraussichtlich zwischen ein und zwei Euro pro Tag und Person betragen und unter anderem nach Saisonzeiten gestaffelt sein.

"Die Steuer kommt, sobald sie juristisch und technisch vorbereitet und mit der Branche abgesprochen ist", sagte Barceló gegenüber Ultima Hora. Als den wichtigsten Punkt, den es abzustimmen gilt, bezeichnete der Politiker die Zweckbestimmung des eingenommenen Geldes.

Das spanische Tourismusministerium ist gegen die Pläne zur Einführung einer Abgabe für Urlauber. Eine solche Steuer führe dazu, dass die Zahl der Touristen zurückgehe und die Wirtschaft Einbußen erleide, sagte die Madrider Staatssekretärin für Tourismus, Isabel Borrego Cortés. Ein großer Teil der Mallorca-Urlauber komme aus Deutschland, und dort würde eine Touristenabgabe als ein Signal der Abweisung verstanden. Die Folge wäre, dass Urlauber abgeschreckt würden.

Barceló konkretisierte auch noch einmal Äußerungen zu einer möglichen Begrenzung der Urlauberzahlen, wie sie in Barcelona erwogen wird. "Das ist aus praktischen sowie aus juristischen Gesichtspunkten schwierig. Was wir jedoch tun können, ist über die Kapazität unserer touristischen Unterkünfte zu sprechen." Auf jeden Fall müsse an der Verlängerung der Saisonzeiten und der Qualität der Urlauber gearbeitet werden.

Barceló versicherte, dass seine Regierung an einem konstruktiven Verhältnis zu den Hoteliers interessiert ist. "Wir suchen den Dialog mit allen. Die Tourismusbranche in Allgemeinen und die Hoteliers im Besonderen können große Verbündete der Regierung im Bemühen sein, das touristische Modell zu verbessern. Wir sind dazu verdammt, uns zu verstehen." (red/dpa)

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PS / Vor über 3 Jahren

@ Rainer H. - Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Wo steht in meinem Kommentar denn, dass ich komplett gegen eine Touristensteuer bin. Ich beanstande nur die Art und Weise wie dies derzeit geplant ist. Eine Steuer, welche durch die Hotel- bzw. Fewobetreiber in die Preise einkalkuliert und entsprechend abgeführt wird, fällt nicht groß auf und verursacht nicht den derzeitigen Wirbel!!! Es liegt immer an den Verantwortlichen Politikern wie intelligent sie Ihre Ideen rüber bringen. Derzeit kommt aus der linken "Ecke" leider nur viel Müll ohne Sinn und Verstand.

M.Degen / Vor über 3 Jahren

Urlaubssteuer- Ökosteuer...?

Unserer Meinung nach bewirken beide und ähnliche Titulierungen für Touristenabgaben befremdlich. Wenn die Regierung an einem konstruktiven Verhältnis mit "allen" einen Dialog anstreben will, sollte diese in erster Linie ausgeklügelt, vernünftige Abgaben in Verbindung mit Erklärungen jener deklarieren. Dass Zauberwort heisst unter Anderem auch Aufklärung! Wenn es aber nur heisst: Abgabe, wie-auch-immer-Steuer, Zwangsgeld, Gebühr, Entgelt, oder eben ähnlich negativ klingende Titel, stoßen die mit Volltreffern in die Gegenwehr. Statistik mit Nachhaltigkeit wird hier auch Gutes tun. Aber Achtung, ein Schuss nach hinten wäre, wenn ein Wassereuro aufgrund der Wasserknappheit eingeführt würde. Jeder Tourist weiss doch inzwischen, dass der versuchte Imagewandel von Massen- auf Qualitätstourismus in Frage gestellt ist. Hier belegt eine interessante Studie der Uni Ruhr-Bochum, dass der vermeintlich umweltschonender Qualitätstourismus einen Pro-Kopf-Wasserverbrauch zwischen 250 bis 400 Litern am Tag aufweist. Bis zu 70 Prozent dieses Wasserverbrauchs mache die private Bewässerung von Grundstücken aus. Weitere 22 Liter Wasser pro Kopf und Tag werden für den Betrieb eines Swimmingpool Pools berechnet. Zum Vergleich: In ländlichen Gebieten ohne Tourismus zeigt sich oft ein Verbrauch von unter 100 Litern pro Tag. Die Studie unterstreicht, dass der Wert des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs in Massentourismus-Gebieten ebenfalls weit unter 400 Litern läge. Dies begründet sich u.a. darin, dass sich in Hotelanlagen viele Touristen einen Pool teilen und es weniger Grünflächen gibt. Also meine Herren Regierungsräte, lasst euch etwas klares, all-dienende Nachhaltigkeit, vor allem verständliches und wohltuendes einfallen! Ähnliche Konzepte haben wir bereits erfolgreich mit kleinen Kommunen umgesetzt. Wir wünschen einen angenehmen Sommer 2015, 100prozent-meins.

Rainer H. / Vor über 3 Jahren

Ach PS: Dann sind das ja wohl alles "linke Träumer", die zB. im Allgäu, im Schwarzwald und in diversen dt. Kurorten Kurtaxen und Tages-Sonderabgaben kassieren, die sich gewaschen haben? LOL! Machen Sie sich nicht lächerlich...

PS / Vor über 3 Jahren

Die Linken sägen am Ast, auf welchem Sie sitzen. Wie sollen denn die vielen ungelernten Kräfte (über 30 % Schulabbrecher ohne Abschluss und nur mit Catalan-Kenntnissen) beschäftigt werden? Die Baubranche liegt immer noch im großen Loch der Wirtschaftskrise - der Tourismus ist die größte Einnahmequelle für die Balearen. Bedingt durch den Terrorismus in Tunesien und Ägypten sowie die Unsicherheit in Griechenland strömen derzeit viele Nordeuropäer auf die Balearen. Das kann sich aber sehr schnell wieder ändern. Wie schnell z.B. die Deutschen reagieren kann man am Beispiel Griechenland derzeit gut sehen. Eine Besteuerung der Touristen in direkter Form für zu mehr Einnahmeverlust wie diese "Traumtänzersteuer der Linken" je einbringen wird. Einige Schlagzeilen in der Presse Nordeuropas und es kommen schnell Hunderttausende weniger. Wenn schon eine Touristensteuer, dann in intelligenterer Form. Aber bisher habe ich von den linken Träumern noch nicht eine schlaue Idee gehört, immer nur rückwärts gerichtete Ideen wie die Superförderung der "Miniweltsprache" Catalan, sowie mehr Ausgaben für die linken Wähler ohne auch an entsprechende Einnahmen zu denken, etc. Wenn die 4 Jahre mit den "Linken" vorbei sind, dann liegt Mallorca finanziell am Boden.

Franziska Schreek / Vor über 3 Jahren

@Rolf Auf Mallorca soll die Gebühr auch pro Tag verlangt werden. Ganz billig wird es also nicht, aber vielleicht bleibt es ja erstmal bei einem Euro.

rolf / Vor über 3 Jahren

Wegen der 2€ Steuer braucht sich niemand aufregen in anderen Ländern verlangen sie das pro Tag und noch mehr.Auch D ist da groß mit dabei.

Marco / Vor über 3 Jahren

Die Mallorquiner können nicht wirtschaften. Melken die Kuh bis es nicht mehr geht. Ich hoffe das viele Urlauber ausweichen zumal es viel schönere Länder als Spanien oder Mallorca gibt. Guts so es sind eh zu viele Touristen hier.

Werner Roth / Vor über 3 Jahren

Herr Richter, wer 2 Euro als "Abzocker-Steuer" bezeichnet, ist m. E. als Mallorca-Tourist verzichtbar. Der soll auf "Balkonien" bleiben und sehen, ob er dort alles bezahlt hat. Ich halte 2 Euro für noch viel zu niedrig i. H. auf die nachhaltigen Schäden, die der ungehemmte Massentourismus für die Balearen bedeutet.

wigo / Vor über 3 Jahren

Wenn max. 2 € "Abzocke" sind, trifft es genau die Richtigen. Viel haben wollen und nichts dafür geben. Ich wäre für 10€.

Ralf Richter / Vor über 3 Jahren

Liebe Redaktion, erstaunt venehme ich die Pläne der Regierenden für eine Urlaubssteuer auf Mallorca. Ich finde dies gerade der falsche Weg. Solch eine Steuer wurde schon einmal erhoben, um den Massentourismus einzudemmen.Die Folgen waren deutlich weniger Urlauber,geschlossene Hotels,weniger Umsatz, weniger , weniger. Sollte dies etwa gewollt sein ?! Mallorca ist ja im Vergleich zu anderen Anbietern kein peisswertes Vegnügen. Die Mitbewerderländer werden es mit Freude zur Kenntnis nehmen. Seit Jahren verbringe ich meinen Urlaub gern dort. Sollte diese "Abzocker-Steuer" kommen, wird 2015 mein vorerst letzter Urlaub dort sein.

MfG R.Richter