Port wird eine Nummer kleiner

Port de Palma, Mallorca |
Dieses Makroprojekt mit neuen Einbauten ins Meer (rote Flächen) hatten private Investoren im Jahr 2012 vorgeschlagen.

Dieses Makroprojekt mit neuen Einbauten ins Meer (rote Flächen) hatten private Investoren im Jahr 2012 vorgeschlagen. Abgesehen von der finanziellen Frage sind solche Vorhaben auch politisch nicht mehr gewünscht.

Foto: Grafik: Archiv Ultima Hora
Dieses Makroprojekt mit neuen Einbauten ins Meer (rote Flächen) hatten private Investoren im Jahr 2012 vorgeschlagen. "Den Hafen für die eigentlichen Hafen-Aktivitäten nutzen": der neue Präsident der Hafenbehörde, Juan Gual de Torrella.

In Palma wird - wieder einmal - ein neuer Masterplan für den Hafen der Balearen-Hauptstadt auf Mallorca entworfen. Denn mit dem Regierungswechsel im Frühjahr war auch ein Wechsel an der Spitze der balearischen Hafenbehörde (Autoritat Portuària de Balears, APB) verbunden. Wie nicht anders zu erwarten, wird jetzt allen Großprojekten eine Absage erteilt. Das gilt auch für den Ausbau der Alten Mole vor der Kathedrale zu einer Flaniermeile mit Yachthafen.

In Palma wird seit Jahrzehnten darüber gestritten, wie man die Stadt besser zum Meer hin öffnen könnte. Doch außer unzähligen Studien und Planspielen ist dabei nicht viel herausgekommen.

Für Furore hatte zuletzt eine Investorengruppe im Jahr 2012 gesorgt. Sie stellte Pläne für einen 1,8 Milliarden Euro teuren Megahafen vor, wollte Palma auf eine Stufe mit Cannes und Monaco stellen.

Der letzte offizielle Masterplan der Hafenbehörde aus dem Jahr 2014 war schon etwas realistischer, sprich kleiner dimensioniert. In Zahlen: 550 Millionen Euro. Auch dieses Modell sah noch den Bau einer neuen Mole außerhalb des Dique de l'Oeste vor und die Nutzung der Alten Mole für Freizeitzwecke.

Nun, da ein links-grünes Bündnis die Balearen regiert und damit den Hafenpräsidenten stellt, wird abermals abgespeckt. Der neue APB-Präsident Juan Gual de Torrella, früher Präsident der Handelskammer, schloss in Zeitungsinterviews den Bau einer neuen Mole ebenso aus wie den Umbau der Alten Mole zu einem Vergnügungsviertel oder den Bau eines Luxushotels beim Fischereihafen: "Wir sind der Ansicht, dass der Platz im Hafen für die eigentlichen Hafenaktivitäten genutzt werden sollte. Auf diese Weise können wir auf den Bau einer neuen Mole verzichten."

Gleichwohl kündigte Juan Gual eine umfassende Neuordnung im Hafen an. Zu den Investitionen, die mit 125 Millionen Euro beziffert werden, gehört auch ein erneuter Ausbaus des Kreuzfahrthafens, damit noch größere Vergnügungsdampfer in Palma anlegen können.

Palmas Hafen für die Menschen zu öffnen, wird also weiterhin ein Wunschtraum bleiben. Immerhin kündigt Juan Gual an, die große Westmole, also den Dique de l'Oeste, sowie weitere Teile der Alten Mole wieder für Spaziergänger zu öffnen.

Zurückhaltend äußerte sich der neue Chef für die staatlichen Balearen-Häfen, was die Ausbaupläne für den Port von El Molinar anbelangt. Man werde das Projekt mit allen Beteiligten erneut analysieren.

(aus MM 35/2015)

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