Elf Gastronomen bei Razzia festgenommen

Palma de Mallorca |
Bis zu 30 Lokale in Palma wurden von der Polizei unter die Lupe genommen.

Bis zu 30 Lokale in Palma wurden von der Polizei unter die Lupe genommen.

Foto: Foto: Alejandro Sepúlveda

Bei einem Großeinsatz der Polizei wegen illegaler Beschäftigungsverhältnisse in der Gastronomie auf Mallorca sind zu Wochenbeginn elf Unternehmer festgenommen worden. Mehr als 100 Polizisten sowie Inspektoren des Arbeitsministeriums und des Gesundheitsamtes nahmen mehr als 30 zum Teil gehobene Restaurants und Cafeterien in Palma sowie im Festival-Park von Marratxí unter die Lupe. Darüber hinaus fanden sieben Hausdurchsuchungen statt.

Die Balearen-Regierung macht ernst im Kampf gegen ausbeuterische Anstellungsverhältnisse in der Gastronomie und Hotellerie. Bei dem Großeinsatz vom Montag stießen die Ermittler auf Arbeitsbedingungen, die nahezu an Sklaventum grenzten, berichtete die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora am Dienstag. So seien Beschäftigte zu 70 Wochenstunden Arbeit genötigt worden, bei einer Bezahlung von 600 Euro im Monat. Wenn sich die Mitarbeiter beim Dienstherrn beschwerten, wurde ihnen mit der Kündigung gedroht.

Bei vielen Angestellten handelt es sich um Ausländer, die sich zum Teil illegal oder ungeregelt in Spanien aufhalten. Die Ermittlungen der Behörden wurden vor mehreren Monaten angestoßen, als ehemalige Angestellte Anzeige gegen ihre früheren Arbeitgeber erstatteten. Es handelt sich um Geschäftsführer, die über Gesellschaften meist mehreren Lokalen vorstehen.

Die gastronomischen Betriebe befanden sich zumeist in der Altstadt von Palma, rund um die Plätze Lonja, Mayor und Cort sowie in der Straße Palau Reial gegenüber dem Balearen-Parlament.

Das Blatt zitiert ungenannte Quellen aus der Gastronomiebranche, die darauf verweisen, dass bestimmte Lokale ihre Preise auf Kosten der ausgebeuteten Mitarbeiter niedrig halten. Es handle sich somit um unlauteren Wettbewerb der Konkurrenz. (as)

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SEPP / Vor über 3 Jahren

De Nicola isch halt voll frustiert, des sieht ma doch an de Unsinn welches se schreibe tuet. Hab scho eppes mehr von dere gelese. Herrgott hilf.

Hajo Hajo / Vor über 3 Jahren

Tacheles@ WER ist vor allem an der Sklavenarbeit schuld? Die Schnäppchenjäger, denen es nirgendwo zu billig sein kann. Es ist ihnen völlig egal, dass diese Waren/Produkte/Dieste im Niedriglohn erwirtschaftet werden müssen - aber sich hinter her als Doppelmoralisten über Niedriglohn aufregen. Ekelhaft !!!

Hajo Hajo / Vor über 3 Jahren

Nicola@ wenn Sie mich mit sachlichen Argumenten nicht widerlegen können, halten Sie sich einfach raus. Comprende?

Nicola / Vor über 3 Jahren

Lieber @Haj Hajo mit ihnen stimmst was nicht. Das stellt sich für mich immer klarer raus.

Hajo Hajo / Vor über 3 Jahren

Henry@ ausserdem sei wiederholt, Mallorca ist nicht DE. Und die Kosten der Lebenshaltung sind im Schnitt 30% geringer als in DE. Ferner ging es hier um die illegale Beschäftigung, die in dieser Form in DE kaum noch möglich ist, da die Bundespolizei (Zoll) verstärkte Kontrollen durchführt. Ausserdem, Erntehelfer aus dem ehem. Ostblock verdienen in DE in 3 Monaten soviel, wie daheim im ganzen Jahr. Oft bietet der Betrieb auch noch kostenlose Logie und Verpflegung, weil er die Helfer im nächsten Jahr wieder sehen möchte.

Hajo Hajo / Vor über 3 Jahren

Henry@ sparen Sie sich Ihren arroganten Hochmut und lesen erst mal= 11.05.2010 - laut Satzung der Gartenbau-Berufsgenossenschaft gilt als Mindestlohn. 6,36 €/h ( West) und 5,25 €/h (Ost). Ab 1. Januar 2015 beträgt der Mindestlohn im Westen 7,40 Euro und im Osten 7,20 Euro. Zum 1. Januar 2016 steigt er auf 8 Euro bzw. 7,90 Euro. Ab 1. Januar 2017 liegt er bundeseinheitlich bei 8,60 Euro und erhöht sich zum 1. November 2017 nochmals auf 9,10 Euro

SEPP / Vor über 3 Jahren

Alla ums mah uffe de Punkt zu bringe: De Insel isch verkomme. A weng bis nix seriöses tuts her gebbe. Und Deutschland is dagege en Paradies. Bisch uffs Wetter halt.

Henry / Vor über 3 Jahren

@Hajo Hajo Ich glaube es lohnt nicht, mit Ihnen über Deutschland zu diskutieren. Ich rede nicht von Großstädten wie Frankfurt, München oder Berlin, wenn es um schlechtbezahlte Jobs geht. Ich kenne persönlich ländliche Bereiche, wo Gastronomen und Gärtner ihren Hilfskräften aus dem Kosovo oder Albanien Hungerlöhne in Höhe von 6,50 Euro zahlen. Und was glauben Sie, wie viele Putzfrauen aus Osteuropa illegal in Privathaushalten für 6-8 Euro schuften müssen. Das ist hier auf Mallorca nicht anders. Hier sind es eben Schwarzafrikaner oder Südamerikaner. Wo illegale oder schlecht ausgebildete Menschen leben, da bildet sich immer ein Schwarzmarkt. Da interessiert es kein Schwein, ob es nun Mindestlöhne gibt oder nicht.

Hajo Hajo / Vor über 3 Jahren

Nicola@ für Sie gilt das gleiche, was ich Mike antwortete. Erst Artikel Lesen, dann Antworten. Ferner, Aufstocker sind Arbeitnehmer mit "gültigem Vertrag" und ihnen muss der Mindestlohn bezahlt werden. Darum gehts hier aber nicht.

Hajo Hajo / Vor über 3 Jahren

Mike@ was haben die Verhältnusse in DE mit denen auf der Insel zu tun? Lesen Sie doch einfach nochmal den Artikel hier. Es geht um "illegale" Beschäftigung, die in der hier kritisierten Form in DE kaum noch vorhanden ist. Auch der Mindestlohn sorgt dafür, dass Beschäftigte ihren Lohn erhalten und nicht am Abend die Hand aufhalten müssen, weil die Furcht besteht, keinen Lohn zu erhalten oder auf Morgen vertröstet zu werden.