Ex-Tui-Chef Michael Frenzel sieht Mallorca nicht am Limit

| | Palma, Mallorca |

Michael Frenzel während des Interviews mit dem Mallorca Magazin im Café Cappuccino in Puerto Portals.

Foto: Patricia Lozano

Seit einiger Zeit ist immer wieder zu hören, dass Mallorca überlaufen sei. Dem widerspricht der frühere Tui-Chef Michael Frenzel in der aktuellen Print-Ausgabe des Mallorca Magazins.

Frenzel berichtet im ausführlichen Interview, dass er Urlauber-Hotspots in aller Welt kenne, an denen es inzwischen zu voll ist. "An manchen touristischen Punkten hat der Besucher überhaupt kein positives Erlebnis mehr. Ich glaube, davon ist Mallorca noch weit entfernt", sagt der Top-Manager, der heute unter anderem Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft ist.

Man habe auf der Insel immer Ausschläge nach oben. In Spitzenzeiten sei es sehr voll, das habe Frenzel zum Beispiel Ostern so empfunden. "Aber Mallorca hat es aufgrund der Fläche immer noch besser als andere Ziele. Wie zum Beispiel die italienischen Städte."

Zwar gebe es keine objektiven Kriterien für die Frage, wann es irgendwo zu voll ist, aber: "Irgendwann ist die Aufnahmefähigkeit einfach erschöpft. Und dann hat weder die Destination etwas davon, noch der Einzelne in seinem Ferienerlebnis."

Als Lösung bringt Frenzel ins Gespräch, dass Politik und Wirtschaft Kontingente festlegen könnten. Er betont aber: "Wie gesagt, auf Mallorca sehe ich das nicht als dringliche Notwendigkeit." 

Das Thema Massifizierung oder Überfüllung sei aber jedoch allgemein ein Thema für den Tourismussektor. Der 70-Jährige meint: "Die Branche ist gut beraten, sich dieser Problematik anzunehmen. Sonst besteht auch die Gefahr, dass es zu Überreaktionen kommt. Zum Beispiel Fremdenfeindlichkeit. Dass die Meinung umschlägt gegen Tourismus allgemein und vergessen wird, welche positiven Seiten dieser hat.

Auf Mallorca, wo Frenzel seit Jahrzehnten eine Ferienwohnung hat, gebe es in dieser Saison einen "Überlaufeffekt", weil Länder wie Tunesien, Ägypten oder die Türkei als Ziele der Urlauberströme Schaden genommen haben. Seitens der Reiseveranstalter ist nun aber zu hören, dass Mallorca inzwischen zu teuer sei. Dazu Frenzel: "Die Gefahr besteht immer, wenn es einen solchen Überlaufeffekt gibt und der Markt gut ist. Für die Hoteliers ist das eine tolle Situation. Da ist es ganz natürlich, dass man dazu neigt, die Preisspielräume auszunutzen. Aber man muss aufpassen, dass man nicht doch Leute verschreckt, die auf den Preis gucken." (nimü)

Das vollständigen Bericht lesen Sie in der jüngsten MM-Ausgabe (23/2017), erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.

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EXMalleurlauber / Hace over 2 years

Aus Unternehmersicht kann ich die Aussage von Michael Frenzel nachvollziehen. Auf Mallorca kann passieren was will, die Urlauber und Urlauberinnen kommen wie Herdentiere in Massen auf die Insel geströmt und bekommen so gut wie nichts geboten.

kai schwerte / Hace over 2 years

Dann soll er bitte mal mit mir raus in die Natur gehen dann zeige ich Ihm die Folgen !

MarieJosé / Hace over 2 years

Geldgeiles Volk

Mike / Hace over 2 years

Klar. Wäre ich Reiseanbieter, würde ich auch immer versuchen 200% an den Mann zu bringen.