Mallorca-Hotelunternehmer setzt auf den Wandel

| Playa de Palma, Mallorca |
2015 als erstes Fünf-Sterne-Hotel an der Playa de Palma zu neuem Leben erweckt, seit 2016 gehört das Garonda zur Marke Pure Salt

2015 als erstes Fünf-Sterne-Hotel an der Playa de Palma zu neuem Leben erweckt, seit 2016 gehört das Garonda zur Marke Pure Salt.

Foto: Patricia Lozano

Wenn Miquel Amengual Delgado auf sein Smartphone blickt, dann kontaktieren in künftige Hotelgäste aus aller Welt: Ein Japaner möchte wissen, wie er vom Flughafen Palma am besten ins Hotel gelangt, ein Kanadier interessiert sich für spezielle Gerichte und ein Russe fragt nach der Temperatur des Meerwassers. Seitdem der Hotelbetrieb per Internet auf den direkten Zimmerverkauf an Endkunden setzt, hat die Zahl derartiger Anfragen deutlich zugenommen. "Anders als bei einem Reiseveranstalter hast du es nicht mehr nur mit Zimmerkontingenten zu tun, sondern lernst deine Gäste, ihre Namen, Wünsche und Erwartungen direkt kennen. Es kommt zu ganz persönliche Kontakten von Mensch zu Mensch."

Miquel Amengual ist Vertriebs- und Marketingchef des mallorquinischen Hotelunternehmens MAC. Die Initialen stehen für den Namen seines Vater Miquel Amengual Cifre, hinter dem Familienkonzern stehen so unterschiedliche Übernachtungsbetriebe wie der Ferienclub MAC in Alcúdia oder die Fünf-Sterne-Luxushotels der Marke Pure Salt in Port Adriano und an der Playa de Palma.

Insbesondere der Wandel an der Strandmeile von Palma ist zu einem wichtigen Teil von der Unternehmerfamilie mitangestoßen worden. Sie sorgte mit der Integralsanierung des Hotels Garonda dafür, dass im Jahr 2015 nach Jahrzehnten erstmals wieder ein Fünf-Sterne-Haus an der Playa de Palma zu finden war (Höhe Strandkiosk 8). Im Jahr darauf rief die Unternehmerfamilie zusätzlich ihre Edelmarke ins Leben, die übersetzt ins Deutsche "Reines Salz" bedeutet und für gediegene Strandhotels mittlerer Größe steht. "Es handelt sich um Boutique-Hotels am Meer. Sie weisen nicht mehr als 150 Zimmer auf. Hinzu kommt, sie müssen von ihrer Architektur und ihrer Innenausstattung her modern geprägt sein und Gäste ansprechen, die einen gehobenen Anspruch haben." Ein Ausbau der Marke mit ihren zwei Häusern auf Mallorca ist derzeit nicht vorgesehen, aber auch nicht ausgeschlossen.

Nach Miquel Amenguals Worten haben die Gäste das neue Qualitätskonzept sehr gut angenommen. "Pure Salt ist zwar Englisch, wird aber auf nahezu der ganzen Welt verstanden. Der Begriff hat neben der Reinheit auch etwas sehr Mediterranes, denn bereits die Phönizier trieben mit dem in Salinen gewonnen Meersalz auf ihren weiten Seereisen Handel."

Die Aufwertung des Garonda-Hotels von vier auf fünf Sterne - ein Zimmer kostet einer Stichprobe zufolge derzeit um die 429 Euro - habe sich für das Unternehmen rentiert. "Wir locken jetzt eine Kundschaft an die Playa de Palma, die es hier vor der Modernisierung nicht gab." Es handle sich um Individualreisende mit gehobener Kaufkraft aus aller Welt. "Das sind Menschen, die sich tagsüber kaum im Hotel aufhalten, weil sie unterwegs sind, um die Insel kennenzulernen oder weil sie ihren Sport- und Freizeitaktivitäten nachgehen."

Die Bundesbürger stellen unter den Gästen ein gutes Drittel, doch das Besucheraufkommen ist deutlich internationaler als früher. Allein im vergangenen Jahr lag der Anteil der Nordamerikaner bei sieben Prozent. Insgesamt verzeichnete das Haus Gäste aus rund 100 Nationen.

Miquel Amengual ist sicher, dass der Wandel an der Playa hin zu mehr Qualität anhalten wird. Die großem Investitionen, die in den vergangenen Jahren durch die Privatwirtschaft erfolgten, werden das Image der Playa weiter ändern. Mallorca habe alles, um mit den besten Urlaubszielen rund um den Globus mithalten zu können. Insbesondere die Besucher aus Übersee seien ein Beleg dafür: "Die Playa de Palma gefällt auf der ganzen Welt."

Die Unternehmerfamilie will die Entwicklung an der Strandmeile von Palma weiter mitgestalten. Neben dem Garonda besitzt sie dort seit dem Jahr 2000 die Drei-Sterne-Hotelanlage Hotel Mac Paradiso Garden. Sie weist 133 Zimmer auf und soll im kommenden Winter modernisiert und auf Vier-Sterne-Niveau aufgewertet werden.

Die Familie Amengual ist seit Jahren im Tourismus auf Mallorca engagiert. Vater Miquel Amengual hatte in Pollença als junger Kellner begonnen und sich in Hotels an der Cala Sant Vicens, in Formentor und bei Meliá hochgearbeitet. 1976 machte er sich als Unternehmer selbstständig, mietete das Garonda-Hotel und erwarb es, als es von den Eigentümern zum Kauf angeboten wurde. 1980 eröffnete er zudem an der Playa mit dem L'Arcada eines der ersten Pizza-Restaurants auf der Insel, das zudem Platz für bis zu 600 Gäste bot. 1988 kam der heutige Club MAC bei Alcúdia hinzu, ein weitläufiges Gelände, das aus den drei Hotels Marte, Júpiter und Saturno bestand. Nach der kompletten Umgestaltung entstand dort das erste All-inclusive-Resort der Insel, das sich mit einem ausgeprägten Freiluft- und Unterhaltungsprogramm ausschließlich an britische Familien richtet, die per Reiseveranstalter nach Mallorca gelangen.

2002 erwarb Unternehmer Amengual 51 Prozent des Hotels Port Adriano, 2012 übernahm er das Luxus-Hotel ganz. Im Winter 2014 wurde dann die Modernisierung des Garonda in Angriff genommen, das dann 2015 als Fünf-Sterne-Hotel seine Pforten öffnete. Patriarch Miquel Amengual steht noch heute dem Familienunternehmen vor, hat aber die kommende Generation intensiv ins Management eingebunden. Neben Miquel Amengual junior üben auch seine beiden Schwestern Aina und Begoña Amengual Führungsverantwortung aus - Kurs: Zukunft.

(aus MM 25/2017)

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Urlauber / Vor über 2 Jahren

Und wenn die Hotels noch teurer werden, die Qualität eines Urlaubes auf Mallorca wird deswegen auch nicht besser!

sandra / Vor über 2 Jahren

Nachttische von Ikea? , da kann ich für (ab)450,- Euro pro Nacht aber mehr erwarten. Ich finde das schon wieder lustig. Stell mir schon vor , wie der Gast bei diesem Nachttisch versucht , seine gewöhnlichen dinge wie Handy , Uhr etc. ablegt und sich wundert das er zum einen sehr klein ist und zum anderen bestimmt auch schön wackelt . Mein Tipp: gegen einen größeren und mit einer Schublade ausgestatteten Tisch aufstellen. Kann ja auch von Ikea sein :)