Nach Niki-Pleite: Wie komme ich jetzt auf die Insel?

| Mallorca |
Viele Reisende sind nach der Niki-Pleite verunsichert.

Viele Reisende sind nach der Niki-Pleite verunsichert.

Foto: iStockphoto / Mikkelwilliam

Nach dem Verschwinden der Air-Berlin-Tochter Niki, die zuletzt die Mallorca-Verbindungen der vormals zweitgrößten deutschen Airline durchgeführt hat, fragen sich viele Inselresidenten und Urlauber, wie es im kommenden Jahr mit den Mallorca-Verbindungen weitergeht. Fakt ist: Seit einer Woche bleiben die Flugzeuge der österreichischen Fluggesellschaft am Boden, sämtliche Flüge auf die Insel und von der Insel nach Deutschland sind gestrichen. Der einstige Mallorca-Shuttle existiert nicht mehr. Was haben die Verbraucher zur kommenden Sommersaison zu erwarten?

"Was die Slots, also Start- und Landerechte angeht, kann ich nur auf die Behörden verweisen. Ihnen obliegt es, diese gegebenenfalls an andere Airlines neu zu vergeben, dazu ist es jetzt aber noch zu früh", sagt Cord Schellenberg, der besorgten Residenten und Touristen gleichzeitig die Angst nehmen will. "Die Nachfrage nach Mallorca ist sehr hoch", so der renommierte Luftfahrtexperte aus Hamburg weiter.

"Gerade die Verbindungen in den deutschsprachigen Raum, aber auch nach Großbritannien und Skandinavien sind gefragt. Die Airlines müssen Mallorca also quasi anfliegen und ich bin überzeugt davon, dass sich die guten Zahlen von diesem Jahr auch im kommenden Sommer fortsetzen." Spanien profitiere weiterhin von der Schwäche anderer Urlaubsländer. Allerdings müssten die Fluggesellschaften vor allem im Sommer darauf achten, dass auch die Hotels auf der Insel noch Kapazitäten haben. "Ansonsten fliegen sie leer, weil die Urlauber keine Herberge mehr finden." Dies wiederum könnte sich, wie in vergangenen Jahren auch, 2018 wieder auf die Preise auswirken. "Der Wettbewerb ist da, die Preise werden relativ günstig bleiben", so Schellenberg. "Natürlich werden sie im Hochsommer steigen, aber es wird auch immer Phasen geben, in denen man zu Tiefstpreisen fliegen kann."

Schellenberg glaubt, dass es in naher Zukunft keinen besonders starken Marktführer - wie es einst Air Berlin war - auf Mallorca geben wird. "Das wird sich auf die einzelnen Airlines verteilen. Irgendwann dachte man mal, Ryanair könnte zum neuen Platzhirsch werden, aber die Entwicklungen der vergangenen Wochen - Pilotenmangel und Unzufriedenheit beim Personal - haben gezeigt, dass auch diese Airline nicht unbegrenzt wachsen kann." Auch andere Fluggesellschaften wie Easyjet oder Eurowings hätten bisweilen mit solchen Problemen zu kämpfen.

Zusammenfassend, so Schellenberg, könne man sagen, dass die Flüge von und nach Mallorca auch im kommenden Jahr wieder garantiert sind und auch an der Preisschraube nicht allzu stark gedreht werden dürfte.

Die meisten deutschen Airlines planen, ihr Flugangebot im kommenden Sommer nach Mallorca sogar auszubauen. Die Eröffnung von Basen in Palma durch Eurowings, Easyjet und Germania spricht ebenfalls dafür, dass die deutschen Airlines auch weiterhin auf den Flughafen Mallorca als eines ihrer wichtigsten Ziele setzen. Air Europa und Air Nostrum bauen ferner ihr Angebot auf die Nachbarinsel aus. Der Ferienflieger Condor hat bereits diesen Winter zusätzliche Strecken von und nach Palma ins Programm genommen, damit Kunden, die von der Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki betroffen sind, ihren Winterurlaub antreten können und im kommenden Jahr soll die neue Balearics-Airline von Thomas Cook an den Start gehen.

Problematisch könnte die Situation indes vor allem für Tierhalter werden. Von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus bieten bisher noch Lufthansa, Condor, Tuifly, Swiss und Germania die Tiermitnahme sowohl in der Kabine als auch im Frachtraum an. Diese muss zusätzlich gebucht werden. Da diese Airlines den Flugbetrieb von und nach Mallorca im Winter aber stark ausdünnen oder ganz einstellen, geraten Urlauber oder Teilzeitinsulaner mit Hunden, die aufgrund ihrer Größe nicht in der Kabine mitfliegen können, unter Druck.

"Wir werden uns im Notfall von unserer Wohnung auf Mallorca trennen müssen", erklärt MM-Leser Jörg Briesemeister aus der Lüneburger Heide, der keine Möglichkeit mehr sieht, seinen Hund Wiskey im Winter von Hamburg oder Hannover aus auf die Insel zu bringen. Briesemeister hat einen Brief an die Lufthansa-Gruppe verfasst, in dem er das Problem, das er mit vielen anderen Mallorca-Residenten teilt, schildert. Noch wartet er auf die Antwort.

Der Bericht ist Teil des Themas der Woche im neuen MM. Die vollständige Berichterstattung lesen Sie in der jüngsten Ausgabe (51/2017), erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.

Lesen und kommentieren Sie auch den Leitartikel "Neuordnung am Himmel. Mallorca und seine Flugverbindungen" im MM-Blog.

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Hiebaum / Vor über 3 Jahren

Ja liebe Hundebesitzer Loest Eure Wohnungen auf- wir brauchen diese fuer Personal Super Ausserdem tut man den Hunden ja eh nichts Gutes,wenn Sie immer fliegen muessen Frohes Fest

Swen / Vor über 3 Jahren

Super! Jeder Köter weniger auf der Insel ist gut.