Flüge von und nach Mallorca: Der Kuchen wird neu verteilt

| Palma, Mallorca |
Der Flughafen von Palma wird das ganze Jahr hindurch angeflogen. Zugegeben, im Winter ist deutlich weniger los.

Der Flughafen von Palma wird das ganze Jahr hindurch angeflogen. Zugegeben, im Winter ist deutlich weniger los.

Foto: R.L.

Der Winter 2017/18 ist ein ungewöhnlicher am Flughafen von Palma. Nach der Insolvenz von Air-Berlin-Nachfolger Niki werden die Karten neu gemischt. Niki-Flüge von und nach Mallorca gibt es nicht mehr. Und so mancher Resident hat das Gefühl, dass nicht mehr so viele Verbindungen zwischen der Insel und Deutschland existieren, wie im vergangenen Jahr. Doch das ist nicht der Fall. Wenn man sich die Statistik anschaut, dann ist zu erkennen, dass in jedem der drei bisherigen Wintermonate mehr Flieger aus Alemania kommend in Palma gelandet sind als ein Jahr zuvor. In Klammern die Zahlen aus dem Vorjahr. November: 1087 (798). Dezember: 662 (630). Januar: 579 (555).

Natürlich beäugen auch Reiseveranstalter die Situation genauestens. Denn Sie wollen ihre Kunden per Flieger in den Pauschalurlaub schicken. Susanne Stünkel, Pressesprecherin der Tui Deutschland, meint: „Das Fehlen von Niki- und Air-Berlin-Flügen nach Mallorca konnte in diesem Winter gut von anderen Airlines kompensiert werden. Auch unsere eigene Airline Tuifly hat für die aktuelle Saison über 100 Zusatzflüge nach Mallorca aufgelegt.”

Condor hat Mallorca sogar neu ins Programm genommen und die Insel von Köln-Bonn, Düsseldorf, Frankfurt und München aus bedient. Im ursprünglichen Winterprogramm des Ferienfliegers war Palma gar nicht vorgesehen.

Ganz stark in die von Niki aufgerissene Lücke gesprungen ist Eurowings. Aktuell fliegt die Airline 87-mal pro Woche aus dem deutschsprachigen Raum nach Mallorca. „Im vorigen Winter hatten wir nur 32 Flüge pro Woche. Die Steigerung beträgt also 270 Prozent”, rechnet Eurowings-Pressesprecher Matthias Burkard vor. Wie bei den anderen Fluglinien auch sind einige neue Abflughäfen in Deutschland hinzugekommen, mit denen Palma früher nicht verbunden war.

Eurowings sieht Mallorca nicht nur als Sommer-Sonne-Bade-Ziel, sondern erachtet die Insel auch im Winter als interessant. Daraus resultiert zum Beispiel, dass hier eine Basis eingerichtet wurde. Burkard: „Im Winter ist die touristische Nachfrage natürlich nicht so stark. Wir haben aber gerade in diesem Bereich so kräftig aufgebaut, dass wir einige Ziele auch im Winter anbieten können – und müssen, um Flugzeuge und Crew auszulasten. Da ist Mallorca unser Ziel erster Wahl.” Die Insel sei auch im Winter anziehend. „Und viele Menschen haben Häuser und Wohnungen auf Mallorca, die sie auch in der Winterperiode flexibel nutzen wollen.”

Ähnlich sieht man es bei Germania. Sprecherin Marie Luise Gloystein: „Mallorca ist nach wie vor ein beliebtes Winterreiseziel, daher wird Germania im nächsten Winter von weiteren Flughäfen ganzjährig nach Palma fliegen.”

Dass der eine oder andere Mallorca-Resident es trotzdem als schwierig empfand, zwischen der Insel und Deutschland hin- und herzureisen, kann mit einer Verschiebung der Flüge zwischen Airports zusammenhängen. Jörgen Bongartz, Bereichsleiter Flug bei Reiseveranstalter DER Touristik: „Von Düsseldorf und Berlin gibt es mehr Flüge, von Dortmund, Paderborn und Saarbrücken weniger.” Betroffen ist auch Hamburg. Während es im November noch mehr Landungen von in der Hansestadt gestarteten Fliegern in Palma gab als im Vorjahr (102 statt 84), sah es im Dezember und im Januar ganz anders aus. Im Dezember sank die Zahl von 90 auf 79 im Januar von 93 auf 73.

Zu einem mangelnden Erfolgserlebnis bei der Suche nach dem optimalen Flug führen kann auch, dass einige deutsche Flughäfen im Winter nicht täglich an Palma angebunden sind. Das betrifft bis Mitte beziehungsweise Ende März auch Airports wie Düsseldorf und Frankfurt.

Im Sommer setzen viele Airlines wieder stark auf Mallorca. Easyjet bedient bisher in Deutschland nur Berlin (Tegel und Schönefeld) und hat 43 Verbindungen. In dieser Woche wurde bekannt, dass es außerdem vier Flüge pro Woche von und nach Stuttgart geben wird.

Germania hat 75 Verbindungen aus dem deutschsprachigen Raum, Condor fliegt 104-mal, Ryanair 90-mal. Hinzu kommen andere Airlines wie Laudamotion, Lufthansa, Tuifly oder Small Planet, die zum Beispiel Vollcharter-Flüge für DER Touristik durchführt.

Die Zahlen sind der jetzige Stand. Aber nicht unbedingt endgültig. So sagt beispielsweise Susanne Rihm von Condor: „Aktuell haben wir keine Flüge von Berlin-Schönefeld im Programm. Das kann sich jedoch noch ändern, da unsere Flugpläne dynamisch sind und sich immer wieder verändern können. Gerade bei den aktuellen Entwicklungen auf dem Airline-Markt ist dies nicht ausgeschlossen.”

Fest steht aber Folgendes: Am stärksten engagiert sich hinsichtlich der Verbindungen zwischen Deutschland und Mallorca im kommenden Sommer Eurowings. Sprecher Burkard: „Wir bauen unser Angebot von 203 Flügen pro Woche im Sommer 2017 auf fast 370 pro Woche im kommenden Sommerflugplan aus. Das ist beinahe eine Verdoppelung, ausgehend von einem bereits sehr hohen Niveau.” Eurowings will am Flughafen PMI eine Hauptrolle spielen.

SO WAR ES IM WINTER

Die Zahl der aus Deutschland kommenden Flüge im November nach Palma liegt mit 1087 nicht nur deutlich über der des Vorjahrs (798), sondern weist einen gewaltigen Sprung auf. In den vergangenen Jahren lag die Zahl meistens zwischen 700 oder 800 oder knapp darüber. Vor zehn Jahren, 2007, waren es aber auch schon mal 1179 Landungen. Die Zahl der Landungen im Dezember (662) war seit Ende 2010 instabil und hat jetzt wieder die damalige Marke (657) übertroffen. Die Januar-Zahlen bewegen sich seit einigen Jahren oberhalb der 500er Marke. Früher waren es deutlich mehr als die aktuellen 579: Im Januar 2008 landeten 916 Flieger aus Deutschland kommend in Palma, dann sank die Zahl dank der Krise.

(aus MM 8/2018)

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Armin / Vor etwa 1 Jahr

Tja, der Kuchen wurde leider sehr ungleichmäßig neu verteilt. Aktuell (23-Apr-2018) gibt es laut PMI Webseite von München gerade mal 5 - 6 Flüge am Tag nach Palma. Von Düsseldorf, Köln oder Frankfurt fliegen dagegen jeweils täglich mindestens 10 Maschinen nach Palma... Von München nach Palma saß ich aber noch immer in vollen Maschinen von Air Berlin, Niki, Transavia letztes Jahr. Alle 3 sind weggebrochen, und die wenigen Fluggesellschaften, die München - Palma noch bedienen verlangen jetzt weit über €300 pro Flug. Da hat der Verbraucherschutz mal wieder richtig daneben gegriffen...

Mats / Vor etwa 1 Jahr

Ja bitte fliegt alle nach "Bulle" was für ein Segen wäre das !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Steve / Vor etwa 1 Jahr

Hola, ich glaube nicht an die gleiche Anzahl von Starts aus Deutschland! Oder es waren zu Weihnachten immer weniger, aber waren es auch die gleiche Anzahl an Passagieren? Nein, durch die völlig überzogenen Preise sind viele nicht geflogen und die, die bei Nikki gebucht hatten, hätten kurzfristig auf Eurowings wechseln müssen, mit einer unglaublichen Rate- das haben viele nicht gemacht und immer noch kommen nicht mehr die Anzahl an Menschen auf die Insel! Schade für die Menschen die ihren Lebensunterhalt davon bestreiten!

Thomas / Vor etwa 1 Jahr

Hajo Hajo kommentiert alles - außer Sport

Hajo Hajo / Vor etwa 1 Jahr

bluelion@ stimme voll zu. Ergänze, die Veranstalter haben knallhart verhandelt und natürlich nicht nur mit den Hotels, sondern auch den Fluggesellschaften.. Die Rabatte auf Flüge für Veranstalter muss dann der normale Flugpassagier mit überhöhten Ticketpreisen und Bordservice subventionieren.

bluelion / Vor etwa 1 Jahr

Das Ganze riecht stark nach illegaler Preisabsprache. Hier kocht jeder ab, soviel er nur kann. Der Wettbewerb ist mehr oder weniger eingestellt. Dazu kommt aber auch noch, daß viele Ferienflieger nur die Hotels voll machen sollen, aber nicht auf den Individualverkehr ausgerichtet sind. Kurz- und mittelfristig werden die explodierten Preise daher ihre Gültigkeit haben....

Hajo Hajo / Vor etwa 1 Jahr

Also ich habe noch getestet, was die Alternativen sind? Leute fliegt nach "Bulle" statt "Malle", da ist alles fast die Hälfte billiger inkl. Hotel. Auch die Türkey wird wieder interessant. Da und dort kann man für bis 400 Euro AI für 2 Wochen buchen. Das ist keine Utopie. Einfach mal nur den Abflug und die Zeiten eingeben, aber kein Urlaubsziel. Dann bekommt man eine Auflistung weltweiter Angebote. Sehr interessant.

Hajo Hajo / Vor etwa 1 Jahr

OTF@ meine Freunde weichen nach Memmingen aus. Leider hat Rayan auch den Braten gerochen und die Preis angehoben. Aber sie sind immer noch um 50% billiger und wenn man Glück hat noch darunter. Kommt auf die Zeit an. Parken ist auch billig und dann gibts noch den Express mit Bahn oder Flixbus vom Hauptbahnhof nach Memmingen für wenig Geld.

Hajo Hajo / Vor etwa 1 Jahr

Carneval@ So ist es. Ich habe nun mehrere Buchungstest gemacht und sie zeigen nur, wie sich die Gesellschaften der Situation bedienen. Trittbrettfahrer !!! Preise zum Fürchten und man fragt sich, wie sind sie denn früher über die Runden gekommen, also bis vor der AB-Pleite? z.B. sind die Kosten für Start- und Landerechte auf den Airports so gut wie gleich geblieben und die Lohnkoten etwa auch. Trotzdem verlang sie für dass sogeannte "ServiceFee" bis das Doppelte mehr. Für die Bezahlarten geht das nun nicht mehr, weil man ihnen da den Riegel vor geschoben hat. Also versuchen sie es über jede Art von Service, der früher inklusive war. Lockangebote der Buchungsportale eingeschlossen. Kofferaufschläge variieren von 19 - 34 Euro hin und das gleiche zurück. Man erklärt das z.B mit Spritverbrauch. Der Witz ist, der Literpreis am Airport ist aber gleich geblieben. Dümmer noch, man wolle der Umwelt dienen. Aha, dann dürften sie ja gar kein Gepäck mehr befördern, statt es trotzdem zu tun, aber mit Aufpreis. Ach ja - und wer ist schuld. Klar, die Aktionäre !!

Carneval / Vor etwa 1 Jahr

Der Kuchen wird neu verteilt. Für die Fluggäste bleiben nur die Krümel, welche vom Tisch fallen. Unmögliche Abflugzeiten - egal von oder nach PMI - dafür aber gesalzene Preise. Wer glaubt, daß AB und HG eines "natürlichen Todes" gestorben sind, hat den Donner nicht gehört. Den Luftfahrtgrößen waren die ein Dorn im Auge und mußten weg. Jetzt wird der Kuchen neu verteilt.