Palmanova und Magaluf sehen sich "auf dem richtigen Weg”

| Palmanova, Calvià, Mallorca |
Der Strand von Magaluf steht für weißen Sand und türkises Meer, für Hochhäuser und Party-Hochburgen, für modernisierte Hotels wi

Der Strand von Magaluf steht für weißen Sand und türkises Meer, für Hochhäuser und Party-Hochburgen, für modernisierte Hotels wie etwa die Betriebe der mallorquinischen Kette Meliá.

Foto: David Ramos / Ultima Hora

So unterschiedlich die beiden Küstenorte und ihre Besucher auch sein mögen, sie werden beide von ein und demselben Hotelverband bewirtschaftet. Die Rede ist von Palmanova und Magaluf, die im Südwesten von Mallorca dicht beieinander liegen und mehrheitlich von britischen Urlaubern geprägt sind. Doch während in Magaluf traditionell eher ein Tourismus von Studierenden und jungen Erwachsenen vorherrscht, sind es in Palmanova vor allem Familien von höherer Kaufkraft und ältere Ehepaare, die dort die Strände unter südländischer Sonne genießen.

Allerdings macht sich in beiden Orten, die jeweils zur Hälfte knapp 30.000 Gästebetten stellen, ein Wandel bemerkbar: Der Besucheranteil der Briten war in dieser Saison um 3,4 Prozent rückläufig, in die freiwerdenden Plätze rückten Spanier und Urlauber aus vielen anderen Ländern, wie Russland, Portugal, Italien, Frankreich und Deutschland nach. Das heißt, die Internationalität in den beiden vom Brexit bedrohten Urlauber-Hochburgen nimmt zu.

Auch die Qualität der Gäste hat sich im Vergleich zu den Vorjahren aufwärts entwickelt, versicherte der Präsident des Hotelverbandes Palmanova-Magaluf, Sebastián Darder, Ende Oktober auf der Bilanzpressekonferenz zur Sommersaison. Die Gründe aus seiner Sicht: Zum einen die Anstrengungen der Hoteliers, ihre Unterkünfte durch Investitionen zu modernisieren und die Sterne-Kategorien auszubauen. Das habe zu höheren Hotelpreisen geführt, so dass Stammgäste mitunter fernblieben, dafür aber neue Gäste von höherer Kaufkraft hinzugewonnen werden konnten.

Das Gästeaufkommen lag auf dem sehr hohen Vorjahresniveau, die Gewinnerträge fielen indes geschmälert aus. Zum einen mussten die Drei-Sterne-Hotels die Preise um 3,25 Prozent, die Vier-Sterne-Häuser um drei Prozent senken, aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs. Zum anderen seien die Produktionskosten gestiegen. Auch weil in den 87 Hotels in diesem Sommer mit rund 6000 Beschäftigten (plus 15 Prozent gegenüber Vorjahr) so viele Menschen angestellt waren wie noch nie.

Ein anderer Grund für die Zunahme der Gästequalität sei die seit wenigen Jahren gemeinsam mit den Sicherheitskräften verfolgte „Null-Toleranz-Politik” gegen unzivilisiertes Verhalten der Gäste, Delikte und Straftaten. Das Vorgehen zeige erste Früchte und belege den Image-Wandel, den man insbesondere für die neuralgische Partymeile von Magaluf, der 200 Meter langen „Punta Ballena”-Zone anstrebe. Ziel sei es zudem, durch die koordinierte Polizeiarbeit den Urlaubern eine sichere Destination zu bieten, frei von Exzessen und Kriminalität. Die gesunkenen Zahlen der Straftaten bestätigten den Trend. „Wir befinden uns damit auf dem richtigen Weg”, konstatierte Darder.

Am Rande der Medien-Runde wurden Darders Hotelierskollegen konkreter: Insbesondere die Clubs der berüchtigten Partyzone, die früher mit Billig-Alkohol-Aktionen und „Pub-Crawls” lockten, haben Einbrüche der Gästezahlen um 50 Prozent erlitten. Die wilden Zeiten in Magaluf seien vorbei. Insbesondere der 2014 per Internet weltweit bekannt gewordene „Blow-Job-Skandal”, bei dem es um einen sexualisierten Wettbewerb in einer der Bars gegangen war, sei der absolute Tief- und Wendepunkt gewesen. „Damals waren wir uns alle einig – so darf es nicht weitergehen”, sagte ein Hotelier der Zone.

Den Qualitätzuwachs macht Präsident Darder auch an anderen Zahlen fest: So habe es mit dem Zafiro Palace in diesem Sommer erstmals ein Fünf-Sterne-Haus in Palmanova gegeben. 2019 werde mit dem Fergus Tobago, vorbehaltlich der Genehmigung, erstmals auch in Magaluf ein Luxus-Hotel den Betrieb aufnehmen. Insgesamt stellen die Vier- und Fünf-Sterne-Häuser mittlerweile einen Anteil von 66 Prozent. Im Jahre 2011 waren es keine 30 Prozent.

(aus MM 43/2018)

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