Sie setzt die Robinson-Philosophie auf Mallorca um

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Natürlich fällt für Clubchefin Tina Grünold auch viel Schreibtischarbeit an.

Natürlich fällt für Clubchefin Tina Grünold auch viel Schreibtischarbeit an.

Foto: nimü
Natürlich fällt für Clubchefin Tina Grünold auch viel Schreibtischarbeit an.

Wenn Tina Grünold durch den Robinson-Club Cala Serena schlendert, dann wird ihr nicht langweilig. Hier sagt sie „Hallo”, dort plaudert sie mit einem Urlauberpärchen oder freut sich ein paar Meter weiter darüber, dass Stammgäste mal wieder den Weg in den Club in Cala d’Or gefunden haben. Und immer hat die 43-Jährige ein fröhlich-vergnügtes Lächeln im Gesicht.

Tina Grünold ist seit Herbst 2018 die Clubdirektorin der beliebten Ferienanlage und macht ihren Job mit Leib und Seele. Was entgegnet sie, wenn Kritiker behaupten, die zuvorkommende Freundlichkeit im Cluburlaub sei nur aufgesetzt? „Wenn das jemand so empfindet, muss man das respektieren. Aber das kann gar nicht aufgesetzt sein. Entweder man liebt es oder nicht. Das kannst du nicht spielen. Es geht um den Menschen.”

Die Clubchefin wurde in Gera geboren, wuchs zunächst in Thüringen auf und zog als Zwölfjährige mit ihrer Familie nach Karlsruhe. Nach der Schule absolvierte die heute 43-Jährige eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. „Mein Ziel war immer die große weite Welt”, erinnert sich Tina schmunzelnd. Und so ist es nur konsequent gewesen, nach der Ausbildung für die Tui als Reiseleiterin an die türkische Riviera zu gehen. Schon ein Jahr später dann der Wechsel zu Robinson, wo sie, abgesehen von Ausflügen in die klassische Hotellerie, den größten Teil ihres bisherigen Berufslebens verbracht hat. Nebenbei studierte Tina noch Tourismus und später Golfbetriebsmanagement. 2012 kam sie erstmals zum Arbeiten nach Mallorca und wurde an der Cala Serena Stellvertreterin des damaligen Clubdirektors Holger Reinshagen. „Ich mag die Robinson-Philosophie wirklich gerne”, betont die Touristikerin glaubhaft. Denn für einen Job wie den ihren muss man sozusagen geboren sein. Immerhin geht es im Normalfall Tag für Tag bis Mitternacht. „Es ist anders als bei einem Hoteldirektor in der klassischen Hotellerie. Wir sind viel näher am Gast dran. Du musst Kreativität mitbringen, sprechen und moderieren können. Und auch belastbar sein. Während für einen Hotel- direktor vielleicht um 20 oder 21 Uhr alles gelaufen ist, hat man an einen Clubchef eine andere Erwartungshaltung. Wir begrüßen sie im Restaurant, moderieren am Abend die Shows und plaudern danach mit den Gästen an der Bar.”

Wie für Clubdirektoren und deren Stellvertreter üblich, wohnt Tina mit ihrem Mann Atakan Yildiz, Golflehrer des Robinson-Clubs Cala Serena, sowie den beiden gemeinsamen Kindern Can Luca (sechs) und Kayra Lucia (vier) auf der Anlage. Die Geschwister gehen in Calonge zur Schule und sind echte Insulaner. „Sie bezeichnen sich als Mallorquiner”, verrät Tina, die den Nachwuchs aus dem Arbeitsalltag raushalten will. „Am Clubleben nehmen sie selten teil. Urlaub ist Urlaub und reales Leben ist reales Leben. Sie sollen nicht denken, dass alle Menschen immer freundlich sind und jeder jeden duzt.” Die Anrede „Sie” ist auch heute noch im Cluburlaub verpönt.

Auf Mallorca fühlt sich die gebürtige Thüringerin wohl. „Ja, Mallorca gefällt mir sehr gut. Es ist eine wunderschöne Insel und man hat alle Möglichkeiten.” Ob sie allerdings auch in ein paar Jahren noch hier ihren Lebensmittelpunkt haben wird, das vermag Tina heute noch nicht zu sagen. „Bei uns Touristikern ist immer etwas Bewegung, das ist Teil unseres Jobs. So wie bei Diplomaten.”

An ihrem Beruf gefällt der Clubchefin vor allem, dass sie immer wieder ihre Kreativität einbringen kann, zum Beispiel bei der Organisation von Partys und anderen Events sowie „der Kontakt mit den Menschen”. Und weil sie nah dran ist am Gast, bemerkt sie auch, wie sich der Cluburlaub im Laufe der Jahrzehnte ein wenig wandelt. „Früher waren die Zimmer puristisch eingerichtet, Fernseher gab es nicht. Es ging darum, draußen zu sein und etwas zusammen zu machen. Heute ist Komfort mehr gefragt. Vor 30 Jahren war die Animation auch noch anders. Heute gilt die Devise ,Du kannst alles, musst aber nichts’. Und es gibt keine Gästeshows mehr.” Früher wurden oft bis zu drei Tage dafür aufgewendet, zusammen mit Urlaubern ein Showprogramm auf die Bühne zu bringen. „Aber der Gast hat sich verändert. Der Mensch hat heutzutage mehr Stress, die Anforderungen sind höher. Er ist dankbar dafür, das tun zu können, was er gerade machen möchte und braucht einfach mehr Zeit für sich.”

Zum Arbeitsalltag einer Clubdirektorin gehört natürlich auch einiges an Schreibtischarbeit. Und da nimmt ein bevorstehendes Projekt aktuell einiges an Platz ein: 2020 begehen die Robinson-Clubs den 50. Geburtstag des Unternehmens. Nacheinander gibt es eine Feier-Woche in jedem der 24 Robinson-Clubs und der an der Cala Serena macht vom 26. April bis zum 3. Mai den Anfang. Den Schlusspunkt setzt man 2021 im Club Jandia Playa auf Fuerteventura. Ein Highlight jeder Feier- woche ist der Auftritt von Popstar Sasha, der auf Mallorca wahrscheinlich am 1. Mai stattfinden wird. Ob Sasha exklusiv für die Cluburlauber singt oder auch Karten in den freien Verkauf kommen, steht noch nicht fest. Während der Geburtstagsfestivitäten auf der Insel, die zum Teil noch organisiert werden, wollen Tina Grünold und ihr Team noch weitere Promis einbinden. So wird beispielsweise der einstige „Bachelor” Paul Janke mit von der Partie sein, Choreograf Detlef D! Soost bietet einen Tanzkurs an.

(aus 52/2019)

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