Alltours-Chef: „Mallorca ist sicherer als Düsseldorf”

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Der deutsche Touristiker und Unternehmer Willi Verhuven ist Alleininhaber und Geschäftsführer der konzernunabhängigen Alltours-Gruppe, die neben Tui und DER Touristik zu den größten Reiseveranstaltern der Bundesrepublik zählt.

Der deutsche Touristiker und Unternehmer Willi Verhuven ist Alleininhaber und Geschäftsführer der konzernunabhängigen Alltours-Gruppe, die neben Tui und DER Touristik zu den größten Reiseveranstaltern der Bundesrepublik zählt.

Foto: Alltours

Der Reiseveranstalter Alltours ist mit seiner spanischen Hoteltochter Allsun der größte deutsche Bettenanbieter auf Mallorca. Alltours ist auch die Muttergesellschaft der spanischen Allsun-Hotels. Es handelt sich um 32 Übernachtungsbetriebe, davon allein 26 auf Mallorca, mit insgesamt 18.300 Betten. MM sprach mit Alltourschef Willi Verhuven über die jüngsten Entwicklungen auf der Insel in Sachen Coronaschutz, Lokalschließungen und Maskenpflicht.

Mallorca Magazin: Herr Verhuven, wie bewerten Sie die Schließung der Lokale in der Bier- und Schinkenstraße an der Playa de Palma?

Willi Verhuven: Die Sicherheit unserer Gäste steht für uns an erster Stelle. Daher begrüßen wir die Schließung der Partylokale, um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Das geschieht zur Sicherheit aller Urlauber – nicht nur auf Mallorca, sondern in ganz Spanien. Bei den Partytouristen handelt es sich nur um eine kleine Gruppe der Mallorca-Urlauber. Wir sehen aber an anderen Beispielen, wie wenige Menschen viele Infektionen auslösen können. Im Übrigen gehören Partytouristen nicht zu unserer Klientel. Unter unseren Gästen sind viele Stammgäste und Familien, die nach Mallorca reisen, um einen schönen, erholsamen Urlaub zu verbringen. Wir glauben, dass unsere Gäste die Schließung gutheißen.

MM: Wird diese Maßnahme, die für zwei Monate angesetzt ist, zu einem Einbruch der Nachfrage nach Mallorca führen?

Verhuven: Die Sicherheitsmaßnahmen werden zur Stabilität der Nachfrage beitragen. Mallorca besteht nicht aus Partytourismus. Die Insel hat viel mehr zu bieten, Sportangebote wie Tauchen, Windsurfing, Radfahren und Wandern, schöne Sandstrände, faszinierende Landschaften, eine reichhaltige Kultur und gastfreundliche Menschen.

MM: Wie bewerten Sie die verschärfte Maskenpflicht auf Mallorca? Schreckt sie Urlauber ab? Oder lässt sich angesichts der vielen Ausnahmen von der Maskenpflicht gleichwohl ein angenehmer Hotelurlaub auf Mallorca verleben?

Verhuven: Wir halten eine Maskenpflicht wie in Deutschland für sinnvoll. Masken sollten nur dort verpflichtend sein, wo die Ansteckungsgefahr groß ist, also zum Beispiel in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Natürlich kann das Tragen von Masken bei Temperaturen von über 30 Grad auch einige abschrecken. Wir sehen allerdings, dass die Gäste auf Mallorca ihren Urlaub genießen. Die Rückmeldungen sind, dass sie die durch Corona bedingten Einschränkungen akzeptieren. Es überwiegen deutlich die Vorteile wie viel Platz, die Insel in Ruhe erkunden zu können und leerere Strände einmal ganz anders zu erleben.

MM: Sind Sie mit der Nachfrage zufrieden? Wie hoch ist die Auslastung?

Verhuven: Die Nachfrage hat in den letzten Tagen nachgelassen. Die Auslastungen liegen zwischen 40 und 60 Prozent.

MM: Halten sich die Gäste an die Vorgaben wie Maskenpflicht und Mindestabstände?

Verhuven: Wir haben sehr viele Stammgäste. Sie sind ein anspruchsvolles und zugleich verantwortungsvolles Publikum. Daher haben wir keine Probleme.

MM: Ist Mallorca eine sichere Reisedestination?

Verhuven: Mallorca ist ein sicheres Reiseziel. Betrachtet man die Infektionszahlen der letzten Wochen, sicherer als Düsseldorf.


Die Alltours-Zentrale befindet sich im Düsseldorfer
Dreischeibenhaus. Ende 2021 will das Unternehmen
seinen neuen Sitz im Hafen beziehen. Foto: Alltours

Die Fragen stellte Alexander Sepasgosarian.

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen MM-Ausgabe (31/2020), erhältlich am Kiosk, auch in Deutschland, oder per E-Paper.

Lesen Sie dazu auch das MM-Editorial Den Sommer genießen – aber sicher!

Kommentar

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Majorcus / Vor 1 Monat

@Jürgen: Es war schon Absicht, dass Sie in Ihrer Aufzählung die Stadt, in der in Deutschland mehr Superreiche & Millionäre wohnen als anderswo, ausgelassen haben - München. Spannend, wenn Herr Verhuven eine Stadt im Ruhr-Pott (42,2 % Migranten-Anteil) mit einer Urlaubsinsel im Ausland vergleicht? Quelle Daten: Quelle: Landeshauptstadt Düsseldorf -. Amt für Statistik und Wahlen Ebenso unterschlägt der geschäftstüchtige Angestellte, dass die durch die Rückreisenden steigenen Corona-Erkrankungen genau so wie: „So gross ist das Ansteckungsrisiko im Flugzeug wirklich“ Quelle: www.nzz.ch/wissenschaft/coronavirus-so-gross-ist-das-ansteckungsrisiko-beim-fliegen-ld.1564003 Zusammenfassend - Hauptsache die Menschen buchen - danach ist alles egal verantwortungsvoll wäre die Ausgabe von amtlich geprüften FFP2-Masken an jeden Kunden ... P.S.: Wo wird pro Mensch mehr getestet? Auf Majorca oder in Düsseldorf - dann kennen Sie den wahren Hintergrung dieser gezielten Desinformation!

Metti / Vor 1 Monat

Klaus: die Aussage ist einfach Schwachsinn..Immer dieselbe Darstellung: Mallorca= Ballermann. Das können nur die sagen, die so einen Tourismus leben. Markus Eder: deine Vorstellung ist eher: Abschaffung aller Maßnahmen für Tourismus. Der QR Code ist sinnvoll. Das in Deutschland die Maßnshmen immer noch so lasch gehandhabt werden ist nicht in Ordnung. Da wird gefeiert ohne die AHA Regeln in Massen...heute die Demo. Was ist eigendlich euer Problem. Wenn ihr so weitermacht, kommt der Tourismus nicht nach Mallorca, weil Deutschland dann zum Risikogebiet wird. Aber macht fleissig weiter so....eure Freiheit ist ja wegen ner Maske in Gefahr...oh man..Früher wurden Freiheitskämpfe geführt, wegen wirklich wichtiger Freiheitsfragen....aber nicht wegen der beknackten Maske...gehts noch?

Jürgen / Vor 1 Monat

Ich habe das Interview gelesen und bin in einigen Sachen mit Ihnen der gleichen Meinung. Auseinander gehen unsere Ansichten mit der Schließung der Lokale an der Bier- und Schinkenstraße an der Playa de Palma. Die Berichterstattung in der Presse kann man leider teilweise nicht mehr ernst nehmen. Wir haben in D sicherlich viel mehr Probleme in Sachen Feiern (Stuttgart, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und so weiter.) Mit etwas Fantasie und gutem Willen hätte man dieses auch anders lösen können. Ich gehöre ganz sicher nicht zu den Party Touristen und verbringe auch nur die Wintersaison an der Playa de Palma, aber ich weiß, das doch viele meiner ehemaligen Mitarbeiter bei Alltours gebucht haben, um am Ballermann zu feiern. Da die Partytouristen nicht mehr zu Alltours Klientel gehören, müssen sich diese Touristen einen anderen Reiseveranstalter suchen.

Markus Eder / Vor 1 Monat

Wir sollten Scheindebatten vermeiden. Das eigentliche Problem Mallorcas sind nicht die niedrigen Infektionszahlen. Das eigentliche Problem des Tourismus auf den Balearen ist, dass verschärfte Maskenpflicht, QR-Code, und Quarantäne Pflicht für Briten die Inseln für Touristen einfach zu uninteressant macht. Auch der kürzliche Coronaausbruch in einem Iberostar Hotel auf Mallorca beunruhigt.

Klaus / Vor 1 Monat

Die Reiseunternehmen leben doch vom Sauftourismus auf Majorca und das merken die das die Einnahmen wegfallen

Hans-Werner / Vor 1 Monat

So kann man das Tourismusfiasko des Jahres 2020 schön reden: "Es überwiegen deutlich die Vorteile wie viel Platz, die Insel in Ruhe erkunden zu können und leerere Strände einmal ganz anders zu erleben." Kommentar eigentlich überflüssig.

Mela / Vor 1 Monat

Wie gut das man Mallorca ab dem Flughafen Düsseldorf erreichen kann !! Da kann man das Virus doch gleich mit ins Gepäck packen

Olaf Tausch / Vor 1 Monat

Wer will schon nach Düsseldorf? Und natürlich hat die Nachfrage nach Reisen auf die Insel nachgelassen, nach der Verschärfung der unsinnigen Maskenpflicht. Wann nimmt man endlich zur Kenntnis, dass Viren so klein sind, dass sie beim Atmen durch jede Maske gehen, wie durch offene Fenster? Und atmen muss man schließlich durch die Maske. Oder will man demnächst das Atmen verbieten?

Thomas Berthold / Vor 1 Monat

Als Alltours Chef würde oder müsste ich das wohl auch sagen

wala / Vor 1 Monat

Wirklich sicher? Gerade gelesen, dass 10 Personen in Peguera in einem Quarantäne Hotel untergebracht wurden.