Entscheidung zu Air Berlin und Niki verzögert sich

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Bis April 2017 war Air Berlin Platzhirsch auf Mallorca, dann übernahm Tochter Niki.

Bis April 2017 war Air Berlin Platzhirsch auf Mallorca, dann übernahm Tochter Niki.

Foto: as

Die Zukunft der Luftbrücke Mallorca-DACH klärt sich deutschen Medienberichten vom Freitag zufolge angeblich erst zum 12. Oktober. Ursprünglich hatte bereits am Montag nach der Bundestagswahl am 25. September Klarheit herrschen sollen.

Bei ihrer Sitzung am Donnerstag haben die Insolvenzverwalter offenbar nur eine Vorauswahl der aussichtsreichsten Bieter für die hochverschuldete Fluggesellschaft Air Berlin getroffen. In den Berichten, die sich auf ungenannte Verhandlungskreise berufen, werden vor allem der Lufthansa, Easyjet und dem Bieterkonsortium aus Niki Lauda, Thomas Cook und Condor Chancen eingeräumt, Air Berlin, Teile der Airline sowie die österreichische Tochter Niki zu übernehmen.

Air Berlin selbst teilte am Donnerstagabend mit, dass die Gläubigerausschüsse die vorliegenden Bieterangebote intensiv erörtert haben. "Der Generalbevollmächtigte der Air Berlin im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, Frank Kebekus, der vom Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingesetzte Sachwalter, Lucas Flöther, und der CEO der Air Berlin, Thomas Winkelmann, wurden beauftragt, die Verhandlungen mit den Bietern weiter zu führen und einen Abschluss anzustreben", hieß es ohne Angabe von Details.

Die künftige Struktur insbesondere von Niki ist von erheblichem Interesse für Mallorca-Flieger, da die österreichische Air-Berlin-Tochter - ob man will oder nicht - nach wie vor Marktführer am Flughafen Palma sowie die "dickste" Säule der Luftbrücke zwischen Mallorca und Deutschland, Österreich, Schweiz ist. Keine andere Fluggesellschaft hat bis dato so viele direkte Flugverbindungen von der Sonneninsel aus in die Region nördlich der Alpen angeboten.

Aus diesem Grund ist Niki bei den Bietern für Air Berlin das begehrte Filetstück. Die alpenländische Airline gerne vollständig übernehmen möchte insbesondere ihr einstiger Gründer, der ehemalige Rennfahrer und Pilot Niki Lauda. Er hat gemeinsam mit seinen Investmentpartnern für die Fluggesellschaft rund 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Unterdessen hat am Freitag ein Gericht einen Insolvenzantrag gegen Niki zurückgewiesen. Am Dienstag dieser Woche hatte ein österreichischer Reiseveranstalter am Landesgericht Korneuburg überraschend einen Antrag auf Konkurseröffnung wegen einer Forderung in einer laufenden Geschäftsverbindung mit Niki eingebracht."Heute hat das Amtsgericht Korneuburg die Rechtsauffassung der Niki bestätigt und den Insolvenzantrag erwartungsgemäß als unbegründet zurückgewiesen", teilte das Unternehmen mit. Die Airline verwies auch darauf, dass die Flugpläne gültig seien. "Die Flüge finden statt", hieß es in der Mitteilung.

Wie die Medien in Deutschland berichten, ist Lufthansa daran gelegen, bis zu 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin zu übernehmen, die für die eigenen Billigtochter Eurowings neben den bereits 33 angemieteten Air-Berlin-Maschinen zum Einsatz kommen sollen. Auch wolle Lufthansa 3000 der gut 8000 Air-Berlin-Beschäftigten engagieren.

Nach Angaben von Air Berlin ist jetzt zudem das Bieterverfahren für die hauseigene Flugzeugtechnik mit ihren rund 850 Beschäftigten abgetrennt worden. Hier haben Investoren nun Zeit, ihre Angebote bis 6. Oktober vorzulegen. (as)

(aktualisiert um 14.15 Uhr)

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