Mineralwasser von Mallorca: Aus diesen Quellen trinkt die Insel

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Die Abfüllung des Mineralwassers Son Cocó läuft weitestgehend maschinell ab.

Die Abfüllung des Mineralwassers Son Cocó läuft weitestgehend maschinell ab.

Foto: Jonas Martiny

Mallorquiner greifen gern zur Flasche. Zumindest was das Mineralwasser betrifft. Auch Urlauber bevorzugen das abgefüllte Wasser gegenüber dem kühlen Nass aus dem Hahn. Der Grund ist der schlechte Ruf des Leitungswassers auf der Insel. Deshalb wird Flaschenwasser auch gern in Fünf- oder gar Acht-Liter-Kanistern gekauft, da es auch zum Kochen verwendet wird. Insgesamt fünf Mineralwasser werden auf Mallorca maschinell abgefüllt. Die Quellen befinden sich alle in der Tramuntana. Laut Experten werden pro Jahr rund 150 Millionen Liter Mallorca-Wasser verkauft.

Die kleinen Abfüller haben es schwer, sich gegen die großen Konkurrenten durchzusetzen. Son Cocó ist der letzte urmallorquinische Mineralwasserbetrieb auf der Insel. Die Geschwister Cati und Guillem betreiben das Familienunternehmen, das seit 1998 auf der gleichnamigen Finca zwischen Alaró und Lloseta Wasser in Flaschen füllt. Es kommt unter dem Namen Font Sorda in den Handel, denn so heißt die Quelle, aus der es stammt. Die gesamte Abfüllung von 28 Millionen Litern pro Jahr wird auf der Insel verkauft. Die Supermarktketten Lidl und Eroski sind dabei gute Abnehmer. Bei Son Cocó kommt ausschließlich natürliches Mineralwasser in die Flasche, das vor der Abfüllung einmal gefiltert wird.

Die Vorgabe beim „Agua mineral natural”, dem natürlichen Mineralwasser, ist, dass sich Mineralsalze und Spurenelemente konstant nachweisen lassen. Die Werte dürfen nicht variieren. Das Wasser stammt oft aus tieferen Gebirgsschichten, hatte lange Kontakt mit dem Gestein und ist deshalb reich an Mineralien. Alle fünf Flaschenwasser von Mallorca sind natürliche Mineralwasser.

Neben Font Sorda gibt es noch: Font S’Aritja und Font des Teix. Beide werden nahe Bunyola abgefüllt. Seit 2016 befinden sie sich in der Hand des spanischen Lebensmittel-Großunternehmens Importaco mit Sitz in Valencia. Importaco beschreibt Font S’Aritja als „ein schwach mineralisiertes Wasser” mit einem Trockenrückstand von weniger als 500 Milligramm pro Liter.

Zwei weitere Marken, Font Major und Font de Sa Senyora, unterstehen seit 2017 dem katalanischen Brauereikonzern Damm. Das Wasser stammt vom Puig Major, dem höchsten Berg der Tramuntana, genauer gesagt aus einer Quelle im Valle de Superna. Font Major erhielt Anfang des Jahres eine Drei-Sterne-Auszeichnung des „Superior Taste Awards”, der vom „International Taste Institute” mit Sitz in Brüssel vergeben wird. Eine Jury verkostet dabei blind verschiedene Lebensmittel auf ihren Geschmack, und das Mallorca-Wasser konnte voll überzeugen. Es wird in Glas- und Plastikflasche und auch als Version mit Kohlensäure verkauft. Das Font de Sa Senyora, die Quelle ist auch bekannt als Font Ca l’Abat, wiederum wird nahe Deià abgefüllt.

Bis 2009 gab es auf der Insel noch das Wasser Aguas de Binifaldó, das Unternehmen meldete jedoch Insolvenz an. Inzwischen gibt es auch die Vereinigung der Wasserabfüller auf Mallorca nicht mehr, wie der ehemalige Vorsitzende Miquel Gual gegenüber MM betonte. In der Vergangenheit pries er die Mallorca-Wässer gern an.

„Die Mineralwasser der Insel haben einen optimalen Härtegrad”, erklärte Gual. Sie seien weder besonders hart noch besonders weich, sie bewegten sich im Mittelfeld, seien sehr ausgewogen, was ihre Zusammensetzung angeht. Das sei für den Körper besonders gesund. Liege der pH-Wert nämlich im Mittelfeld, seien die Wasser neutral und der Körper müsse nicht mehr neutralisierend auf sie einwirken. Gual schätzt, dass die heimischen Mineralwasser rund 40 Prozent des gekauften Wasservolumens auf der Insel ausmachen. Und das, obwohl die Preise oft niedriger als bei der Konkurrenz seien. Bei den großen Kanistern liege die Zahl allerdings bei 80 Prozent. Erschwerend komme für die Branche hinzu, dass Hotels und Restaurants öfter Mineralwasser vom Festland oder anderen Teilen Europas servierten als Mallorca-Wasser. Die Großkonzerne könnten einfach größere Werbe- und Rabattkampagnen starten.

(aus MM 49/2021)

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