Reger Andrang an einer Tankstelle im Industriegebiet bei Palma. | Miquel A. Cañellas

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Das Inkrafttreten des Bezuschussung von 20 Cent pro Liter Kraftstoff am Freitag hat auch auf Mallorca wie in ganz Spanien zu Andrang und zum Teil zu langen Warteschlangen an den Tankstellen geführt. Viele Autofahrer kamen, um ihre Fahrzeuge zu betanken, nachdem in den Tagen zuvor die Nachfrage nach Benzin und Diesel um ein Drittel eingebrochen war.

Nach Angaben der Delegation der spanischen Zentralregierung auf den Balearen können mehr als 675.000 Autofahrer auf dem Archipel in den kommenden drei Monaten, in denen die staatliche Ermäßigung auf Treibstoffe aufrechterhalten werden soll, davon profitieren.

Insbesondere an einigen Billig-Tankstellen kam es zeitweise zu Warteschlangen. Der Präsident des Verbandes der Mineralölhändler, Rafel Matas, wies darauf hin, dass "wir keinen großen Ansturm bemerkt haben", aber die Menge der getankten Liter habe variiert. Die Mitglieder des Verbandes haben darüber hinaus "massenhaft" auf die Website der Steuerbehörde zugegriffen, um das Formular für die Rückerstattung des Rabatts auszufüllen.

Der Präsident des Verbandes der Tankstellen der Balearen (AESBA), Joan Mayans, sprach seinerseits von Warteschlangen auch an den Tankstellen im Zentrum von Palma, insbesondere in den frühen Morgenstunden. Er begrüßte den Anstieg der Nachfrage, nachdem in der vergangenen Woche viele Autofahrer bis Freitag gewartet hatten, um in den Genuss des Rabatts zu kommen.

Mayans kritisierte die kurze Zeit, die für die Umstellung auf die neue Maßnahme der Regierung gewährt worden war und die zum Teil zu Problemen mit den Computern geführt hatte. Die Computersysteme erkennen den Bonus nicht als solchen, sodass er in den Rechnungen als Handelsrabatt ausgewiesen werden muss. Aus diesem Grund konnten die Unternehmen keine Quittungen oder Rechnungen für bar bezahlte Tankbeträge ausstellen. Kunden, die mit der Karte bezahlen, erhielten hingegen eine Quittung, auf der der Rabatt vermerkt ist.

"Auf betrieblicher Ebene hatten wir schon einige Probleme", räumte Mayans ein und fügte hinzu, dass die vorübergehende Schließung einiger Tankstellen auf eben diese Anlaufschwierigkeiten der Bezuschussung zurückzuführen waren. Das sei das Ergebnis der "Eile", mit der die Regierung diese Maßnahme angekündigt und umgesetzt habe. "Das war zu erwarten, wenn man nur 48 Stunden Zeit hat, um das ganze System einzuführen."

Hinzu kam, dass viele Konsumenten nur unzureichend informiert gewesen waren. "Sie dachten, dass der Rabatt nur auf den einen Tag beschränkt sei, als ob es sich um eine Art ,Black Friday' für Benzin handeln würde", sagte der Präsident.

Die spanische MM-Schwesterzeitung veröffentlichte dazu folgenden Kommentar:

Schlange stehen: Es gibt einen Teil in der Bevölkerung, der offenbar gerne Schlange steht. Wie viel Zeit und Kraftstoff haben diese Menschen an diesem Freitag beim Tanken verschwendet? Vor Jahren bildeten sich jede Woche Schlangen an den Tankstellen, bis sich die Menschen an die Schwankungen der Benzinpreise gewöhnt hatten, die nun täglich auftreten. Das Kuriose daran ist, dass die 20-Cent-Ermäßigung mehrere Monate lang beibehalten wird, ein Umstand, der den Ansturm auf die Tankstellen noch unverständlicher macht.