In diesem Jahr fließen die Gelder aus der "Ecotasa" vor allem in Infrastruktur und Wohnungsbau. | Archiv MM

Stolze 138 Millionen Euro hat die Balearen-Regierung in diesem Jahr dank der Urlaubersteuer "Ecotasa" eingenommen. Diese Kurtaxe gibt es auf den Balearen seit 2016 – Touristen, die auf den Inseln übernachten, bezahlen zwischen 1 und 4 Euro pro Nacht. Jetzt hat die Regierung die Vorhaben vorgestellt, die mit dem Geld unterstützt werden sollen. Aus fast 100 Bewerbern wurden gut 30 ausgewählt. Insbesondere der öffentliche Nahverkehr und der Wohnungsbau sollen in dieser Finanzierungsrunde davon profitieren.

Unter anderem sollen 30 Millionen Euro aus der "Ecotasa" in den neuen Zug in den Inselosten investiert werden. Bereits 2007 plante die damalige Regionalregierung, den Inselosten mithilfe einer Zugstrecke mit Palma zu verknüpfen. Der ehemalige balearische Regierungssprecher und jetzige Verkehrsminister Marc Pons forderte zuletzt 2020, den Bau der einst geplanten Zugstrecke wieder aufzunehmen, um vor allem den bei ausländischen Touristen beliebten Ort Cala Millor in das Streckennetz zu integrieren.

Insgesamt zielt das Vorhaben darauf ab, die Verkehrsinfrastruktur der Orte Artà, Capdepera, Manacor, Sant Llorenç, Son Carrió und Son Servera zu verbessern. Die fünf amtierenden Bürgermeister der Gemeinden äußerten sich überwiegend positiv zum anstehenden Bauprojekt. Auch die Bürgerinitiative, die sich seit Jahren für den Bau der Strecke einsetzt, befürwortet die Entscheidung.

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Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Zugang der Bevölkerung zu bezahlbarem Wohnraum. Hier fließen 15 Millionen Euro an das balearische Wohnungsamt Ibavi. Mit diesen Mitteln sollen die Bürgschaften für Wohnungskäufer übernommen werden, die eine Immobilie von einem Wert von bis zu 270.000 Euro erwerben wollen. Weitere 13 Millionen fließen in den Bau von Sozialwohnungen auf Mallorca und der Nachbarinsel Menorca.

Angedacht sind auch 1,1 Millionen Euro für den Inselrat, der mit dieser Summe gerne das Castell d'Alaró kaufen würde. Hier tobt allerdings seit Jahren ein Streit. Einerseits glaubt der Inselrat, das Gelände gehöre eigentlich der öffentlichen Hand, während andererseits die Besitzerfamilie Ordinas gerne über zwei Millionen Euro für den Verkauf verlangen würde und bereits angedroht hat, das Gelände im Zweifel an einen Investor abzutreten.

Weitere zentrale Punkte des Investitionsplans sind die Wasserversorgung, Landwirtschaft und erneuerbare Energien. Was die Inseln angeht, verteilen sich die Gelder wie folgt: Mallorca erhält 99,2 Millionen, Menorca 18,9, Ibiza 17,8 und Formentera 2,4 Millionen Euro.