Arbeitstreffen am Balearen-Stand auf der ITB.

6. März - Zum Auftakt der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin prognostiziert die Branche bis zu 4,5 Millionen deutsche Urlauber, die ihre Ferien auf den Balearen verbringen wollen. Für Mallorca und die Nebeninseln liegt der Buchungszuwachs bei fünf bis zehn Prozent. Ansonsten wurde auf der Messe wieder eifrig die Werbetrommel für die Inseln gerührt. mehr...

 Bei der Rückkehr gibt's ein Gläschen Sekt und einen Badestopp in der Blauen Grotte.

4. September - Mit einer privaten Yacht die Küsten der Balearen-Inseln und einsame mallorquinische Buchten erkunden - für viele Menschen ein unerschwinglicher Traum. Aber auch organisierte Bootsausflüge bieten bereits schöne Möglichkeiten, um die Inseln einmal von einer anderen Perspektive aus zu erleben. mehr...

28. April - , 28. April – Als Kind aus einer Arbeiterfamilie sind mir Privilegien, die sich auf ein Geburtsrecht begründen, natürlich suspekt. Wäre ich als Prinzessin geboren worden, wäre das wahrscheinlich anders. Ich beobachte das an Freunden, die Kinder reicher Leute, meist aus Unternehmerfamilien, sind.

Sie schimpfen viel öfter und leichter über Sozialschmarotzer (damit meinen sie in der Regel Arbeitslose, die keine Lust haben, arbeiten zu gehen und angeblich lieber Arbeitslosengeld beziehen und damit den anderen auf der Tasche liegen), als das andere Freunde tun, die in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind.

Die wiederum schimpfen öfter über Wohlhabende, die Steuern hinterziehen und somit den anderen auf der Tasche liegen (obwohl sie selbst das vielleicht auch tun würden, wenn sie die Chance hätten, etwas am Fiskus vorbeizuwirtschaften).

Wenn ich also Prinzessin wäre oder ein echter Prinz um meine Arbeiterfamilienhand bitten würde, würde ich mir meine Einstellung zur Monarchie wahrscheinlich nochmal durch den Kopf gehen lassen. Aber so wie es ist, finde ich Königshäuser reichlich antiquiert. Mir sind gewählte Staatsvertreter lieber, selbst wenn die spanischen „Reyes” ihren Job doch ganz gut machen und ihre Mallorca-Präsenz durchaus gute Werbung für die Insel ist.

Bei der Frage, ob Monarchien noch zeitgemäß sind, spielt die geografische und politische Herkunft bestimmt auch mit: Der Durchschnittsengländer sieht das alles anders als ein Deutscher. Die meisten Briten lieben einfach ihre Royals. Wenn Kate & William am Freitag heiraten, fiebern aber nicht nur die Briten mit, sondern die halbe Welt wird am Fernseher sitzen.

Auch das Mallorca Magazin widmet dem Hype ein Thema der Woche: Weil wir es spannend finden, wie die Landsleute der Queen hier auf der Insel ticken und wie sie das Ereignis miterleben. Ach ja, und für alle, die von Prinzenrollen nichts wissen wollen, haben wir auch ganz andere (Liebes-)Geschichten, die im Normalbürgermilieu spielen, im Blatt. mehr...

7. April - Das kann kein Zufall sein: In dieser Woche haben sich in der MM-Redaktion ohne vorherige Planung mehrere Artikel angesammelt, die alle einen gemeinsamen Nenner, eine Schnittmenge haben. Vielleicht ist eine wachsende Sensibilität in Kriegs-, Katastrophen- und Krisenzeiten verantwortlich, jedenfalls scheint das Thema „Bewusstsein”, die Besinnung auf die wirklich wichtigen Werte zurzeit hoch im Kurs zu stehen.

Im Ressort „Gesund & Fit” beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit dem Thema „Gesundheitskompetenz”. Tenor: Die Einstellung ist entscheidend bei der Entstehung von Krankheit – und der Bewahrung von Gesundheit und Wohlbefinden. Die Stiftung „Lo que de verdad importa” (Was wirklich zählt) hat am Mittwoch in Palma einen Kongress veranstaltet, der vor allem junge Leute dazu inspirieren sollte, sich zu öffnen für die großen Tugenden und Ideale zum Wohle der Menschheit, und der Mut machen sollte, Hindernisse zu überwinden, um persönliche Ziele optimistisch und tatkräftig anzugehen. Und um das bewusste Erleben des Augenblicks, um „die innere Stimme”, um das, „was uns wirklich glücklich macht” geht es in einem Interview mit einer „Mindfulness”-Trainerin, anlässlich einer Veranstaltung, die am Freitag in Palma stattfinden soll.

Die Dichte dieser Themen in unserer Zeitung spiegelt wider, was sich zurzeit auf Mallorca abspielt: Es gab in dieser Woche eine Ansammlung von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, die einen Gegenpol schaffen wollen zu dieser schnelllebigen Konsumgesellschaft, zu (vermeintlichen) Zwängen und (schlechten) Gewohnheiten.

Wäre doch schön, wenn sogenannte „Weltverbesserer” nicht mehr länger als „Unverbesserliche” belächelt würden. Oder, wie ein Mallorca-Resident in unserer Umfrage sagte: „Ich denke, das Glück kann kommen, wenn man nicht starrsinnig ist.” mehr...

17. März - An der Türkei führte einfach kein Weg vorbei: Das Land am Bosporus besetzte so gut wie alle Plakatwände an den Straßen rund um das Berliner Messegelände, in dem am Sonntag die Internationale Tourismusmesse (ITB) zu Ende gegangen ist. Das Werbebudget des türkischen Fremdenverkehrsvereins ist offenbar schier unerschöpflich, andere Urlaubsdestinationen kamen dagegen außerhalb ihrer Messehallen und -stände schlichtweg nicht vor. mehr...

16. Dezember - Das Thema ist emotionsgeladen: An der Jagd scheiden sich die Gemüter. Hier die leidenschaftlichen Anhänger eines archaischen Triebs, dort Moralapostel, die den Jägern niedere Instinkte vorwerfen. Und auf Mallorca kommt noch eine zweite Gruppe von Jagdgegnern hinzu: die der Fincabewohner, die sich über Lärmbelästigung aufregen und um das Leben ihrer frei laufenden Katzen fürchten.

Wie in allen Kulturlandschaften stellt sich auch hier nicht nur die Frage nach Moral und Ethik, sondern nach Notwendigkeiten: Sorgen die Hobbyjäger nicht für eine Regulierung des Wildbestands, müssen Profijäger engagiert werden, um Wildschäden in Grenzen zu halten. Die Natur kann‘s alleine nicht mehr regeln, der Mensch muss es richten. Selbst untereinander machen sich die verschiedenen Wildarten in ihrem begrenzten Lebensraum Konkurrenz, wie am Beispiel der einheimischen wilden und der verwilderten Ziegen zu beobachten ist. Will man die autochthone Ziegenart erhalten, müssen die überhand nehmenden „forasters” erlegt werden. Das macht man auf Mallorca hin und wieder durch „Reduzierungsaktionen” mit Profis im großen Stil. Denn für Hobby-Waidmänner ist die Hatz auf die massenhaft vorkommenden verwilderten Ziegen offenbar längst nicht so attraktiv wie einen seltenen einheimischen Bock zu schießen: weil der unter Jägern als anerkannte fette Beute gilt. Logisch ist das nicht. Und ökologisch schon gar nicht.

Was die Klagen der Fincabesitzer anbelangt, haben sie sicher in einem Punkt recht: Gerade auf so engem Raum wie einer Insel müssen die Jäger peinlich genau auf die Einhaltung der Jagdbestimmungen achten. Also: Distanzen einhalten und Plastikhülsen und sonstigen Abfall wieder mitnehmen! Eine generelle Ablehnung der Jagd – wenn sie denn richtig betrieben wird – aus moralischen Gründen kann man allenfalls unter strengen Vegetariern gelten lassen. Ansonsten richtet ein Hasenbraten gewiss weniger Leid an als ein Schnitzel aus dem Supermarkt. mehr...

19. August - Die Playa de Palma hat schon immer polarisiert und fasziniert: Die Zügellosigkeit und Unbeschwertheit, mit der die Strohhalm-Fraktion der deutschen Bevölkerung den Beach der Bierlaune für Suffs unter spanischer Sonne zum Takt deutscher Schlagermusik für sich in Anspruch nimmt, ist häufig Stein des Anstoßes bei Bildungsbürgern und sogenannten besseren Kreisen. Die schütteln über so viel Niveaulosigkeit, die man während des Mallorca-Urlaubs beim Abstecher zum „Ballermann 6“ gerne mal in Augenschein nimmt, nur den Kopf (und kippen sich selbst lieber in „gepflegten“ Lokalen die Gin-Tonics hinter die Binde).

Inzwischen wird es aber selbst manchem eingefleischten Playa-de-Palma-Urlauber zu bunt: Eine Schar von fliegenden Händlern, Prostituierten, Hütchenspielern und Dieben hat sich an der Playa fast so hartnäckig eingenistet wie ein Schwarm Fliegen auf einem toten Stück Fleisch. Die Klagen über Belästigungen und Gaunereien werden immer lauter. Auch der Ruf nach mehr Polizeipräsenz.

Dass die Ordnungshüter das Problem der Kleinkriminalität nicht in den Griff bekommt, scheint in der Tat ein Unding. Zwar ist das Aufgebot der Beamten verstärkt worden, sind Razzien fast schon an der Tagesordnung: Aber offensichtlich ist es immer noch nicht ausreichend, um durchgehend für Sicherheit zu sorgen und das Image der Urlauberhochburg zu schützen.

Die Lage an der Playa macht klar, wie dringend die Sanierung dieser legendären Partymeile ist, um attraktiv zu bleiben für Menschen, die nicht nur saufen und Sex (gegen beides nichts einzuwenden!) im Kopf haben, sondern vor allem in Frieden feiern und Urlaub machen wollen.

Ein Stückweit haben die Urlauber es auch selbst in der Hand: Die Hütchenspieler bedienen sich an Naiven, die aus Gier schnelles Geld machen wollen, die fliegenden Händler an solchen, die es mit dem Gesetz nicht so genau nehmen. Und die käuflichen Damen wären ohne die Unglücklichen, die sich im Vorbeigehen Befriedigung verschaffen wollen, arbeitslos. Anderswo auf Mallorca sind diese Phänomene bloß Randerscheinungen. Alles andere ist unerträglich. mehr...

29. April - Die Suspendierung von Walter Eith, dem früheren katholischen Pfarrer auf Mallorca, ist für viele deutsche Residenten auf der Insel ein Schock: Seine Diözese ermittelt gegen den Seelsorger, weil sie neue Erkenntnisse in ihr bereits altbekannten Missbrauchsvorwürfen hat.

Die Verdächtigungen beziehen sich nicht auf das Wirken des Priesters auf Mallorca – aber Zweifel an der Integrität dieses Mannes und der Vertrauenswürdigkeit der Kirchenführer, die bereits vor etlichen Jahren zumindest von einigen dunklen Vorkommnissen wussten, werden sicher auch hierzulande aufkommen. Obwohl nichts bekannt ist über Verfehlungen auf der Insel, macht der „Fall Eith“ die Menschen hier naturgemäß nachdenklich und unsicher – und manche Eltern sicher auch sauer.

Hat man da einfach ein schwarzes Schaf aus den eigenen Reihen ins Ausland geschickt – nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn? Oder war Pfarrer Eith nach psychologischer Betreuung in Deutschland geheilt und keine Gefahr mehr für die jungen Leute in seiner Obhut? Hätte man nicht auch dann wenigstens – nicht zuletzt aus Respekt vor den möglichen Opfern – eine Aufgabe finden können, in der der „Hirte“ nicht so leicht in Versuchung geraten kann, auf Abwege zu geraten? Da muss sicher in nächster Zeit noch manches aufgeklärt werden.

Überhaupt, Aufklärung: Dass der Fall des Pfarrers Eith nun an die Öffentlichkeit kam, ist der Aufklärungskampagne der letzten Wochen und Monate zu verdanken, die in Deutschland immer mehr Opfer animiert, noch nach Jahrzehnten ihre Pein zu „beichten”. Erst allmählich wird die Dimension des Problems deutlich.

Und dabei ist erst die Spitze eines Eisbergs zu sehen: Man darf gespannt sein, wann die Aufklärung von sexuellem Missbrauch auf alle gesellschaftlichen Bereiche ausgedehnt wird. In den Familien, den Freundeskreisen, der Nachbarschaft schlummern sicher noch viele unentdeckte Vergehen, deren Opfer den Mund halten. Bislang. mehr...

18. März - Nerven bewahren. Und nicht etwa in einen Preiskampf einsteigen. Dann wird die Tourismussaison 2010 schon (noch) werden: Verhaltenen Optimismus äußerte die Tourismusbranche der Inseln zum Abschluss der ITB in Berlin am vergangenen Wochenende. Fünf Tage lang hatten sich die verschiedenen Inselgremien, Urlaubsorte und -regionen in einer eigenen Balearenhalle präsentiert, mit Vertretern der deutschen Reiseveranstalter, Airlines, aber auch deutschen Politikern (siehe folgende Seite) getroffen, um auszuloten, ob der wichtigste Wirtschaftszweig der Balearen in diesem Jahr wieder in Schwung kommt – und um die Bedeutung des deutschen Markts zu unterstreichen. Knapp ein Drittel aller Touristen, die die Inseln besuchen, stammen aus Deutschland. Alleine nach Mallorca waren im vergangenen Jahr 3'33 Millionen Urlauber von deutschen Airports aus eingeflogen.

„Auf den Balearen ist der Tourismus eine Staatsangelegenheit“, sagte der balearische Ministerpräsident Francesc Antich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der neuen Tourismusministerin Joana Barceló. Nach Treffen mit den wichtigsten deutschen Reiseveranstaltern stellte er „erste Anzeichen einer Erholung“ der Branche fest. Und kündigte als wichtigsten Beitrag der Balearen-Regierung für eine Stärkung des Sektors die Schaffung einer digitalen Plattform für die gesamte Reisebranche der Inseln an. „Früher waren wir einmal Pioniere in Sachen Massentourismus, heute sind wir Pioniere in Sachen touristischer Technologie.“ Noch in diesem Jahr sollen für dieses „weltweite Pilotprojekt“ zwölf Millionen Euro bereitgestellt werden.

„2010 wird ein schwieriges Jahr für die Balearen. Die Buchungen verzögern sich“, stellte Joana Barceló fest. Inwieweit die Hotelbranche auf die Forderungen der deutschen Reiseveranstalter eingehen sollte, die Preise „flexibler“ zu gestalten, sprich, weitere Buchungsanreize mit Rabatten zu geben, könnten nur die Unternehmen selbst beurteilen: „Die Hoteliers wissen am besten, wo ihre Rentabilitätsgrenzen sind.“ Langfristig könnten die Inseln allerdings nicht über den Preis wettbewerbsfähig sein, sondern müssten „die Qualität ihres touristischen Angebots wiederfinden“. Die Balearen befänden sich in „einer Übergangsphase“ und brauchen ihrer Meinung nach eine langfristige Planung: „Wir müssen eine klare Strategie haben.“

Der Präsident der mallorquinischen Hotelvereinigung, Antoni Horrach, zeigte sich zuversichtlich, dass die Inseln den Schwund von rund einer Million Besuchern im vergangenen Jahr in dieser Saison wieder aufholen können. Die Branche hofft auf kurzfristige Buchungen: „Wir haben ein gutes Gefühl, aber wir müssen die Nerven behalten, besonders wenn die Last-Minute-Buchungen für den Sommer losgehen“, mahnte Horrach.

Die großen Reiseveranstalter hatten zuvor von ersten Anzeichen einer Erholung der Saison gesprochen, allerdings deutlich gemacht, dass vor allem das östliche Mittelmeer und weniger die Balearen von der Belebung des Buchungsverhaltens der Deutschen in den vergangenen Wochen profitiere (MM 10). Während TUI, für Mallorca der wichtigste Zubringer deutscher Urlauber, im Vergleich zum Vorjahr derzeit noch eine negative Tendenz verzeichnet, sind Rewe und Alltours mit den Buchungen im Vergleich zum Vorjahr im Plus. Sie forderten einen Ausbau des All-inclusive-Angebots auf den Inseln, da die Urlauber in Zeiten der Krise schon vor Reiseantritt Klarheit über die Kosten wollten. Die Tourismusministerin kündigte an, in den All-inclusive-Hotels Qualitätskontrollen durchzuführen.

Ministerpräsident Antich betonte „den wichtigen strategischen Wert“ der Anbindung der Inseln durch die deutsche Airline Air Berlin: „Wir setzen auf Air Berlin und Air Berlin setzt auf uns.“ Die Fluggesellschaft werde ihre Kapazität in Richtung Mallorca in diesem Jahr um neun Prozent steigern und bis zu 4'2 Millionen Menschen nach Mallorca befördern. mehr...

21. Januar - Fassungslos betrachten wir die Bilder, die aus Haiti in unsere Wohnzimmer flimmern. Das ganze Ausmaß des Elends, der Schmerzen, der Trauer, der Zerstörung und der Aggression, die die Menschen in diesem ohnehin ärmsten amerikanischen Land seit dem Beben durchleben, ist trotz der Liveberichte und Reportagen aus dem Katastrophengebiet wohl kaum zu begreifen. Erinnerungen werden wach an den Tsunami, der im Dezember 2004 eine ähnlich hohe Zahl an Todesopfern gefordert hatte. Damals waren wir vielleicht emotional noch stärker berührt, weil die betroffenen Gebiete uns durch den Tourismus vertrauter sind, und weil fast jeder jemanden kannte, der bei der Naturkatastrophe verletzt, vermisst oder getötet worden war.

Die Welle der Hilfsbereitschaft, die in der vergangenen Woche durch die Welt gegangen ist, wird von manchen Analysten als positiver Aspekt der Globalisierung gepriesen: Die Staaten und Kontinente rücken nicht nur im wirtschaftlichen Bereich zusammen, das Leben im globalisierten Dorf fördere auch die Bereitschaft und die Möglichkeiten der internationalen Solidarität. Die Offensichtlichkeit des Ausmaßes des Unglücks und die Armut des Landes haben dazu wohl beigetragen, aber auch Spendenaufrufe über neue Technologien und Medien, wie Twitter und soziale Netzwerke.

Auch wenn in den vergangenen Tagen angesichts der chaotischen Lage eine Verteilung der Hilfsgüter nicht oder nur sehr schleppend funktionierte, haben die Hilfsorganisationen zum Glück kein Nachlassen des Interesses am Schicksal der neun Millionen Haitianer festgestellt. Steht die Weltgemeinschaft nun nicht noch enger zusammen, wird wahrscheinlich ein großer Teil von ihnen an Hunger und Krankheit zugrunde gehen – 80 Prozent der Bevölkerung lebte ja schon vor dem Erdbeben im Elend der Slums.

Beobachter vor Ort fordern einen Marshall-Plan, ähnlich dem Engagement der Siegerstaaten in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Haitianer sagen, dass sie aus eigener Kraft keine Chance für eine lebenswerte, menschenwürdige Zukunft haben. Das globale Dorf muss einspringen. mehr...

10. Dezember - Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Gelingt es nicht in wenigen Jahren, den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, werden der Klimawandel und die vielen verheerenden Begleiterscheinungen nicht mehr aufzuhalten sein. Wie ein manövrierunfähiger Tanker, der auf einen Eisberg zutreibt. Die Prognosen der Wissenschaftler werden inzwischen kaum mehr bezweifelt, nur: Wo anfangen mit dem Kampf gegen die Klimakatastrophe?

Was bei Klimagipfeln wie derzeit in Kopenhagen verhandelt wird, muss sich schließlich in konkreten Maßnahmen in den Ländern und Regionen niederschlagen. Doch auch die Behörden gleichen mitunter schweren Pötten, bei denen das Ruder nur schwer herumzureißen ist. Ein 139 Seiten langer „Aktionsplan im Kampf gegen den Klimawandel“ für die Balearen etwa, ist bislang reine Absichtserklärung. Seit August 2008 arbeitet eine vom Umweltministerium beauftragte Firma an der Erstellung einer Studie, die die Grundlage sein soll für konkrete Maßnahmen, die ab dem kommenden Jahr greifen sollen.

In Spanien und auf den Balearen ist man sich bewusst über die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Klimawandels: Die Mittelmeerregion und die vom Tourismus abhängigen Baleareninseln werden nach den Einschätzungen von Experten besonders sensibel auf den globalen Anstieg der Temperaturen und des Meeresspiegels, auf eine Abnahme der Regenfälle und eine Zunahme extremer Wetterphänomene reagieren (siehe Kasten).

Auf den Balearen ist der Ausstoß des Treibhausgases seit 1990 von 6000 auf fast 11.000 Tonnen im Jahr gestiegen. Erklärtes Ziel der Balearen-Regierung ist es, das Kioto-Protokoll zu erfüllen und den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2012 so weit zu verringern, dass er nur noch um 37 Prozent über dem Wert von 1990 liegt. In dem Aktionsplan der Balearen-Regierung sind viele konkrete Vorschläge enthalten, wie der CO2-Ausstoß in der Wirtschaft, dem Verkehr, in Privathaushalten reduziert werden kann: zum Beispiel durch eine bessere Kontrolle der Beleuchtung von Orten, Straßen (unter anderem auch der Weihnachtsbeleuchtung), in Einkaufszentren und Geschäften, durch die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, die Entwicklung eines Online-Services für Car-Sharing, die Förderung erneuerbarer Energien und die Subventionierung der Anschaffung von Strom sparenden Haushaltsgeräten.

Vereinzelte Punkte wurden bereits verwirklicht, allerdings nur auf lokaler Ebene: Dazu kann man den Ausbau der Radwege zählen. Andere, wie zum Beispiel die Förderung des Car-Sharings, sind noch reine Absichtserklärungen.

Wieder andere Aktionen kommen aus Madrid: In den vergangenen Tagen hat in den lokalen Medien ein neues spanisches Dekret Schlagzeilen gemacht, das die Raumtemperatur in öffentlich genutzten Gebäuden – also nicht nur Behörden, sondern auch Geschäften, Bahnhöfen, Airports, Bars und Restaurants – regelt: Demnach sollen die Räume im Winter auf maximal 21 Grad Celsius beheizt werden, im Sommer dürfen Klimaanlagen die Räume nicht unter 26 Grad kühlen. mehr...

3. Dezember - Die Volksabstimmung der Schweizer gegen den Bau von Gebetstürmen auf Moscheen hat in ganz Europa und auch auf Mallorca für Diskussionen gesorgt: "Den Bau von Minaretten auf Moscheen zu verbieten, ist ein Zeichen des Hasses, der Beleidigung und der Intoleranz gegenüber dem Islam", empört sich der Präsident der Islamischen Förderation der Balearen, Lounis Meziani, über die Schweizer Volksinitiative, die von zwei rechtspopulistischen Parteien auf den Weg gebracht und am Sonntag mit 57 Prozent der Stimmen (Wahlbeteiligung 54 Prozent) angenommen wurde. "Sie wollen nicht, dass der Islam in ihrem Land präsent ist. Diese Ablehnung macht sie intolerant", heißt es weiter in einer Mitteilung der Islamischen Förderation der Balearen. "Ich fordere die Muslime auf, nicht mit Exzessen auf die Abstimmung der Schweizer zu reagieren", so Meziani.

Die Regierung in Bern hatte den Stimmberechtigten empfohlen, mit "Nein" zu votieren. Sie befürchtet, ein Minarett-Verbot werde im Ausland auf Unverständnis stoßen und dem Ansehen der Schweiz schaden. In der Tat waren die Reaktionen vor allem ablehnend: Muslime, Kirchen und Politiker in ganz Europa fürchten um die Freiheit der Glaubensausübung, die EU will die mit dem Lissabon-Vertrag geplanten Volksabstimmungen in Frage stellen, und die Vereinten Nationen kündigten an, von Experten untersuchen zu lassen, ob das Schweizer Verbot mit internationalem Recht vereinbar sei. Allerdings gab es auch Stimmen wie die des deutschen CDU-Politikers Wolfgang Bosbach, der mahnte, das Votum der Schweizer als Ausdruck der Angst vor Islamisierung ernst zu nehmen. Die spanische Regierung hat zu diesem Thema bislang keine offizielle Stellungnahme abgegeben, Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba sagte gegenüber spanischen Medien, er hätte gegen das Verbot von Minaretten gestimmt.

Von einem Minarett-Verbot wie in der Schweiz ist man in Spanien weit entfernt, doch das Zusammenleben der muslimischen Minderheit gestaltet sich auch hierzulande nicht immer konfliktfrei. Der Sprecher der Islamischen Föderation auf den Balearen beklagt die "Marginalisierung" der rund 30.000 auf den Inseln lebenden Moslems. "Wir werden wie eine Einwanderergruppe behandelt und nicht wie eine Religion", hatte Lounis Meziani bereits in einem MM-Interview vor wenigen Monaten gesagt. Der Bau einer Moschee (ohne Minarett) in Felanitx war im vergangenen Jahr auf heftigen Widerstand seitens der Bürger gestoßen. Mehr als 300 Anwohner hatten das Rathaus gestürmt, um der Bürgermeisterin ihre Bedenken gegen das Projekt vorzutragen: unter anderem befürchteten sie "eine Zunahme der Unsicherheit" in ihrer Stadt.

Inzwischen ist die Moschee in Felanitx gebaut und in Betrieb - und genauso wie in den 21 anderen Moscheen auf Mallorca gebe es in Felanitx "gar kein Problem" im Zusammenleben mit den Nachbarn, betont Meziani. "Wir wollen nichts dramatisieren." Allerdings beklagt er die mangelnde Unterstützung seiner Glaubensgemeinschaft im Vergleich zu den christlichen Kirchen. Die Muslime würden gerne eine große Moschee mit Platz für 1500 Menschen bauen, als Gebetsstätte, Treffpunkt, Fortbildungs- und Kulturzentrum. "Aber wir haben nicht genug Geld." Bei den Städten und Gemeinden habe man die Bereitstellung eines geeigneten Grundstücks beantragt - bislang ohne Erfolg. In der vorangegangenen Legislaturperiode seien auf Mallorca dagegen sechs Grundstücke für Projekte christlicher Kirchen bereitgestellt worden - "und Palmas derzeitige Bürgermeisterin hatte bislang noch nicht mal Zeit, uns zu empfangen". Der Bau einer großen Moschee mit einem Minarett - das wäre den Muslimen auf Mallorca am liebsten: "Denn eine Moschee ohne Minarett ist wie eine Kirche ohne Kirchturm", verdeutlicht Meziani.

Bei einem weiteren Wunschvorhaben beißen die balearischen Muslime bislang ebenfalls auf Granit: Um die Toten nach den Regeln ihres Glaubens beerdigen zu können, fordern sie einen eigenen Friedhof. 40 Jahre müssen die Gebeine der Verstorbenen dort mindestens liegen können - in den meisten christlichen Friedhöfen beträgt die Liegezeit nur etwa die Hälfte oder weniger. Meziani wirft der Stadtverwaltung von Palma vor, die muslimische Gemeinschaft "betrogen" zu haben. "Man hatte uns einen Platz in Son Valentí zugesagt, doch dann hieß es, er sei nun Teil einer Grünzone." So bleibe der muslimischen Gemeinschaft nichts anderes übrig, als die Toten in die Heimatländer zu schicken, um sie dort zu bestatten. "Viele wollen aber gerne hier beerdigt werden, wo sie viele Jahre gelebt haben." mehr...

12. November - Die Szene, wie Ursula Andress im aller-ersten James-Bond-Film („James Bond jagt Dr. No“, 1962) im weißen Bikini mit einem Messer am Höschen aus dem Wasser steigt, hat die Schweizerin auf einen Schlag zum Sex-Symbol und – wie sich in den folgenden Jahrzehnten herausstellen sollte – zum Inbegriff des „Bond-Girls“ gemacht. Der Ort, wo dieser Klassiker der Filmgeschichte entstand, ist heute so etwas wie geweihte Erde: Kein jamaikanischer Fremdenführer würde die Gelegenheit verpassen, Besuchern des Landes im Laufe seines Vortrags über Land und Leute von diesem paradiesischen Stückchen Strand im Norden der Insel vorzuschwärmen. Die berühmte Bikiniszene ist noch heute, fast 50 Jahre später, ein hervorragendes Aushängeschild für den Karibikstaat.

Was ich damit sagen will: Diese Szene mag vielleicht eine Ausnahmeerscheinung sein, weil sie so besonders gut im Gedächtnis bleibt. Aber auch weniger kultige Kino- und Fernsehfilme prägen das Bild, das sich die Leute von einem bestimmten Ort machen. In manchen touristischen Regionen wird die Filmindustrie daher gezielt gefördert, um ein wenig vom Glanz zu erhaschen, der in den Traumfabriken von Hollywood, Berlin oder sonstwo erzeugt wird.

Auf Mallorca? Fehlanzeige. Eine nennenswerte Unterstützung der Filmindustrie, Werbung für die Balearen als Film-Location gibt es leider nicht. Die Produktionsteams müssen eher froh sein, wenn ihnen bei der Suche nach geeigneten Orten keine Steine in den Weg gelegt werden.

Dass sich trotzdem häufig auch ausländische Film- und Fernsehteams auf Mallorca tummeln, ist wohl ein Hinweis darauf, dass die Insel aufgrund der vielfältigen Landschaft, des Klimas, der Anbindung und der Infrastruktur keine schlechte Besetzung sei kann. Dass wochen- oder monatelange Dreharbeiten und große Einzelproduktionen wie „Wetten, dass ..?“ neben dem Werbeeffekt für die Insel auch direkte Einnahmen – Flüge, Unterkunft, Verpflegung, ... – bedeuten, sei hier nur am Rande bemerkt. Gewiss hätte Mallorca das Zeug zum Star, wenn es sich nicht so bequem in seiner Nebenrolle eingerichtet hätte. mehr...

13. August - Die ETA rückt näher. Waren es beim letzten Anschlag vor anderthalb Wochen noch Militärs, die im Visier der Mörderbande gestanden hatten, so verlegten die Terroristen ihre Aktionen am vergangenen Sonntag auf öffentliche Plätze. Dorthin, wo viele Inselbewohner (es handelt bei Portitxol entgegen einiger Berichte in deutschen Medien nicht etwa um einen Urlauberstrand, sondern ein beliebtes Naherholungsgebiet der Hauptstädter) gerne essen oder shoppen gehen.

Ein wenig mulmig kann es einem schon werden, betrachtet man die Schäden, die die Bomben teilweise angerichtet haben. Sie machen klar, was hätte passieren können, wenn der Plan der ETA gewesen wäre, Menschen zu töten oder zu verletzen. Zum Glück war das nicht der Fall, gingen Warnhinweise der Attentäter ein, war die Potenz der Sprengkörper laut den Ermittlern relativ gering. Mancher Kollege der lokalen Presse verglich die Bomben vom Sonntag mit Warnschüssen, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen sollten. Und die natürlich auch darauf abzielten, die Inselwirtschaft zu schwächen und damit den spanischen Staat unter Druck zu setzen und zu Verhandlungen zu zwingen.

Ob die Terroristen mit dieser Strategie Erfolg haben, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wenn Last-Minute-Bucher sich für oder gegen Mallorca entscheiden. Eines ist klar: Die Urlauber sind nicht das Ziel der ETA auf Mallorca und in Spanien. Darin sind sich alle Behörden und Experten einig.

Und mit einem hatten die Attentäter immerhin keinen Erfolg: Sie haben es auch diesmal nicht geschafft, die Lebensgewohnheiten der Menschen, ob Urlauber oder Einheimische, zu ändern.

Gleichwohl ist davon auszugehen, dass die Terroristen versuchen werden, wieder zuzuschlagen, wo sich ihnen die Gelegenheit bietet. Das kann, wie wir inzwischen wissen, in Madrid sein, auf Mallorca oder in Bilbao. Nun steht die Polizei unter Druck, die Täter bald zu schnappen. Hoffen wir, dass aufgrund laufender Ermittlungen keine Informationen herausgegeben werden und nicht, weil die Polizei tatsächlich im Dunkeln tappt. mehr...

6. August - Nun ist also doch passiert, was kaum jemand für möglich gehalten hat: ein ETA-Anschlag auf Mallorca. Der kaltblütige und hinterhältige Mord an den beiden Zivilgardisten in Palmanova hat die Insel erschüttert und verwundet. Nicht nur, weil die Toten hier nicht bloß in die Statistik der Opfer des Terrors eingehen, sondern Gesichter und Namen, Freunde und Familie haben. Auch, weil das Attentat klar gemacht hat: Das Gefühl der Sicherheit, das wir hier so lange hatten, war trügerisch. Wo skrupellose und verblendete Kriminelle am Werk sind, die alles daran setzen, Angst und Schrecken zu verbreiten, ist offenbar auch die Insellage kein ausreichender Schutz.

Die Bluttat hat in der vergangenen Woche viele Fragen aufgeworfen: Was sind das für Menschen, die auf den Fahndungsfotos noch fast wie Teenager aussehen, aber zu solch einer unfassbaren Tat fähig sind? Ist das die Handschrift der neuen Generation der Mörderbande? Hätte der Anschlag durch bessere Sicherheitsvorkehrungen in der attackierten Militäreinrichtung verhindert werden können? Wie sicher ist die Zivilbevölkerung, sind die Urlauber? Wie reagieren sie auf die schrecklichen Ereignisse? War die vorübergehende Schließung des Flughafens bei der Suche nach den Tätern und der damit einhergehende Imageschaden für die Insel wirklich notwendig? Und: Welche Auswirkungen wird der Doppel-Mord auf den Tourismus und damit auf die Inselwirtschaft haben?

Es klingt abgedroschen, stimmt aber doch: Das Leben geht weiter. Eine Woche nach der Terrorattacke ist die Trauer der Hinterbliebenen ins Private gerückt, die Medien widmen sich den nächsten Katastrophen, die Königsfamilie demonstriert durch ihren Inselbesuch: Wir machen business, oder besser gesagt, holiday as usual! Und wie es scheint, hat auch der „normale“ Urlauber erkannt: Der Krieg, den die ETA führt, richtet sich nicht gegen ihn, sondern gegen den spanischen Staat.

Und so rappeln wir uns eben wieder auf und schauen nach vorne. mehr...

25. Juni - Mallorca – Sie sind ziemlich gern gesehene Besucher in Palmas Port: Die 18 Megayachten, die vom 24. bis 27. Juni am Horus Superyacht Cup teilnehmen, werden der Stadt nach Angaben der balearischen Handelskammer während der Regatta und in den Tagen davor und danach schätzungsweise 30 Millionen Euro Umsatz einbringen. Von der Präsenz der Luxusschiffe und rund 500 Regattateilnehmern profitieren nicht nur der Hafen und die Wartungs- und nautischen Dienstleistungsfirmen, die bei dieser Gelegenheit gerne genutzt werden, sondern auch die Hotel- und Gastrobranche der Stadt. Mal ganz abgesehen vom Prestige, das der sportliche und soziale Event der Insel in Sachen Qualitätstourismus beschert.

Die Diven der Meere sind in diesem Jahr greifbarer denn je: Erstmals ist das Regattadorf nicht auf dem entlegenen Dique del Oeste, sondern mitten in der Stadt, an der Alten Mole (Höhe Kathedrale) aufgebaut worden. Damit die Crews und vor allem die Milliardäre, die die Schmuckstücke während dieser Regatta meist eigenhändig dirigieren, sich nicht durch neugierige Blicke gestört fühlen, bleiben die Pforten des Seglercamps für alle, die keine persönliche Einladung besitzen, verschlossen. Ausnahme: Am Samstag, von 9 bis 13 Uhr, kann jedermann die schwimmenden Schuckstücke aus allernächster Nähe begutachten.

Sogar den Wettkämpfen kann man sich nähern, erstmals auch vom Wasser aus: Von Donnerstag bis Samstag kann man der Regatta für 10 Euro pro Person auf Ausflugsbooten folgen, die von 11 bis 16 Uhr stündlich an der Bar Pesquero (Paseo Marítimo) ablegen. Die besten Abfahrtszeiten sind laut Veranstalter um 13 und um 16 Uhr, wenn die Megayachten aus- beziehungsweise wieder in den Hafen einlaufen. Die Wettkämpfe beginnen jeweils gegen 13 Uhr.

Beim Superyacht Cup handelt es sich um eine Fun-Regatta, sagt Pressesprecherin Kate Branagh. „Aber natürlich sind die Segler trotzdem in der Regel sehr ehrgeizig.“ Da die Superyachten alle sehr unterschiedlich sind (sie messen zwischen 25 und 51'6 Meter Länge, das Älteste, die „Antara“ wurde 1991 gebaut, das Neueste, die „Black Pearl“, lief im vergangenen Jahr vom Stapel), wurde eine Art Handicap wie beim Golfen eingeführt, das sich jeweils aus den Charakteristika der Yachten ergibt. So startet das langsamste Schiff zuerst und das schnellste zuletzt. Absicht ist, dass alle ungefähr zum selben Zeitpunkt die Ziellinie überqueren.

Geboren wurde die Idee für einen solchen Cup 1993: Zwei ehemalige Yachtkapitäne, Patrick Whetter und Spike Thompson, wollten für ihre Freunde und Kollegen eine Party organisieren, bevor die meisten Richtung Karibik aufbrachen, um dort den Winter zu verbringen. Die Idee, das Fest mit einer Regatta und einer Preisverleihung zu verknüpfen, lag nahe, und so wurde der erste „Big Boat Cup“ 1995 mit vier teilnehmenden Yachten veranstaltet. Daraus hat sich bis heute ein Event entwickelt, das aus dem Nautikkalender nicht mehr wegzudenken ist. In diesem Jahr hat der Superyacht Cup mit der Hafenbehörde vereinbart, die Alte Mole in den kommenden drei Jahren dafür nutzen zu dürfen.

Über die Besitzer der zehn bis 40 Millionen teuren Yachten ist von der Regatta-Organisation nichts zu erfahren:„Die meisten Eigner sind bekannte Unternehmer, doch bei diesem Anlass wollen sie gerne ihre Privatsphäre gewahrt wissen.” mehr...

18. Juni - Der nächste Akt im Show-Sommer 2009: Nach Gottschalk betritt an diesem Wochenende die Truppe des Moulin Rouge die Mallorca-Bühne. Die schönen Tänzerinnen werden auch Werbung für die Insel machen. mehr...

12. Februar - "Die Krise bekommt Mallorca ganz gut“, berichtete letztens ein befreundeter Südamerikaner am Telefon seiner Mutter am anderen Ende der Leitung. „Die Wohnungspreise gehen runter und überhaupt wird manches billiger.“ Für Ottonormalverdiener, die beruflich selbst nicht von Entlassungen oder Lohnkürzungen betroffen sind, hat die aktuelle Wirtschaftslage durchaus auch positive Seiten. Wenn Wohnungen heute zehn Prozent und morgen vielleicht sogar schon 20 Prozent weniger kosten als noch vor einem Jahr, dann bedeutet das für den Käufer (so er denn in der Lage ist, sich zurzeit das nötige Geld zu beschaffen): Er spart Geld und jede Menge Arbeitszeit. Nicht so schön für den, der gerade eingekauft hat, als die Preise ihren Höhepunkt erreicht hatten.

Eine Korrektur des Preisgefüges ist auf der Insel schon lange fällig, nicht nur im Immobiliensektor. Denn es steht in keinem Verhältnis mehr zur realen Einkommenssituation eines ganz großen Teils der Bevölkerung. Man kann Palma eben doch nicht mit London vergleichen, wo das Leben sicher genauso teuer oder teurer ist.

Vor allem die Gastronomie hat sich auf der Insel mit teilweise astronomischen Preisen die Sympathien ihrer Kundschaft verscherzt. Gemeckert wurde darüber schon lange. Aber jetzt, ob aus echter „Not“ oder aus falscher Sparsamkeit heraus, gehen viele einfach weniger essen. Die Restaurants sind leerer als sonst, manche reagieren bereits mit „Antikrisen-Menüs“ und Sonderangeboten auf der Speisekarte. Jetzt ist Ideenreichtum gefragt, denn mit Billigangeboten, die auf Kosten der Qualität gehen, ist es nicht getan. Neue Konzepte müssen her, die beide Seiten, Gast und Gastronom, gut und gerne leben lassen.

Hoffen wir, dass möglichst viele die Durststrecke überstehen und sie nicht von den hohen Fixkosten (runter mit den Mieten!) erdrückt werden. Und dass es tatsächlich zu der so oft prophezeiten „Bereinigung“ des Marktes kommt, bei der am Ende die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis übrig bleiben. mehr...

12. Februar - Das Seepferdchen reckt und streckt sich und lässt sich wie von einer Luftweste getragen in die Höhe schweben. Seine Kameraden tun es ihm gleich. Oben angekommen rollen sie ihre Schwänzchen ein und gleiten wieder auf den Grund des Beckens. Dann geht das Spiel von vorne los. Die kleinen Fische, die mehr wie eine Mischung aus Pferd und Drachen aussehen, sind sicher nicht die spektakulärsten, aber vielleicht die sympathischsten Bewohner des Palma Aquariums. Die Promis der dort ausgestellten Welt der Meere tummeln sich im "Big Blue": Das tiefste Unterwasserschausfenster Europas (8'5 Meter) beherbergt 20 Haie aus vier Spezies. Die Räuber drehen ihre Runden in einem 33 Meter langen und 25 Meter breiten Becken; täglich um die Mittagszeit werden die Haifische vor den Augen des staunenden Publikums gefüttert.

Rund zwei Jahre nach seiner Eröffnung ist das Palma Aquarium an der Playa de Palma interessanter denn je: Viele Fisch- und Korallenarten haben sich bereits fortgepflanzt: "Ein Zeichen dafür, dass die Bedingungen hier sehr gut sind", sagt Leticia Lope von der Marketingabteilung. Die 17 Angestellten, die sich ausschließlich um das Wohl der Meeresbewohner und die Lebensqualität in ihrer künstlichen Umgebung kümmern, können auf die Erfahrung und die Kolaboration der Kollegen in den drei anderen Aquarien der Unternehmensgruppe Coral World International zählen: Weitere Attraktionen dieser Art befinden sich in Eilat (Israel), Maui (Hawaii) und Perth (Australien).

"Coral World ist Spezialist für Korallen", so Lope. Daher sei die Vielfalt der Hohltiere in den 55 Wasserbecken des Palma Aquariums auch besonders groß. Offenbar weiß man dort auch, wie die blumenartigen Gebilde besonders eindrucksvoll in Szene gesetzt werden können: Verschieden farbiges Licht lässt die unterschiedlichen lebendigen "Gewächse" und die Fische, die sich gerne in ihrer Gesellschaft aufhalten, besonders prächtig gedeihen und zur Geltung kommen.

Der Rundgang durch die Anlage beginnt in der "Alten Welt": Die 25 Aquarien dieser Sektion machen die Besucher mit der Unterwasserwelt bekannt, die nur einen Steinwurf entfernt in der Natur beginnt. Das Leben und Treiben im Mittelmeer ist auf den ersten Blick zwar nicht so bunt und aufregend wie in den Tropen oder im Roten Meer, doch im Detail betrachtet ebenso faszinierend. Genauso wie in den anderen Standorten widmet die Betreiberfirma auch im hiesigen Aquarium den Korallen besondere Aufmerksamkeit. Mit den Mittelmeerspezies hatte man bislang allerdings kaum Erfahrung. Doch man hoffe, in wenigen Jahren auch mit der Reproduktion der hiesigen Arten gute Erfolge zu erzielen.

Die "Neue Welt" wird in 24 Wasserbecken zur Schau gestellt: mit nachgebildeten tropischen Ökosystemen, wie sie im indischen, atlantischen und pazifischen Ozean vorkommen. Ein Außenbereich mit einem maritimen Streichelzoo, Schildkrötenbecken, Dschungel und mediterranem Garten schließt sich daran an, bevor man zum Abschluss die Hauptattraktion, das große Haifischbecken, besucht.

Erklärungen zur Flora und Fauna in den Wasserbecken geben illuminierte Touchscreens auch auf Deutsch. Schließlich bilden die deutschen Urlauber in den Sommermonaten die größte Besuchergruppe. Zurzeit werden zahlreiche Schulklassen durch das Aquarium geführt - Bio-Unterricht, der begeistert. Für Mallorca-Residenten will das Aquarium vom 14. Februar bis zum 30. April die Eintrittspreise auf elf Euro (für Kinder und Erwachsene) senken. mehr...

5. Februar - Man traut es sich kaum zu sagen, vorbildhaft war das nicht: Als ich Mitte der 90er Jahre auf die Insel zog, hatte ich hier zwar Freunde, aber keinen konkreten Plan, wie es beruflich weitergehen soll. Nur so viel wusste ich: Mallorca erlebte damals einen ungeheuren Aufschwung und war so stark von Deutschen geprägt, dass man sich ausrechnen konnte, irgendwie einen Platz an der Sonne zu ergattern. In die Hände gespuckt. Die Rechnung ging auf. Die Medienlandschaft der Insel ist seither regelrecht aufgeblüht und ich kann mir bis heute kaum einen interessanteren Flecken Erde zum Leben und Arbeiten vorstellen.

Die Sehnsucht nach dem mediterranen Lebensgefühl ist ungebrochen – und offensichtlich stärker denn je: 2007 haben 165.000 Deutsche den Sprung in ein anderes Land gewagt. Spanien und Mallorca stehen immer noch mit obenan auf der Liste der beliebtesten Ziele für den Neustart. Ob der Umzug nach Melbourne oder Malle klappt, betrachten sich viele gerne bequem vom Fernsehsessel aus: Der Boom der TV-Formate, die sich mit dem Thema Auswanderer beschäftigen, hält seit Jahren an, auch wenn die Einschaltquoten seit Ausbruch der Krise ein wenig zurückgegangen sind.

Alles deutet darauf hin, dass die Ungewissheit über die weltwirtschaftliche Entwicklung die Goldgräberstimmung überdeckt: Man träumt derzeit vielleicht noch von einem Leben im Süden, aber genauso wie man sich den Autokauf verkneift, verschiebt man auch sein neues Leben.

Und das ist in der Regel wohl gut so: Die Krise ist nicht freundlich zu Menschen, die keinen guten Plan haben oder ein dickes finanzielles Polster. Im Ausland gilt das noch mehr als in der Heimat. Gelegenheitsjobs – schon immer nur eine vorübergehende Möglichkeit, sich über Wasser zu halten – sind heute hart umkämpft auf dieser Insel, seitdem die Zahl der Arbeitslosen derart in die Höhe geschossen ist und die touristische Saison statt länger eher kürzer wird. Es sind schlechte Zeiten für Glücksritter unter den Auswanderern. mehr...

5. Februar - Hübsches, ganz neu eingerichtetes Loft für zwei Personen mit Blick über die Bucht von Palma, so lockt ein Ferienhausvermittler im Internet: Loft, das klingt nach coolem Design und luftigem Ambiente. Die Wirklichkeit sieht, wie schon unschwer auf den Fotos der Homepage zu erkennen ist, anders aus. Das vermeintliche „Loft” entpuppt sich als 35-Quadratmeter-Studiowohnung. Das Einzige, was das Mini-Apartment mit einem Loft gemeinsam hat, ist, dass Küche, Wohn- und Schlafraum in einem einzigen Zimmer untergebracht sind.

Wohnen im Loft ist trendy – und daher ein gern benutztes Schlagwort bei der Vermarktung von Kauf- und Mietobjekten. Mit der ursprünglichen Bedeutung hat die Verwendung des Begriffs Loft auf Mallorca allerdings nur noch begrenzt etwas zu tun: „Im Prinzip gibt es hier so gut wie keine Lofts”, erklärt Architekt Boris Pena aus Palma, „und zwar, weil es auf der Insel praktisch keine geeigneten Industriebauten mehr gibt.” Die wenigen Fabriken, die man hätte in Wohnraum umwandeln können, sind längst abgerissen worden. Und dort, wo Lagerhallen noch auf urbanem Gelände stehen, ist ein Abriss und Neubau von Wohngebäuden in der Regel weitaus lohnender als eine Renovierung, erklärt der Architekt.

Zusammen mit seinem Partner Javier Oliver hat sich Boris Pena dennoch auf dieses Abenteuer eingelassen: Die beiden haben das ehemalige Kino „Doré” in der Calle Nuño Sanz in Palma zu modernen Stadtwohnungen mit Loftcharakter umgebaut und dafür jetzt von der Stadt Palma den Architektenpreis 2008 erhalten. „Unsere Absicht war, einen urbanen Wohnraum zu schaffen für Paare oder Singles, die keine Lust haben auf die übliche Wohnanlage mit Familien und Kindern, und die statt dessen eher auf eine zentrale Lage mit dem Laden oder die Kneipe an der Ecke Wert legen.” Der Gegend, in der sich das ehemalige Kino befindet (in einer Seitenstraße zur Calle Aaragó), prophezeit er eine sehr positive Entwicklung.

Das Kinogebäude stammte aus den 1930er-Jahren, die Fassade von 1952. Die mussten die Planer aus Denkmalschutzgründen beim Umbau weitgehend erhalten. Dahinter ist eine komplett neue Gebäudestruktur entstanden mit zwei Patios und zehn Duplex-Wohnungen, jeweils mit Garage. Um klassische Lofts mit riesigen, offenen, spärlich eingerichteten Räumen und hohen Decken handelt es sich also auch hier nicht. Doch durch die Wahl der Materialien – viel Glasbausteine und Eisenträger innen wie außen – und die Raumaufteilung und Innenarchitektur sind doch ungewöhnliche Wohnungen mit Loft-Ästhetik geschaffen worden. Viele Details wie die Hausnummern oder Briefkästen erinnern durch ihr Design noch daran, dass hier früher einmal Gangster, Cowboys und Hollywoodschönheiten zu Hause waren. Die Wohnungen selbst sind komfortabel und auf Funktionalität hin durchdacht. Über der offenen Küche mit Wohn- und Essbereich ist eine Zwischenebene eingezogen, auf der man es sich gerne mit einem guten Buch bequem machen würde.

Das über mehrere Stockwerke reichende offene Duplex sei typisch für Mallorca, wenn von Lofts die Rede ist, sagt Immobilienunternehmerin Heidi Stadler von First Mallorca, die die preisgekrönten Kino-Lofts vermarktet (die rund 100-Quadratmeter-Wohnung kostet etwa 320.000 Euro). Zu finden seien solche Wohnungen vor allem auch in renovierten Stadtpalästen von Palmas Altstadt. Dort fehlt dann meistens der industrielle Charakter. Erwarten kann man aber architektonisch besonders reizvolle Objekte mit dem Flair von Geschichte und multifunktionale, große offene Küchen-, Ess- und Wohnbereiche. Mitunter ist der Schlafbereich auf einer Zwischenebene untergebracht. Auch diese Altstadtlofts haben „eine moderne Energie”, wie es Heidi Stadler formuliert, und eine kommunikative Aufteilung. In der Regel werden sie mit zeitgenössischen Designermöbeln eingerichtet, was das Loft-Ambiente unterstreicht.

Explizit nachgefragt werden Loft-Wohnungen von ihren Kunden eher selten. Wer eine Stadtwohnung in Palma sucht, der bevorzuge in der Regel eine moderne Wohnung in einem renovierten, historischen Gebäude. „Der Eingangsbereich ist wichtig”, sagt Heidi Stadler. Und natürlich Küchen und Bäder. mehr...

5. Februar - Hübsches, ganz neu eingerichtetes Loft für zwei Personen mit Blick über die Bucht von Palma, so lockt ein Ferienhausvermittler im Internet: Loft, das klingt nach coolem Design und luftigem Ambiente. Die Wirklichkeit sieht, wie schon unschwer auf den Fotos der Homepage zu erkennen ist, anders aus. Das vermeintliche „Loft” entpuppt sich als 35-Quadratmeter-Studiowohnung. Das Einzige, was das Mini-Apartment mit einem Loft gemeinsam hat, ist, dass Küche, Wohn- und Schlafraum in einem einzigen Zimmer untergebracht sind.

Wohnen im Loft ist trendy – und daher ein gern benutztes Schlagwort bei der Vermarktung von Kauf- und Mietobjekten. Mit der ursprünglichen Bedeutung hat die Verwendung des Begriffs Loft auf Mallorca allerdings nur noch begrenzt etwas zu tun: „Im Prinzip gibt es hier so gut wie keine Lofts”, erklärt Architekt Boris Pena aus Palma, „und zwar, weil es auf der Insel praktisch keine geeigneten Industriebauten mehr gibt.” Die wenigen Fabriken, die man hätte in Wohnraum umwandeln können, sind längst abgerissen worden. Und dort, wo Lagerhallen noch auf urbanem Gelände stehen, ist ein Abriss und Neubau von Wohngebäuden in der Regel weitaus lohnender als eine Renovierung, erklärt der Architekt.

Zusammen mit seinem Partner Javier Oliver hat sich Boris Pena dennoch auf dieses Abenteuer eingelassen: Die beiden haben das ehemalige Kino „Doré” in der Calle Nuño Sanz in Palma zu modernen Stadtwohnungen mit Loftcharakter umgebaut und dafür jetzt von der Stadt Palma den Architektenpreis 2008 erhalten. „Unsere Absicht war, einen urbanen Wohnraum zu schaffen für Paare oder Singles, die keine Lust haben auf die übliche Wohnanlage mit Familien und Kindern, und die statt dessen eher auf eine zentrale Lage mit dem Laden oder die Kneipe an der Ecke Wert legen.” Der Gegend, in der sich das ehemalige Kino befindet (in einer Seitenstraße zur Calle Aaragó), prophezeit er eine sehr positive Entwicklung.

Das Kinogebäude stammte aus den 1930er-Jahren, die Fassade von 1952. Die mussten die Planer aus Denkmalschutzgründen beim Umbau weitgehend erhalten. Dahinter ist eine komplett neue Gebäudestruktur entstanden mit zwei Patios und zehn Duplex-Wohnungen, jeweils mit Garage. Um klassische Lofts mit riesigen, offenen, spärlich eingerichteten Räumen und hohen Decken handelt es sich also auch hier nicht. Doch durch die Wahl der Materialien – viel Glasbausteine und Eisenträger innen wie außen – und die Raumaufteilung und Innenarchitektur sind doch ungewöhnliche Wohnungen mit Loft-Ästhetik geschaffen worden. Viele Details wie die Hausnummern oder Briefkästen erinnern durch ihr Design noch daran, dass hier früher einmal Gangster, Cowboys und Hollywoodschönheiten zu Hause waren. Die Wohnungen selbst sind komfortabel und auf Funktionalität hin durchdacht. Über der offenen Küche mit Wohn- und Essbereich ist eine Zwischenebene eingezogen, auf der man es sich gerne mit einem guten Buch bequem machen würde.

Das über mehrere Stockwerke reichende offene Duplex sei typisch für Mallorca, wenn von Lofts die Rede ist, sagt Immobilienunternehmerin Heidi Stadler von First Mallorca, die die preisgekrönten Kino-Lofts vermarktet (die rund 100-Quadratmeter-Wohnung kostet etwa 320.000 Euro). Zu finden seien solche Wohnungen vor allem auch in renovierten Stadtpalästen von Palmas Altstadt. Dort fehlt dann meistens der industrielle Charakter. Erwarten kann man aber architektonisch besonders reizvolle Objekte mit dem Flair von Geschichte und multifunktionale, große offene Küchen-, Ess- und Wohnbereiche. Mitunter ist der Schlafbereich auf einer Zwischenebene untergebracht. Auch diese Altstadtlofts haben „eine moderne Energie”, wie es Heidi Stadler formuliert, und eine kommunikative Aufteilung. In der Regel werden sie mit zeitgenössischen Designermöbeln eingerichtet, was das Loft-Ambiente unterstreicht.

Explizit nachgefragt werden Loft-Wohnungen von ihren Kunden eher selten. Wer eine Stadtwohnung in Palma sucht, der bevorzuge in der Regel eine moderne Wohnung in einem renovierten, historischen Gebäude. „Der Eingangsbereich ist wichtig”, sagt Heidi Stadler. Und natürlich Küchen und Bäder. mehr...

27. November - Sancho, der 15-jährige Sohn von Sandra Stark, wickelt einen dreijährigen Hengst in eine große, raschelnde Plastikfolie, lässt ihn über Stangen gehen und stehen, klettert auf seinen Rücken – und der Braune macht bereitwillig alles mit. „Wir machen es in unserer Familie wie die Indianer“, erklärt die Pferde- und Reitertrainerin, die auf Mallorca unter dem Name „Horseconnection“ Kurse, Seminare und Stunden anbietet: „Die geben Jugendlichen ein junges Pferd an die Hand. Das bedeutet Verantwortung, aber auch jede Menge Spaß.“ Sancho Stark zeigt an diesem Nachmittag auf der Finca Ca´n Correm bei Campos, wie weit er mit der Ausbildung seines kleinen Wildfangs schon gekommen ist. Und Sandra Stark will damit wohl auch beweisen, dass in jedem Reiter ein kleiner „Pferdeflüsterer“ steckt. Dass Sanchos Hengst nach einer Weile unter einer provisorischen Absperrung hindurch huscht und über ein Gatter hinweg in eine andere Koppel springt, quittiert sie mit einem Lachen: „Klar, der will jetzt lieber wieder zurück zu seinen Kumpels.“ Kein böses Wort, keine Hektik. Und schon gar keine Gewalt: Sandra Starks „mentales Pferdetraining“ basiert auf der Philosophie, dass Reiter mit einer klaren Kommunikation, mit Verständnis, Vertrauen und gegenseitigem Respekt weiter kommen als mit Peitsche und Sporen.

Auf Mallorca und anderswo bieten immer mehr „alternative“ Reitlehrer ihre Dienste an, die neben einer artgerechten Haltung des Pferdes auch eine artgerechte Arbeit mit dem Pferd vertreten, und die auch mit ihren Schülern einen liebevollen Umgang pflegen, statt sie auf dem Platz anzubrüllen. Beeinflusst sind sie in der Regel vom „Natural Horsemanship“ und ähnlichen Methoden, die auf Verhaltensforschung und Pferdepsychologie basieren – und auf der Devise, dass an erster Stelle das Wohl des Pferdes steht, und erst dann die Ziele des Reiters kommen.

Die sogenannten „Pferdeflüsterer“ vollbringen oft erstaunliche Veränderungen bei ihrer Arbeit mit problematischen Pferden, die Grundzüge eines leichten, stress- und gewaltfreien Umgangs mit Pferden kann aber jeder relativ schnell lernen. „Leider ist dieser Denkansatz aber immer noch nicht so landläufig“, sagt Sandra Stark. Im Vergleich zu anderen „ganzheitlichen“ Pferdetrainern und Reitlehrern kommt es ihr vor allem „auf die Qualität der Kommunikation mit dem Pferd“ an. Ihre Methode sei auf alle Reitstile übertragbar. Profitieren könnten davon Pferde und Reiter in allen Niveaus, auch Nichtreiter sollen in ihren Seminaren (wieder) ein feineres Gespür für die Wahrnehmung der Umwelt entwickeln und lernen, sich auch ohne Befehlston zurchzusetzen. In Seminaren oder im Einzelunterricht will Sandra Stark ihre Schüler „ganz individuell dort abholen, wo sie gerade stehen“. Zuerst schaue sie sich an, wie das Verhältnis zwischen Pferd und Reiter ist: „Das sieht man im ganz Alltäglichen.“ Ihre Schüler sollten als erstes in Frage stellen, was sie bislang als gegeben hingenommen haben. Das gelte auch für Probleme, die sich eingeschlichen haben:Das Pferd geht nicht in den Hänger, es steht nicht still beim Aufsitzen... „Vieles lässt sich recht einfach lösen.“ Ein großer Teil ihres Trainings findet am Boden statt. Hier sollen Mensch und Tier auf spielerische Art einen gemeinsamen Rhythmus finden, ein Gespür für die Bewegungen des anderen entwickeln und „ihre Kommunikation verfeinern“ – was später auch dem Reiten zugute kommt. Sandra Stark vergleicht das mit einem möglichst leichtfüßigen Tanz, bei dem keiner dem anderen auf die Zehen tritt. Das Spielerische und die Bodenarbeit kommt ihrer Meinung nach oft zu kurz, auch weil das in vielen Reitbetrieben belächelt werde.

Inzwischen hat Sancho seinen Wildfang wieder auf den Platz geholt, aber nur, um ihn zusammen mit seinen „Kumpels“ in die wohlverdiente Mittagspause zu schicken. mehr...

20. November - Tarzan ist bereit zum Einsatz. José Manuel García stülpt dem Falken noch eben ein Häubchen über und lässt ihn sich auf einem dicken Lederhandschuh festkrallen, bevor er ihn ins Auto verfrachtet. Der Tower vom Airport Son Sant Joan hat ein paar Möwen über einer der Landebahnen gesichtet – Tarzan soll die Störenfriede vertreiben, damit die anfliegenden Flugzeuge unbeschadet landen können.

Falkner García und seine drei Kollegen drehen täglich mit ihren Räubern ihre Runden auf dem Flughafengelände. Die Entsendung von Falken ist laut der Flughafenbetreibergesellschaft Aena das wirksamste Mittel, um die gefürchteten Vogelschläge zu verhindern. Zusammenstöße von Flugzeugen mit einzelnen Vögeln und ganzen Vogelschwärmen sind in der Luftfahrt weltweit an der Tagesordnung – oft sind die Folgen harmlos, aber in einigen Fällen haben Vögel Flugzeugabstürze mit Todesopfern verursacht.

Ganz so dramatisch war der jüngst in Rom bekannt gewordene Zwischenfall mit einer Maschine von Ryanair nicht: Ein aus Frankfurt-Hahn kommendes Flugzeug der irischen Airline durchquerte beim Landeanflug einen Schwarm Stare. Einige Vögel gerieten in die Triebwerke, die Passagiere hörten einen Knall und sahen Flammen. Die Boeing 737 musste notlanden und wurde schwer beschädigt, die 166 Passagiere blieben unverletzt.

„Bei schlechtem Wetter haben wir besonders viel zu tun”, sagt García. Dann ist das Meer aufgewühlt und die Vögel, die sonst über dem Wasser kreisen, verziehen sich weiter ins Inselinnere. Eigentlich immer bereiten Möwen, angelockt von den drei Kläranlagen in der Nähe und früher auch von der nahe gelegenen Müllkippe Son Reus, dem Luftverkehr von Sant Son Joan Probleme. Die meisten Eindringlinge registrieren die Falkner in den frühen Wintermonaten, wenn die Zugvögel aus dem Norden auf die Insel kommen oder einen Zwischenstopp einlegen auf dem weiteren Weg nach Süden. Neben Möwen und Rebhühnern machen dann zum Beispiel auch Stare und Kiebitze den Luftraum unsicher. Wer glaubt, dass ein Vögelchen einem tonnenschweren motorisierten Eisenvogel nicht viel anhaben kann, der irrt. „Bei einer Geschwindigkeit von 300 km/h kann auch der Aufprall einzelner Tiere ordentlichen Schaden anrichten”, weiß García. Beulen und gesprungene Windschutzscheiben gehören da noch zu den geringeren Problemen. Wenn die Federtiere in die Motoren geraten, kann die Situation richtig brenzlig werden.

Aena unterhält am Flughafen von Palma rund 30 Falken verschiedener Rassen. Ihre Trainer und Pfleger haben immer mehrere unterschiedliche Tiere dabei: Sie werden je nach Größe der potenziellen Beute eingesetzt. Unterstützt werden sie von zwei Jagdhunden, die am Boden sitzende Vögel in die Luft scheuchen, um sie so ihren Jägern in die Fänge zu treiben, und die auch tote Vögel und Kaninchen von den Start- und Landebahnen aufsammeln.

Die Hauptaufgabe der Falken sind „Aufklärungsflüge”. Allein durch ihre Präsenz in der Luft verjagen die schnellen Raubvögel alles, was in ihr Beuteschema passt. „Damit die Vögel die Falken auch ernst nehmen und sich nicht an sie gewöhnen, lassen wir sie auch regelmäßig Vögel schlagen”, beschreibt García, der seine Falken auch selbst abrichtet. Akustische Signale haben sich genau aus diesem Grund als wenig wirksam zur Vogelscheuche erwiesen.

Für eine erfolgreiche Jagd bekommen die Falken einen Extra-Leckerbissen. Das Futter treibt sie auch zurück zu ihren „Herrchen”. Selbst wenn kein einziger Vogel am Himmel gesichtet wird, lassen die Falkner ihre Schützlinge fliegen: „Sie müssen sich täglich etwa eine Stunde bewegen, um fit zu bleiben.” Vor jedem Einsatz werden sie gewogen – nur mit dem Idealgewicht sind sie schnell und kräftig genug, um ihre Beute zu verfolgen und zu erlegen.

Ganz verhindern lassen sich Vogelschläge aber auch durch die Falkner nicht. Immer wieder kommt es laut García auch in Palmas Airport zu kleineren Zwischenfällen, die in der Regel aber keinen großen Schaden anrichten. mehr...

20. November - Mehr als 35 Tonnen Meer und Gischt gewordene Farbe, Stalaktiten, wie sie die Drachenhöhle bei Porto Cristo nicht gewaltiger in Szene setzt, ein 1400 Quadratmeter großes Signal der Hoffnung, des Dialogs und der Toleranz: Angesichts der Großartigkeit von Miquel Barcelós neuestem – und wie einige Kunstkritiker sagen – bedeutendstem Kunstwerk sind die meisten kritischen Stimmen verstummt. Am Dienstag, bei der Einweihung der neuen Kuppel, die der mallorquinische Künstler in den vergangenen 13 Monaten mit rund 20 Helfern im „Saal der Menschenrechte und der Allianz der Zivilisationen“ im Sitz der Vereinten Nationen in Genf geschaffen hat, überschlugen sich die Redner fast vor Lob. Über Geld wollte zumindest an diesem Tag niemand reden.

Das 20 Millionen Euro teure Deckenbild, das Spanien dem europäischen Hauptquartier der UNO spendiert hat, soll die zeitgenössische spanische Kunst in aller Munde bringen, so der spanische Regierungschef José Luis Rodriguéz Zapatero. „Das ist das Werk eines Genies, eines spanischen Genies“, sagte er bei der Feier in Genf. Barceló habe ein „bewegendes Werk geschaffen, eine Metapher für die Welt und seine Komplexität“. Es sei das beste Kulturprojekt, das Spanien seit Jahrzehnten hervorgebracht hat und ein bedeutendes Kunstwerk für das 21. Jahrhundert, pflichtete Miguel Zugaza, Direktor des Prado-Museums in Madrid, bei. Die „unzweifelhafte Schönheit und Aus-druckskraft“ des Kunstwerks bewunderte der spanische König Juan Carlos. „Es wird die Fantasie aller, die hier arbeiten, beflügeln“, befand UNO-Generalsekretät Ban Ki-moon vor über 700 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft, unter ihnen die mallorquinische Familie des Künstlers, Freunde aus Paris und Mali, wo er seine Winter verbringt, und nicht nur eine Delegation der spanischen Regierung, sondern auch eine der Balearen. Hat doch die Regierung des Archipels ebenfalls 150.000 Euro für das Monumental-Werk beigesteuert. Dafür darf die Heimatregion des 51-jährigen Starkünstlers aus Felanitx den Dokumentarfilm über die Entstehung der bunten UNO-Höhle für Werbezwecke verwenden.

Barceló, der wie immer ohne Krawatte auftrat, machte selbst keine großen Worte. Er beschränkte sich darauf, einen Text über seine Arbeit in drei Sprachen – Französisch, Katalanisch und Spanisch – vorzulesen. Während er die meiste Zeit vor dem offiziellen Teil bei den Besuchern aus seiner Heimat verbrachte, war sein Platz während der Reden neben der Frau des spanischen Ministerpräsidenten, Sonsoles Espinosa.

Unter den Gästen befanden sich auch Vertreter der spanischen Großkonzerne, die 60 Prozent der Kosten über die Stiftung Onuart tragen. 40 Prozent des Gelds muss der spanische Staat aufbringen. Ins Gespräch gekommen war das Kunstprojekt, als bekannt wurde, dass dafür 500.000 Euro aus einem Fonds für Entwicklungshilfe abgezweigt worden waren: Wie viele Impfungen, Brunnen, Renovierungen, wie viele Tausend Kinder hätten mit dem Geld bedient werden können“, fragte der Sprecher der konservativen Oppositionspartei PP. Die Regierung sprach von „billiger Polemik“, das Geld sei für die Unterstützung internationaler Organisationen vorgesehen gewesen, zu denen auch die UN gehöre.

Barceló selbst soll sein Honarar als angemessen bezeichnet haben. Er betonte, dass 80 Prozent der Kosten auf architektonische und technische Leistungen zurückgehe. Damit sich die UNO-Delegierten künftig zum Palaver im „Höhlenmeer“ zurückziehen können, musste er „gegen die Schwerkraft anmalen“, wie er es nennt.

Damit die Tonnen von Farbmasse, die er mit Paintball-Gewehren gegen die Decke schleuderte, auch tatsächlich dort haften bleiben und die bunten Stalaktiten nicht irgendwann abfallen, ersetzte er die alte Kuppel durch eine neue mit einem Aluminiumgerüst und beschäftigte Teilchenphysiker, Architekten, Ingenieure, einen Koch und einen Höhlenforscher.

Wenn dort gerade keine Debatten stattfinden, soll der Sitzungssaal künftig für Besucher geöffnet werden. mehr...

30. Oktober - Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassung von Ganzkörper-Scannern an den europäischen Flughäfen hat in Deutschland für weitaus mehr Furore gesorgt als in Spanien. Den meisten hiesigen Tageszeitungen waren die Nacktscanner kaum mehr als längere Meldungen wert, in der Zentrale der Flughafenbetreibergesellschaft (Aena) ist man dennoch auf Anfragen von Journalisten vorbereitet: Nein, eine Einführung der umstrittenen High-tech-Kontrollen sei nicht geplant. Noch nicht einmal zum Test, wie etwa in Amsterdam, würden die Durchleuchtungsgeräte eingesetzt, so eine Pressesprecherin von Aena in Madrid.

Deutschlandweit war ein Aufschrei durch Medien und die Politikerreihen gegangen, nachdem die EU-Kommission am 4. September vorgeschlagen hatte, die neue Screening-Methode auf Flughäfen zu genehmigen. Elektromagnetische Wellen durchleuchten dabei Papier, Stoff und Plastik. Da die Strahlen auch Kleidung durchdringen, könnte das Sicherheitspersonal einfach und ohne Körperkontakt versteckte Waffen, aber auch Drogen und Sprengstoff erkennen. Dass die kontrollierten Passagiere auf den Monitoren des Sicherheitspersonals dabei praktisch nackt erscheinen – und neben Speckrollen auch körperliche Besonderheiten wie künstliche Darmausgänge oder Brustprothesen offenbaren –, finden die Kritiker, unter ihnen viele EU-Parlamentarier und deutsche Politiker, schlichtweg entwürdigend und skandalös.

Quer durch die Parteien regte sich in der vergangenen Woche ein Sturm des Protests, der die Bundesregierung veranlasst hat, Entwarnung zu geben: Es werde keine Nackt-Scanner an deutschen Flughäfen geben. Daran änderte auch die Versicherung der EU-Kommission nichts, die Scanbilder könnten über ein Computerprogramm verfremdet und anonym ausgewertet werden. Und überhaupt solle es kein Ganzkörperscannen gegen das Einverständnis des Passagiers geben.

Solch einen „Unfug“ werde man nicht mitmachen, verlautete es aus dem Innenministerium. Minister Wolfgang Schäuble betonte, er wolle nicht, „dass die Bundespolizisten in das Licht kommen, sie seien heimliche Spanner“.

Diese kategorische Ablehnung erscheint allerdings verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung die Strahlen-Technik selbst mit mehreren Millionen Euro Projektgeldern entwickeln lässt, wie Spiegel online berichtet. Und weiter: Die Technologie könne auch an anderen stark frequentierten Orten zur Anwendung kommen, heiße es in der Projektbeschreibung.

Die Betreiberfirma der spanischen Flughäfen erprobt derweil ein anderes Scan-Verfahren: Im Terminal C des Airports von Barcelona ist ein neuer Schuhscanner im Einsatz, der wie ein Metalldetektor funktioniert. Den Passagieren soll so das Ausziehen der Schuhe bei der Sicherheitskontrolle möglichst erspart werden. Ethische Bedenken sind bislang nicht laut geworden. mehr...

23. Oktober - Wer in dieser Runde der Chef ist, wird auch ohne Flüsterei der vierbeinigen Co-Trainer klar: Kerstin Kruse bestimmt die Szenerie am Rande einer kleinen Koppel auf einer privaten Pferdefinca bei Manacor. Ein deutsches Pärchen betreibt hier sanfte Westernreiterei ohne Gebiss und Gewaltanwendung. Ihre Pferde werden künftig bei Seminaren der Firma ,,horsesense” als ,,Co-Coaches” eingesetzt, beim Training von Führungskräften unterstützen sie die Arbeit der professionellen Coaches aus dem Team der Hamburger Akademie.

Kerstin Kruse und ihre Kollegin Anabel Schröder haben ,,horsesense” 2004 gegründet. Seminare und Coachings für Firmenleiter, Chefetagen, Außendienstmitarbeiter und Selbstständige war schon immer ihr Thema. Dass ,,der Boss vom Ross lernen kann”, wie es ein Kollege einer deutschen Zeitung einmal formuliert hat, ging ihnen durch den persönlichen Umgang mit Pferden auf: ,,Wenn du dich nach einem harten Tag im Büro völlig gestresst aufs Pferd setzt, dann macht sich das beim Reiten bemerkbar.” Pferde seien ein guter und besonders ehrlicher Spiegel für die momentane Gefühlslage des Menschen, aber auch für seine Persönlichkeit und seine sozialen Kompetenzen.

Weil Pferde in sozialen Rangordnungen leben, checken sie sofort ab, wo ihr Gegenüber in der Hierarchie einzuordnen ist: ,,Ein Pferd, das keinen Führer hat, wird aus reinem Selbsterhaltungstrieb selbst die Führung übernehmen”, sagt Anabel Schröder. Instinktiv bewertet es die Körpersprache: Hat der ,,Neue“ in der Herde ein Ziel vor Augen, geht er zögerlich vor, ist sein Selbstbewusstsein bloß aufgesetzt? Die Szene auf der Pferdewiese lasse sich oft in den Arbeitsalltag übertragen.

Mitunter erleben die Manager mit ihren vierbeinigen Trainingspartnern Überraschungen: ,,Pferde interessieren sich nicht für den äußeren Schein, gesellschaftliche Positionen und Titel, sondern spiegeln ihrem Gegenüber schonungslos dessen innere Einstellung, dessen Selbstbewusstsein, die Führungsfähigkeit”, erklärt Kerstin Kruse. Und sie sind sehr sensibel und reagieren auf kleinste Details. Wie die Mitarbeiter in der Firma haben sie unterschiedliche Charaktere: Die einen lassen sich vielleicht von dominantem Auftreten beeindrucken und brauchen eine feste Hand, die zeigt, wo's langgeht, die anderen müssen am langen Strick geführt werden.

Statt Managern haben Kerstin Kruse und Anabel Schröder an diesem Tag eine Gruppe von Trainern um sich versammelt, die sich gegenseitig coachen. Unter ihnen Agnes Voller, die Ansprechpartnerin von ,,horsesense“ auf Mallorca ist.

Wie sonst die Seminarteilnehmer auch, absolvieren die Trainer kleine Übungen mit den Pferden. Deren Verlauf, das Verhalten und die Körpersprache von Mensch und Tier werden direkt vor Ort analysiert und auf Videokamera festgehalten, um dem Teilnehmer später ein weiteres Feedback geben zu können.

Die möglichen Frage- und Aufgabenstellungen – und Erkenntnisse – sind so vielschichtig wie die Abläufe in einem Unternehmen und die Charaktere, die darin wirken. Wie kann man die Kommunikation unter den Mitarbeitern verbessern? Wie Mitarbeiter motivieren oder Konflikte lösen? Wie wird der Chef in der Firma wahrgenommen? Wie lassen sich Veränderungen oder Umstellungen im Unternehmen leichter bewältigen? Die üblichen Themen eben, die auch in anderen Seminaren zum Thema Persönlichkeitsentwicklung angesprochen werden.

Vorteil der pferdeunterstützten Seminararbeit: Die Vierbeiner werden als ,,objektive” , nicht manipulierbare ,,Kritiker” anerkannt. Und der Umgang mit Tieren löst bei vielen Teilnehmern Emotionen aus, die das Erlebte tiefer wirken lassen. Oder wie es Kerstin Kruse sagt: ,,Es entstehen Situationen, die den Manager vom Kopf- in die Bauchebene bringen.” Für Teams oder Einzelkunden, die von außerhalb zum Training nach Mallorca anreisen, kommt der Incentive-Charakter hinzu: In der gelösten und entspannten Umgebung fällt es leichter, sich auf diese spielerische Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen einzulassen. Pferdeerfahrung brauchen die Teilnehmer nicht, da die Arbeit mit den Tieren nur am Boden erfolgt.

Allerdings: Pferde dienen auch in diesen Seminaren nur als Katalysatoren. Das Wichtigste sei die Analyse durch die Trainer, die aus den kleinen Übungen den Bezug zum Alltag herstellen und dem Teilnehmer die Fragen stellen, die ihm selbst eine Lösung der Problems ermöglichen. www.horsesense-training.de mehr...