28. Februar - Die S´Albufera war auch im vergangenen Jahr wieder Mallorcas meistbesuchtes Naturschutzgebiet. Gut 100.000 Spaziergänger und Vogelkundler streiften durch das Schilfgebiet. 80 Prozent davon Ausländer. Die Mehrzahl aus dem deutschsprachigen Raum. Für manche von ihnen war die 1700 Hektar große Feuchtzone zwischen Port d'Alcúdia und Can Picafort sogar für das Urlaubsziel Mallorca ausschlaggebend.

Wie für das Paar aus Innsbruck, das sich in einer der Beobachtungshütten auf dem Gelände auf die Lauer gelegt hat. In zweckmäßige, unaufdringliche Outdoorkluft gehüllt, den wassergeschützten Feldstecher vor den Augen und ein noch größeres Fernrohr auf dem Stativ montiert, machen sie sich dezent auf die visuelle Jagd. Um sich beim Who's who im Vogelreich nicht zu vertun, liegt ein buntbebilderter „Kosmos-Vogelführer“ in Reichweite, der die in der Hütte aufgehängten Informationstafeln ergänzt. 758 Arten sind darin verzeichnet, so das nicht zu übersehende Versprechen auf der unteren rechten Ecke des Buchtitels.

Das müsste dicke reichen, denn nur etwas mehr als 200 Arten fühlen sich im Jahr hier dauerhaft heimisch. Hinzu kommen noch die Zugvögel, die auf ihrer langen Reise im Dickicht des Schilfs ein Päuschen einlegen, um wieder zu Kräften zu kommen. „Wir sind extra wegen der S´Albufera auf die Insel geflogen“, so die Hobbyornithologen aus Österreich. „Um diese Jahreszeit kann man bei uns bestenfalls Skihaserln beobachten.“ Aber das interessiere sie nicht sonderlich. Auch in den Salinen beim Es Trenc treffe man hin und wieder auf interessante Arten. „Aber ungleich weniger als im S´Al-bufera-Park.“ Ein Graureiher zieht seine Bahnen gut 100 Meter entfernt. Zu weit für das Teleobjektiv des MM-Fotografen. Dafür schwimmt ein Entenpärchen in Richtung Kamera. „Na los, noch ein bisschen zu mir, du kleiner Löffler“, ermuntert der Fotoreporter fast nicht hörbar das Federvieh.

Aber die Innsbrucker scheinen nicht nur optisch auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein. „Das ist eine Löffelente, kein Löffler“, bekommt der Fotoreporter eins hinter seine Löffel. „Dankeschön!“ Klick, klick, klick.“ Nirgendwo auf den Balearen gibt es eine größere Tiervielfalt als in der S´Al-bufera. Zwei Drittel aller auf den Inseln heimischen Vogelgattungen leben in dem Feuchtgebiet. Rund 30 Fischsorten und Hunderte Insekten-Arten, Reptilien und Nagetiere finden hier seit 20 Jahren einen sicheren Lebensraum. Seit dem 28. Januar 1988 steht die S´Al-bufera unter besonderem Schutz - Mallorcas ältester Naturpark.

Die Parkverwaltung trägt dem hohen ausländischen Besucheranteil seit geraumer Zeit Rechnung und hat auf dem Gelände mehrsprachige Informationstafeln zur Entstehungsgeschichte des Biotops und über dessen Flora und Fauna aufgestellt (auch auf Deutsch).

Ein interaktives „Interpretationszentrum“ er-möglicht, sich intensiver mit dem Park und dessen Bewohnern zu beschäftigen. Dort können sich Besitzer der grünen Umweltkarte (die auf Spanisch Tarjeta Verde genannt wird) auch kostenlos Ferngläser oder Fahrräder für den Streifzug über das Gelände leihen. Die Tarjeta Verde kann dort auch zum Preis von zehn Euro erstanden werden.

Der Eintritt zu dem täglich von 9 bis 17 Uhr geöffneten Park (ab April bis 18 Uhr) ist frei. Besucher werden lediglich zu Statistik-Zwecken gebeten, sich im Eingangsgebäude eine Besuchserlaubnis abzuholen. Dort erhält man auch Listen und Broschüren, in denen die Vogelarten mehrsprachig aufgeführt sind. Im Nebenraum wird eine sehenswerte Fotoausstellung gezeigt, die mit teilweise spektakulären Aufnahmen die Bewohner des Feuchtgebietes ins richtige Licht setzt. „Und ich bin schon froh, wenn mir so ein Löffeltier in die Kamera grinst“, nimmt sich der MM-Fotograf selbst auf die Schippe.
Die Anfahrt zum Naturpark S'Albufera ist leicht zu finden: Von Palma aus geht es über die Autobahn in Richtung Port d'Alcúdia. Dort angekommen, muss man der Umgehungsstraße folgen, die nach Artà führt. Am Ortsausgang von Port d'Alcúdia befindet sich dann eine Brücke, die nicht zu übersehen ist. 50 Meter weiter, gegenüber dem Luxushotel „Parc Natural“, kann rechter Hand geparkt werden. Der Park selbst ist nämlich nicht mit dem Auto, sondern auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Zu Fuß dauert der Spaziergang etwa 15 Minuten bis zum Kartenhäuschen. Haustiere dürfen nicht mit in das Feuchtgebiet S'Albufera genommen werden. mehr...

8. November - Es gibt keine bekanntere Bar in Palma und bis zum Ende der Umbauarbeiten wohl auch keine engere. Die Bar Bosch an der Plaça Rei Joan Carles I wird derzeit komplett renoviert. Geschlossen wurde das Lokal deswegen aber nicht. Der Betrieb wurde und wird – zumindest was die Terrassenplätze anbelangt – in vollem Umfang aufrechterhalten. Innen muss aber deutlich zusammengerückt werden.

Zeitweise waren sogar zwei komplette und funktionstüchtige Tresen in Betrieb. Erst wurde die neue Theke eingebaut, dann die alte abgerissen. Noch ist der Innenraum mit Rigipsplatten abgeteilt. Spätestens Mitte November soll das alteingesessene Etablissement in neuem Glanz erstrahlen. „Eine Renovierung war dringend erforderlich”, sagt Onofre Flexas, dem seit 32 Jahren die Bar Bosch gehört. „Der Tresen steht schon seit 1936, seit es die Bar gibt. Der war einfach fertig.”

Viele Gäste hätten gerne ein Stück des alten Teakholztresens als Souvenir gehabt, so Flexas, „aber da hängt mein halbes Leben dran, das gibt es nicht als Andenken.” Auch wenn sich der neue Tresen optisch gar nicht so sehr von seinem Vorgänger unterscheidet, wirkt alles spiegelverkehrt und anders.

Die neue Theke ist ebenfalls aus Teakholz, aber deutlich länger als die alte Version. Sie schließt jetzt mit der hinteren Stirnwand der Bar ab. Dadurch können die Bereiche Bar und Küche besser voneinander getrennt werden und das Personal hinter dem Tresen hat mehr Platz zum Arbeiten.

Aufgrund des erweiterten Tresens wird der Sitzbereich ein wenig kleiner. „Wir schätzen, dass wir auf drei bis vier Tische verzichten müssen.” Bis zur endgültigen Fertigstellung bleibt es für Kellner und Gäste im Innenenbereich extrem eng. Wer am Tresen steht, muss sich den etwa 80 Zentimeter schmalen, provisorischen Flur mit den Kellnern teilen, und mit all jenen, die auf dem Weg zu den ebenfalls renovierten Toiletten durch das ganze Lokal gehen müssen. mehr...

1. November - Man muss schon genau hinsehen, um das dezente, ockergelbe Schild oberhalb der höchsten Flaschenreihe an der Bar des Restaurants Trencadora wahrzunehmen. Es ist einem Verkehrszeichen nachempfunden, das das Ende der Stadt München ankündigt. Der darunter aufgeführte nächste Ort ist allerdings für deutsche Verhältnisse recht weit weg. Und ein Ort im eigentlichen Sinne ist es auch nicht. „Mallorca 1636” ist dort zu lesen. Auch wer keinen Führerschein hat, versteht die Botschaft. Jutta Dammermann hat ihre bayrischen Zelte abgebrochen, um etwas mehr als 1600 Kilometer südlich neuen Wind in das Restaurant der Peter-Maffay-Stiftung in Pollença (Calle Ramon Llull, 7) zu bringen. Kulinarisch und vor allem kulturell.

„Ich versorge die Band schon seit Jahren und bin auf ausdrücklichen Wunsch von Peter hergekommen, um wieder etwas mehr Schwung in den Laden zu bringen”, betont die energische 55-Jährige. Und nach einer halbjährigen Eingewöhnungs- und Orientierungsphase soll es nun mit dem Schwung auch richtig losgehen. „Ab sofort werden wir hier jeden Donnerstagabend Live-Musik verschiedener Stilrichtungen bieten. Lokale und internationale Musiker.” Man wolle einen Treffpunkt für Musik- und Kulturfreunde bieten, der neben einer gemütlichen Atmosphäre, und gutem Essen viel Raum für Gespräche, Ideen und Kreativität biete. „Zur Not jamt auch Peter bei den Sessions mit.”

Den erhofften Ausstellungsreigen eröffnen um die 70 von weit über 1000 Fotos von Musiklegenden, die Dammermanns Lebenspartner, Klaus Schmalenbach (55), im Laufe seiner 30-jährigen Tätigkeit in der Musikbranche zusammengetragen hat. Darunter einige wirkliche Perlen. Unter anderem der noch halbstarke Mick Jagger beim Armdrücken mit Brian Jones; Elvis Presley während seiner Militärzeit in Deutschland, wie er sich mit ebenfalls durchgefrorenen Kameraden im verschneiten Wald die Hände an einem Lagerfeuer wärmt; Elton John mit einer monströsen Orgel; ein relaxter Jimi Hendrix in München, eine gut gelaunte Janis Joplin und viele mehr.

Der Gaumen der Gäste wird mit internationalen und mediterranen Gerichten verwöhnt, deren Ingredienzien weitestgehend auf dem hauseigenen Bio-Bauernhof angebaut werden. Der Wein kommt von der nahe gelegenen und preisgekrönten Bodega Ca'n Vidalet. mehr...

1. November - Für Anfang November wird heftigstes Donnergrollen vorhergesagt. Die Prophezeihung ist glaubhaft, denn sie stammt nicht vom meteorologischen Institut. 350 Harley Fahrer treffen sich vom 5. bis zum 11. November im Robinson Club Cala Serena, um mit mächtigem Sound die Motorradsaison ausklingen zu lassen.

Vorweg geht dem Fahrertreff eine Händlerveranstaltung, bei der rund 75 Harley-Repräsentanten aus Deutschland und Österreich zur Vorstellung der neuesten Modelle der amerikanischen Motorradlegende auf die Insel geladen werden. Präsentiert werden die XL 1200 Nightster aus der Sportser Modellreihe und die Dyna FatBob. Außerdem werden zahlreiche andere Bikes der 2008er-Palette zu sehen und zu fahren sein. Auch Maschinen der Marke Buell gilt es zu testen, darunter der imposante Offroader Buell Ulysses. Die Händler werden ebenfalls im Robinson Club untergebracht.

Insgesamt bringt Harley-Davisdson Deutschland aus seiner Zentrale in Mörfelden bei Frankfurt 40 Maschinen auf die Insel. Etwa 20 Mitarbeiter betreuen das Event vor Ort. Mit dabei, Marketingchef Bernhard Gneithing. „Auf dem Händlertreffen werden wir mit unseren Geschäftspartnern vor allem neue Businessund Verkaufsstrategien erörtern, bevor wir uns auf die neuen Bikes setzen und diese auf Herz und Nieren testen”, so Gneithing.

Für die Händler ist der Mallorcaausflug schon fast Tradition. Bereits zum fünften Mal kommen sie auf die Insel, um über die neuesten Tendenzen und Entwicklungen in ihrem Sektor informiert zu werden. Und um jede Menge Spaß zu haben. „Eine Herbstpräsentation rund um Frankfurt ist einfach um diese Jahreszeit nicht so prickelnd”, bergründet Gneithing die Standortwahl. Neben den klimatischen Vorzügen sprechen für Mallorca darüber hinaus die gute Erreichbarkeit und die freundschaftlichen Kontakte zum Robinson Club, der als Veranstaltungsort alle Voraussetzung erfülle.

Insgesamt bietet die Harley-Produktlinie im kommenden Jahr 26 Modelle aus fünf verschiedenen Reihen. Die „kleine” Sportster 883 wird bereits ab 7800 Euro angeboten. Könnte man den Touring-Traum Electra Glide Ultra Classic pfundweise erwerben, würden bei dem 375-Kilo-Koloss in der Basisversion pro 500 Gramm 35 Euro den Besitzern wechseln. Aber meistens darf es bekanntlich etwas mehr sein.

Im Gegensatz zu den Händlern haben die Biker noch wenig Inselerfahrungen. Zumindest im Rahmen der Mallorca Bike Week, denn diese findet erst zum zweiten Mal statt. Organisiert wird auch das Fahrer-Event von Harley-Davidson Deutschland. Die privaten Motorräder werden samt Ausrüstung per Lkw-Konvoi auf die Insel gebracht und warten auf ihre Besitzer in Cala d'Or auf dem Clubgelände. Ab 1150 Euro aufwärts, plus Flugkosten, haben sich die Harley-Urlauber ihren kubikzentimeterstarken Ausflug kosten lassen.

Neben individuellen Inseltouren steht auch eine Ausfahrt im Pulk nach Palma auf dem Programm. Dann wird wahrlich ein gewaltiges Donnern über die Insel grollen. Hoffentlich hat Petrus mit der lautstarken Konkurrenz ein Einsehen und donnert nicht zurück. mehr...

6. September - Schon lange vor Jurassic Park interessierte sich Bernadino Vives für das Leben und Sterben der Saurier. Den Spitznamen „Dino” hatte der 57-Jährige aber schon von Kind an. Vor vier Wochen erfüllte sich der Mann aus Santa Pola (Provinz Alicante) seinen großen Traum und eröffnete zusammen mit seinem Partner Lino einen Dinosaurier-Erlebnispark bei Algaida. Genau an der Stelle, an der bereits 1994 ein Saurierpark-Betreiber sein unternehmerisches Glück versucht hatte und wenige Jahre später scheiterte. Einige Exemplare der Konkursmasse stehen seitdem vor einem Geschäft in Manacor.

„Vielleicht hätten wir den einen oder anderen Saurier miterwerben können, als wir vor einem Jahr das 44.000 Quadratmeter große Gelände übernahmen. Aber die Modelle waren alle nur relativ billig gegossen. Wir wollten authentische Saurier, die dem aktuellsten Forschungsstand entsprechen”, betont Vives seine hohen Ansprüche. Solche exakten Nachbildungen gebe es aber nicht im Handel. „Wir haben sie in mühevoller Handarbeit auf dem Festland selbst gebaut und uns völlig mit dem zeitlichen Aufwand verschätzt. Eigentlich sollte das ,Valle de los Dinosaurios' schon viel früher eröffnet werden.” Aber allein an dem 60.000 Euro teuren Tyrannosaurus hätten sechs Spezialisten zwei Monate lang gearbeitet, bis das Polyestermonster den Anforderungen entsprach.

Bislang sind im Erlebnispark 15 Exemplare aus zehn unterschiedlichen Gattungen zu sehen. Zum Jahresende sollen es gut doppelt so viele sein. Dann, so Vives, gebe es auf Mallorca den größten und beeindruckendsten Saurierpark Europas, vermutlich sogar der ganzen Welt.

„Unsere Saurier stehen auch nicht einfach nur in der Landschaft herum, sondern wurden in realistische Szenen gesetzt und ihre Körperhaltung dem Terrain angepasst.” Vielleicht, hofft Vives, könne man bald auch fossile Zeugen ausstellen. Viele Millionen Jahre alte Fußabdrücke und andere Versteinerungen. Auch an computeranimierte Modelle, die sich bewegen können, sei gedacht.

High-Tech hat schon jetzt im Park Einzug gehalten. Wenngleich nicht ganz so, wie sich das die Betreiber gewünscht haben. Die Beschreibungen auf den Infotafeln wurden von einem Spanisch-Deutsch-Übersetzungsprogramm gemacht, so dass auch Sprachwissenschaftler bei einem Parkbesuch auf ihre Kosten kommen.

Der Dilophosaurus wird von dem Computer beispielsweise so beschrieben: „Bereits jetzt ihr Name leitet von den attraktiven Hauben ab, dass er/sie sich im Kopf benahm, diese, die sie so zerbrechlich waren, dass es allein fühlt, dass sie für die sexuellen Halte gut waren ...”

Der Park "Valle de los Dinosaurios" befindet bei Algaida. Abfahrt 15 der Schnellstrasse Palma-Manacor. Die Anlage ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt für Erwachsene zehn, für Kinder fünf Euro.

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2. August - Digitalkameras sind gemeinhin mit den Tücken des Strandlebens nicht kompatibel. Der feine Sand sorgt schnell dafür, dass es bis zum letzten Klick nicht mehr lange dauert. Und für von Salzwasser hervorgerufene Schäden haben die Werkstätten auch während der Garantiezeit kein Verständnis. Damit ist nun Schluss.

Um das steigende Bedürfnis nach wiederstandsfähigen All-Roundern zu befriedigen, bieten zunehmend mehr Kamerahersteller robuste Kompaktmodelle an, die an der Playa nur noch befürchten müssen, von Neidern ohne Rücksprache konfisziert zu werden.

Olympus, Pentax, Ricoh und Minox haben Modelle entwickelt, die sich nicht so leicht unterkriegen lassen. MM hatte die Gelegenheit, die Olympus mju 770 SW ausgiebig zu testen.

Um das Fazit vorwegzunehmen: Die Sieben-Millionen-Pixel-Kamera ist selbst von harten Jungs und sadistisch veranlagten Mädchen nur schwer kaputtzukriegen. Und passable Bilder macht sie auch.

„Bitte enger zusammenrücken”, ruft der bis zum Bauch im Wasser stehende Tester seinen unwissenden Modellen zu. Beim erneuten Anvisieren gleitet ihm das edel in der Sonne blitzende Teil aber „versehentlich” aus der Hand. Die sichtlich erschrockenen und mitfühlenden Gesichter erstrahlen jedoch schnell.

Die mju 770 SW ist bis zu einer Tiefe von zehn Metern absolut wasserdicht. Selbst wenn sie aus derselben Höhe auf einen harten Untergrund geschlagen wäre, hätte sie den Sturz bis 1'5 Meter außer einem Kratzer unbeschadet überstanden. Auch Sand kann ihr nichts anhaben.

Und falls sie einmal – trotz aller Ermahnungen, beim Essen nicht zu spielen – doch in der Spaghettisoße der Kinder landet, einfach abspülen.

Selbst der Kraftprotz, der an der Playa auf den Olympuspanzer trat, konnte einem den Strandtag nicht vermiesen. Bis 100 Kilo passiert gar nichts. Ein weiteres Plus ist der gute Monitor, der auch bedingt sonnentauglich ist.

Das schicke, flache Design ist hemdtaschetauglich. Dort schaltet sich die Kamera aber gerne ungefragt ein und ändert mitunter auch die Einstellungen selbstständig. Das nervt, zumal das Menü ohnehin gewöhnungsbedürftig ist. mehr...

2. August - Gänse watscheln laut schnatternd über den Hof, Ziegen kauen genüsslich Blätter, Schafe stehen gelangweilt auf der Weide, Katzen schlafen zusammengerollt im Schatten, Hühner gackern, Tauben gurren, hin und wieder bellen die Hunde und eine riesige Sau grunzt etwas erbost, weil ihre Siesta unterbrochen worden ist. Das Landidyll erinnert ein wenig an Georg Orwells Klassiker Animal Farm. Nur dass auf dieser Finca im Hinterland von Artà die Tiere weit davon entfernt sind, sich gegen ihren Herren zu verbünden, um diesen zu vertreiben. Aber möglicherweise müssen sie dennoch bald selbst das Zepter auf ihrem Hof schwingen, denn ihre Besitzerin ist den Anstrengungen, die mit ihrer Betreuung verbunden sind, nicht mehr gewachsen.

Schätzungsweise 150 Vier– und Zweibeiner leben derzeit unter der Obhut von Sanda Akerlund. Die genaue Zahl kennt die 72-jährige gebürtige Rumänin mit dem schwedischen Namen nicht, denn die Tiere laufen frei herum. Jahrelang habe die halbe Insel Tiere bei ihr abgegeben. Problemfälle und Kranke inklusive. Alle wurden mit offenen Armen aufgenommen, der sich einstellende Nachwuchs zum Teil eigenhändig mit der Flasche aufgezogen. Nun ist Sanda Akerlund selbst krank. Eine Hepatitis und der Rücken machen ihr schwer zu schaffen. Und dann hat ihr auch noch „Bobby”, einer ihrer Böcke, im Übermut ein Bein gebrochen. Im Herbst will sie dem Drängen ihrer Tochter nachgeben und zu dieser in die USA ziehen. „Aber ich kann meine Zelte hier unmöglich abbrechen, ohne meine Tiere versorgt zu wissen.” Die Katzen und Hunde seien kein Problem.

„Doch wer nimmt schon Schafe, Ziegen oder ein 300 Kilo schweres Schwein, das auch noch krank ist?” Zehn Jahre lang hat sich Sanda Akerlund auf Mallorca wohlgefühlt. Nun verwandelt sich ihre Liebe zu der Insel in Verzweiflung. Die Mallorquiner möchte sie mangels Vertrauen nicht um Hilfe bitten. „Alle Tiere hier, die essbar sind, haben mir Deutsche gebracht, die Einheimischen haben nur Tiere abgegeben, für die im Kochtopf keine Verwendung war.” Es müsse gewährleistet sein, dass die essbaren Arten nach ihrer Abreise nicht auf dem Mittagstisch landeten. „Am schönsten wäre es, wenn eine Stiftung gegründet werden könnte. Für etwa 1000 Euro im Monat könnten alle Tiere versorgt und das Anwesen weiter gemietet werden.” mehr...

26. Juli - Auch Martín Chambi (1891-1973) teilte das Schicksal, das vielen Künstlern bestimmt ist. Erst nach seinem Tod wurden er und sein fotografisches Lebenswerk von den großen Museum der Welt gewürdigt. Dass dies einmal so sein würde, davon hätte der Peruaner zu Lebzeiten nicht einmal zu träumen gewagt. Eine Ausstellung 1979 im Museum of Modern Art in New York machte die Welt auf den ersten „Indiofotografen” aufmerksam.

Im Casal Solleric werden bis zum 2. September über 100 im Besitz der Fundación Telefónica befindliche Schwarz-Weiß-Fotos ausgestellt. Die meisten wurden zwischen 1920 und 1940 aufgenommen. Sie zeigen ein Peru der sozialen Kontraste, an denen sich bis heute nicht viel in der Andenrepublik geändert hat. Vom feisten Banquett in Schlips und Kragen bis zum zerlumpten Bettler. Landarbeiter posieren auf einem Berg gesammelter Kartoffeln, hochrangige Mitglieder der Gesellschaft in ihren Sonntagsanzügen.

Eine Menschenmenge wartet 1928 vor einem Kino in Cusco auf Einlass. An der abbrökelnden Fassade weist ein riesiges gemaltes Bild darauf hin, dass der Glöckner von Notre Dame gezeigt wird.

Chambis Fotos sind mehr als historische Zeitzeugen. Sie haben eine Intensität, die unter die Haut geht, sie sind sensibel und zeugen von einem großen Respekt gegenüber den abgelichteten Menschen.

Besonders beeindruckend ist eine Aufnahme, die er 1924 geschossen hat. Ein Polizist in fescher Uniform mit weißen Gamaschen und gewienertem Schuhwerk zieht einem kleinen, barfüßigen Indiojungen, den er vermutlich gerade bei irgendetwas ertappt hat, im wahrsten Sinne des Wortes die Ohren lang.

1930 , viele Jahre vor der amerikanisch-japanischen Schlacht im Pazifik, drückte Chambi auf den Auslöser, als eine Gruppe von Indios ein großes Kreuz aufstellte. Dieselbe Bildkomposition mit US-Soldaten, die auf Iwo Jima eine amerikanische Flagge aufrichteten, machte den amerikanischen Fotoreporter Joe Rosenthal weltberühmt. mehr...

19. Juli - An Mallorcas Playas boomt das Geschäft mit Liegen und Sonnenschirmen. Und obwohl mitunter kräftig das Portemonnaie gebeutelt wird, sind die Strände rappelvoll. Der Rubel bei den Konzessionären rollt. Über das Sommergeschäft sprechen mag aber niemand gerne. Egal ob die Playas in Lizenz oder von den Rathäusern selbst bewirtschaftet werden. Dabei handelt es sich in beiden Fällen um eine öffentliche Angelegenheit, denn spanische Strände gehören allen.

„Ich antworte nicht mündlich auf Fragen zu meinem Geschäft, schicken Sie mir eine E-Mail”, sagt Tino Vazquez freundlich, aber bestimmt. Doch schriftlich mag sich der Chef von Mar de Mallorca S.A. dann letztlich auch nicht äußern. Dabei sind zumindest die Eckdaten seines Strandgeschäftes schon im Frühjahr mit dem Rathaus von Palma verhandelt worden. Demnach muss der Geschäftsmann insgesamt 281.152'57 Euro bezahlen, um in dieser Saison an der Playa de Palma 6000 Liegen, 2502 Sonnenschirme und 109 Tretboote vermieten zu dürfen. Wie viele Mietobjekte er an dem zu Llucmajor gehörenden Strandabschnitt aufgestellt hat, scheint anscheinend niemand genau zu wissen.

Zwei Liegen und ein Schirm kosten an Palmas größter Playa 8'80 Euro. Damit gehört Vazquez zu den preiswerteren Anbietern auf der Insel. Mit diesem Preis braucht er theoretisch gerade einmal zwei Wochen Auslastung, um in die Gewinnzone zu kommen (Instandhaltung und Materialinvestitionen nicht berücksichtigt).

Kein Zweifel, das Geschäft mit den Liegen rechnet sich. Nicht nur an der Playa de Palma. Dennoch laufen potenzielle Liegestuhlvermieter nicht immer bei den Rathäusern Sturm. In Santa Margalida wollte bis Mitte Juni niemand den Zuschlag für vier Strandabschnitte an den Playas von Can Picafort haben. 552.000 Euro forderte das Rathaus für die Konzessionen und konnte sich mit niemandem einigen. Während an den anderen Inselstränden sich die Urlauber bereits auf ihren Mietliegen unter Strohschirmen räkelten, musste in Can Picafort das Hotelhandtuch genügen.

Erst zum Monatsende wurden schließlich Verträge gemacht. Aber rundum glücklich ist man in der Urlauberhochburg dennoch nicht. Kaum hatten sich die Beschwerden wegen mangelnder Strandinfrastruktur in Wohlgefallen aufgelöst, hagelt es nun von Anwohnerverbänden harsche Kritik. Es seien viel zu viele Liegen und Schirme aufgestellt worden. Es bleibe überhaupt kein Platz mehr am Strand, so der Vorwurf. Bürgermeister Martí Torres hat die Beschwerden zur Kenntnis genommen, will sich aber zunächst nicht näher äußern. „Davon wissen wir nichts.”

Schon in den Vorjahren sorgten die Strandliegen in Can Picafort immer wieder für Streit und auch für Politskandale. So wurde Ex-Bürgermeister Antonio del Olmo vorgeworfen, sich mit dem ganzen Geschäft rund um die Liegen illegal bereichert zu haben.

Auch an der Playa de Muro sind mehr Liegen als vereinbart aufgestellt worden. Das Rathaus bestätigte die exzessive Nutzung an einigen Strandabschnitten und versprach den Anwohnern, dass die Lokalpolizei gezielt gegen Konzessionäre vorgehen werde, die sich nicht an die vereinbarten Höchstliegenzahlen hielten. „Ich will unverzüglich einen Bericht für mich und einen für die Küstenbehörde”, so die Anweisung von Alkalde Jaume Perelló. mehr...

12. Juli - Leuchtquallen kommen nicht nur im Mittelmeer vor. Auch in der deutschen Presselandschaft machen sie sich zunehmend breit. Vor allem, wenn sie in mallorquinischen Gewässern gesichtet werden, wird in Alemania gerne über das im wahrsten Sinne des Wortes ätzende Getier berichtet. mehr...

12. Juli - Dass Lutz Heimann und Lars Görny bereits am zweiten Tag ihres Mallorca-Abenteuers die Neoprenanzüge gegen die hellblauen Shirts mit den vielen Sponsorenaufdrucken eintauschen mussten, freute wohl nicht einmal die Geldgeber. Aber bei sieben bis acht Windstärken und drei Meter hohen Wellen ging am Montag an der Nordküste gar nichts. „Ich bin um 6.15 Uhr losgeschwommen und habe in 50 Minuten gerade einmal 2'3 Kilometer geschafft. Am Vortag ging's im Schnitt doppelt so schnell voran. Dann habe ich auch noch eine Qualle abgekriegt”, so Görny.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Inselumrundung der beiden ehemaligen Weltklasse-Rettungsschwimmer unterbrochen. „Wir wollen kein Risiko eingehen, Menschenleben haben absolute Priorität”, so die Organisatoren des Events. Das gesteckte Ziel werde durch die Unterbrechung nicht beeinträchtigt. „Wir haben ohnehin einen Reservetag eingeplant.”

Wie bereits berichtet (siehe MM 27/07), wollen Heimann und Görny als erste Sportler Mallorca umschwimmen und sich damit einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde sichern. Dass sie das schaffen werden, so die beiden Athleten, stehe nach wie vor außer Frage. „Wir sind topfit und voll motiviert.” „Den Lutz”, sagt Görny, „musste sein Trainer gestern immer bremsen. Der war ihm zu schnell unterwegs.”

Am Sonntag stiegen die beiden Rettungsschwimmsportler, die in ihrer Karriere insgesamt 107 Titel holten (darunter allein 35 Weltmeisterschaften für Heimann) am frühen Morgen in Peguera ins Meer. Im stündlichen Wechsel kraulten sie an Port de Andratx und Sant Elm vorbei bis nach Sóller und erfüllten ihr Tagespensum von 60 Kilometern bereits zwei Stunden früher als gedacht.

Mit der Wetterbesserung am Dienstag stand einer Wiederaufnahme des Rundkurses nichts mehr im Wege. Allerdings hatte Heimann mit Seekrankheit zu kämpfen, so dass in einem anderen Rhythmus gewechselt wurde und sein Partner etwas länger reinkeulen musste. 61 Kilometer weiter, am Kap Formentor, warteten dann die Kojen auf den beiden Begleitkatamaranen. Heimann ging es am Mittwoch wieder besser, und die dritte Etappe lief ganz nach Plan.

Wenn es keine weiteren Probleme gibt, treffen die Schwimmer im Laufe des Samstag (14. Juli) wieder am Strand von Peguera ein. Dann werden sie um die 360 Kilometer schwimmenderweise zurückgelegt haben. mehr...

5. Juli - Mallorca - Jetzt können wir die Tage bis zum Startschuss wirklich schon zählen. Nicht mehr zählen kann ich, wie oft ich jetzt schon im Wasser war, auf dem Rennrad und auf der Laufstrecke”, schrieb Lars Görny (33) am 20. Juni in sein Internetlogbuch. Zusammen mit Lutz Heimann (30) wird er vom 8. bis zum 14. Juli versuchen, Mallorca zu umrunden. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine nette Inselrundfahrt. Die mehrfachen Welt–, Europaund Landesmeister in verschiedenen Disziplinen des Rettungsschwimmens wollen Mallorca umschwimmen. Heimann hat im Lauf seiner Karriere allein 35 WM-Titel gesammelt. Görny nicht ganz so viele. Dafür hat er bereits Hiddensee und Rügen umschwommen.

Sechs Tage lang. Von Sonnenaufgang bis kurz nach Sonnenuntergang. 60 bis 70 Kilometer am Tag, soll es nun in sechs Etappen um Mallorca gehen. Insgesamt knapp 400 Kilometer Freistil. Von Peguera aus nach Westen. Die Steilküste entlang bis zum Kap Formentor, an Cala Rajada vorbei und die Südküste entlang zurück zum Ausgangspunkt. Wenn alles glatt läuft, wechseln sich die Schwimmer stündlich ab. Dort, wo der eine aufhört, schwimmt der andere weiter. „Wenn sich Lars einmal nicht wohlfühlen sollte, schwimme ich eben ein paar Stunden durch. Und er macht das im umgekehrten Fall”, sagt Lutz Heimann und betont, dass es sich um ein Teamvorhaben handelt. „So etwas kann man nur mit einem guten Freund durchziehen. Du musst dich blind auf deinen Partner verlassen können. Wir machen das nur miteinander.”

Begleitet werden die beiden von zwei Katamaranen, die als Basisschiffe dienen. Dort wird gegessen, geschlafen und durch einen Arzt der Gesundheitszustand der Schwimmer kontrolliert. Kleine Schlauchboote halten während des Kraulens die Verbindung zu den Atlethen.

Seit dem 1. Januar bereiten sich die beiden Ex-Aushängeschilder der deutschen Nationalmannschaft im Rettungsschwimmen physisch und mental auf das Unternehmen Mallorca vor. Wenn sie es schaffen, ist ihnen ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde gewiss. Dass sie es schaffen, davon sind Heimann und Görny überzeugt. „Wenn das Wetter mitspielt, wir nicht krank werden und uns die Quallen halbwegs in Ruhe lassen, schaffen wir das”, davon ist Heimann überzeugt. „Oder gibt's da auch noch Haie?!”

Das Projekt wird unter dem Namen „Heroes of the Seas” vermarktet und soll in den kommenden Jahren mit anderen Teams wiederholt werden. Aber mit dem Heldenbegriff hat Heimann noch gewisse Berührungsängste: „Ich weiß nicht, ob wir Helden sind. Ich glaube, das ist doch mehr eine Marketinggeschichte.” mehr...

28. Juni - Obwohl das Thermometer bereits am frühen Vormittag knapp 30 Grad anzeigt, besteht keine Hitzschlaggefahr. Durch die engen Gassen der Carrer Sant Feliu dringen nur vereinzelt ein paar Sonnenstrahlen. Und auch unter den Arkaden der Avinguda de Jaume III ist man auf der schattigen Seite. Vermutlich fehlt es dort gerade wegen mangelder Hitze an der südländischen Trägheit. Im Eilschritt, so scheint es, klappern die Menschen die dort ansässigen Geschäfte ab oder werfen einen schnellen Blick in die Schaufenster. Den Geschäftsleuten kommt der Kaufrausch gelegen, denn sie müssen jeden Monat mit die teuersten Gewerbemieten im Land bezahlen.

Auch Spaniens Königin Sofía hilft während ihrer Sommerferien hin und wieder mit, dass die Einzelhändler dort nicht in ihrer Existenz gefährdet sind.

Ausgerechnet der Laden, der sich am meisten vor der Sonne fürchten muss, wird prall beschienen. Das jeden Tag im Jahr geöffnete Kerzengeschäft an der Plaça de L'Hospital verzichtet deshalb in der heißen Jahreszeit auf seine traditionellen Wachsprodukte im Schaufenster und lockt die Kundschaft mit Devotionalien.

Im Garten des Kulturzentrums Misericórdia lässt es sich herrlich unter Bäumen sitzen, bevor es an den auf der Rambla aufgebauten Blumenständen vorbei in Richtung Plaça Major geht. Auch hier schafft es die Sonne nicht, durch das dichte Blätterwerk hindurch den Boden zu berühren.

Oben, auf der Plaça Major, braten dagegen die Touristen. Vermutlich wissen sie nicht, dass man wenige Meter tiefer an der Plaça Weyler oder Plaça del Mercat viel entspannter in einem der Straßencafés relaxen kann.

Vor dem Forn des Teatre, der vielleicht am meisten fotografierten Bäckerei Palmas, quetscht im Schatten ein Mann in osteuropäischen Shorts geschäftsschädigende Dreivierteltakte aus seinem Akkordeon. Gegenüber im Labyrinth der engen Altstadtgassen werden die Gehörgänge aber schnell wieder entmüllt. Bedauerlicherweise begrenzt die akustische Flucht die Zeit für die wirklich sehenswerte Jugendstilperle Gran Hotel auf ein Minimum.

Wem das alles nicht kühl oder cool genug ist, kann auch von einer Galerie zur anderen und von Kulturstiftung zu Kulturstiftung pilgern. Locker ein gutes Dutzend liegen auf dem Weg. Wenn es nicht gerade Montag ist, steht einem kulturellen Klimaanlagenhopping nichts im Wege. mehr...

14. Juni - Es mag kurios klingen, aber ausgerechnet die Strände, die über die meisten Rettungsschwimmer und die besten Rettungsgeräte verfügen, sind aus Sicht des balerischen Innenministeriums, das über seine neue Notrufzentrale (112) in Marratxí alle Rettungseinsätze inselweit koordiniert, am gefährlichsten. „Das lässt sich ganz einfach erklären”, sagt 112-Sprecher Jordi Morell. „Wo niemand badet, passiert auch nichts. Wo Tausende sich am Strand tummeln, ist das statistische Risiko eines Unfalls nun einmal am höchsten.”

Das Dekret 2/2005 regelt auf den Balearen, an welcher Playa es gefährlich ist und welche personellen und technischen Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit erfüllt werden müssen. Von der Flaggengröße (mindestens 1'5 mal einen Meter) bis zur Ausbildungszeit der Rettungsschwimmer (80 Stunden) werden darin alle für die Strandsicherheit relevanten Aspekte geregelt und die Playas in drei unterschiedliche Gefahrenstufen eingeteilt (hohes, mittleres und geringes Risiko).

Aus Sicht der Gesetzgebung gelten Strände mit einer Größe von 20.000 Quadratmetern, die von mehr als 2000 Menschen frequentiert werden, als hochgradig gefährlich. Ebenso Playas, an denen es bereits einmal einen tödlichen Unfall gegeben hat, die permanent mehr als 50 Zentimenter hohe Wellen oder gefährliche Strömungen haben, an denen Badende und Wassersportler gleichzeitig im Meer sind, die zu Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern gehören oder jene, die für die Retter nur per Luft oder von See aus zugänglich sind.

Einen oder mehrere dieser Punkte erfüllen auf den Balearen insgesamt 37 Playas, 32 davon auf Mallorca. Mit einem mittleren Risiko werden 97, mit geringem Risiko 237 Strände eingestuft.

Die Auflagen wurden zwar seitens der Balearen-Regierung erstellt, letztlich müssen sie aber die Gemeinden umsetzen. Allein Palma gibt für die Sicherheit und Wartung seiner fünf Playas, die alle die Kriterien der höchsten Gefahrenstufe erfüllen, in diesem Jahr 500.000 Euro aus.

Hunderte Rettungsschwimmer des Roten Kreuzes und von rund einem Dutzend im Geschäft mit der Strandsicherheit aktiven Firmen sind bis zum offiziellen Saisonende am 7. Oktober an den Balearenstränden im Einsatz, in der Regel von 10 bis 18 Uhr.

Wie viele Retter für welche Strände zuständig sind, regelt ebenfalls das Dekret. Mehrere Rettungsschwimmer, ein Supervisor, Rettungstürme, Rettungs- und Wiederbelebungsgeräte sowie Schlauchboote oder Jet-Skis sind für die Strände mit hohem Risiko vorgeschrieben. Je geringer die Gefahrenstufe, desto geringer das personelle und materielle Aufgebot.

Von 39 Wachtürmen aus können mallorquinische Strände eingesehen werden. Acht Schlauchboote, 13 Jet-Skis, 14 motorisierte und 13 nicht motorisierte schwimmende Bahren stehen für die Bergung von Opfern bereit. Mit 32 Defibrillatoren können stillstehende Herzen reanimiert werden. In einem Dutzend Erste-Hilfe-Stationen werden Verletzte und Kranke versorgt.

 

„Im Prinzip haben wir seit Jahren etwa dieselbe Zahl von Strandunfällen”, sagt Morell, „aber es ist uns gelungen, dank unserer Vor-Ort-Maßnahmen, die Zahl der Todesfälle deutlich zu reduzieren.” Bei 317 Badeunfällen an den Balearenplayas kamen im vergangenen Jahr 18 Menschen ums Leben. 2004 starben noch 27. „Es geht oft um Sekunden, deswegen haben wir auch bald einen eigenen Hubschrauber.”

Wer sich schon vor seinem Strandbesuch über die Risiken oder den Zustand seiner Traumplaya informieren möchte, kann dies seit wenigen Tagen per Internet tun. Unter www. platgesdebaleares.com sind Hunderte Strände abrufbar. Die dort stationierten Rettungsschwimmer aktualisieren mit ihren PDA-Handcomputern die relevanten Stranddaten täglich. mehr...

7. Juni - Mallorca - Das touristische Komplementärangebot auf Mallorca ist um zwei Attraktionen reicher. Vergangene Woche eröffnete das „Haus von Katmandu”, eine Mischung aus Abenteuerspielplatz und Museum in Magaluf. Am Freitag, 8. Juni, werden die ersten Besucher im neuen Palma Aquarium in El Arenal erwartet. Rund 20 Millionen Euro haben sich die Investoren das auf dem Kopf stehende Haus der Yetis kosten lassen. 42 Millionen Euro wurden in das Aquarium investiert. Die beiden Betreibergesellschaften hoffen auf jeweils 300.000 und 400.000 Besucher pro Jahr.

Ob die betriebswirtschaftliche Rechnung aufgeht, muss sich zeigen. Mallorca kommen die neuen Freizeitanlagen jedenfalls zugute. Davon ist der Präsident des mallorquinischen Fremdenverkehrsverbandes, Álvaro Middelmann, überzeugt. „Die Urlauber wollen zunehmend mehr als nur Sonne und Meer. Von daher ist es natürlich in unserem Interesse, wenn private Investoren sich auf dem Komplementärsektor engagieren.” Außerdem sei es begrü- ßenswert, dass die neuen Einrichtungen nicht nur auf Hochsaisonurlauber zielen, sondern ganzjährig geöffnet sind.

Ein erweitertes Freizeitangebot mache Mallorca als Destination attraktiver, hebe die Insel von der Konkurrenz ab und sei mitunter durchaus eine Entscheidungshilfe für Unentschlossene, die sich noch nicht definitiv für ein Reiseziel entschieden haben. Allerdings, so Middelmann, müssten die Anlagen auch inselkonform sein, sprich, zu Mallorca passen und dürften nicht seitens der Bevölkerung auf Ablehnung stoßen.

Mit dem Haus von Katmandu und dem Palma Aquarium bekommen nicht nur Einheimische und Urlauber ein neues Freizeitangebot, sondern auch der Platzhirsch der Szene Konkurrenz. Der Gruppe Aspro Ocio gehören auf Mallorca inzwischen drei der insgesamt vier Wasserparks. Erst Mitte März dieses Jahres kaufte der Freizeitkonzern den Western Water Park der Cursach-Gruppe (unter anderem Megapark) für 36'55 Millionen Euro ab und entledigte sich damit eines durchaus erfolreich agierenden Mitstreiters. Insgesamt nennt der Konzern 32 Freizeitanlagen in ganz Europa sein Eigen. Darunter auch das Marine Land in Costa d'en Blanes im Gemeindegebiet von Calvià.

Außer dem Giganten und den beiden Neuen versuchen auch noch zahlreiche andere, nicht auf Party und Night-Life ausgerichtete Firmen auf der Insel ein Stück vom Komplementärkuchen abzubekommen. Wer Lust auf nichtalkoholische Feuchtfröhlichkeit hat, kann sich im Wasserpark von Alcúdia austoben. Einblick in die Unterwelt bieten vier touristisch erschlossene Tropfsteinhöhlen. Rasante Runden können auf diversen Kartparcours gedreht werden. Tierisch geht es im Safari Park bei Sa Coma, dem Freizeitpark Galatzó bei Puigpunyent und dem Natura Park bei Santa Eugènia zu. Einblick in das Mallorca von anno dazumal bietet das Landgut La Granja, unweit von Esporles. Hunderte weitere kleine Firmen sind im Wassersport, Wandern, Radfahren, bei Bootstouren, im Extremsport und anderen Freizeitbereichen tätig und hoffen auf eine zunehmende Klientel.

Der Sektor ist dabei durchaus erfindungsreich und immer auf der Suche nach Nischen. Aber nicht alle unternehmerischen Anstrengungen sind und waren von Erfolg gekrönt. So eröffnete im Mai 2003 das viele Millionen Euro teure Green Planet auf dem Gelände des Festival Parks bei Marratxí seine Tore. Aber bereits eineinhalb Jahre später hatte es sich mit dem angeblich größten Terrariums Europas bereits ausgeschlängelt.

Auch Mallorcas erstes und bislang einziges touristisches Untersee-Boot ist nach jahrelangen Tauchgängen 2005 für immer abgetaucht.
Andere Investoren scheiterten bereits im Vorfeld mit ihren Projekten. Eine dänische Gruppe wollte vor einigen Jahren einen gigantischen Themenpark - in der Art eines Port Aventura - bei Inca errichten. Die Nordlichter scheiterten aber an den lokalen und kommunalen Behörden. Auch ein zweiter Versuch, den Vergnügungskomplex im Gemeindegebiet von Calvià zu erstellen, wurde negativ beschieden.

„Meiner persönlichen Meinung nach war die Ablehnung des Themenparks, egal ob in Inca oder woanders, eine richtige Entscheidung”, meint Álvaro Middelmann. Großprojekte dieser Art seien für Mallorca nicht realistisch, da völlig überdimensioniert. „Die passen hier einfach nicht in die Landschaft. Auch nicht in die touristische.” mehr...

7. Juni - Die Idee des einsamen Demonstranten war gut, richtig beachtet wurde er aber nicht. Die große Schar der Medienvertreter fand sich nicht an der Playa de Palma ein, um über das mögliche Verschwinden des Feuchtgebietes Ses Fontanelles zu berichten, sondern um sich über die bevorstehende Eröffnung des Palma Aquariums zu informieren. An diesem Freitag, 8. Juni werden die Tore nach einer über halbjährigen Bauverzögerung für die Besucher definitiv geöffnet.

„Wir sind schon seit fünf Jahren mit der Idee und Umsetzung des Aquariums beschäftigt. Das ist mehr als ein normales Gebäude. Es ist ein hochkomplexes und kompliziertes Projekt, das das genaue Festlegen eines konkreten Fertigstellungsdatums kaum möglich macht”, erklärt der Marketingdirektor des Aquariums, José Bas gegenüber MM. Auch wenn in den Außenbereichen noch kräftig geflext, gehämmert und gepflanzt wird, habe sich das Warten gelohnt, davon ist Bas überzeugt.

Rund 8000 Tiere aus nahezu allen Ozeanen tummeln sich in insgesamt 55 unterschiedlich großen Becken. Das größte, „Big Blue” genannt, ist acht Meter tief und fasst 3'5 Millionen Liter Wasser. Die darin schwimmenden Haie, Mondfische und Rochen können auf zwei Etagen betrachtet werden. Ein etwa zehn Meter langer gläserner Tunnel führt durch einen Teil des riesigen Bassins.

„Gestern führten wir bereits die ersten Touroperator durch unser Aquarium”, sagt Bas nicht ohne Stolz. „Die waren hellauf begeistert.” Zu sehen gibt es in der Tat viel. Auch wenn das Palma Aquarium längst nicht mit dem L'Oceanogràfic in Valencia mithalten kann. Zumindest nach Barcelona muss niemand mehr fahren, um einige der ausgefallensten Fische der Welt zu bewundern.

Für den etwa 900 Meter langen Rundgang empfiehlt das Aquarium etwa drei bis vier Stunden Zeit einzuplanen, damit einem auch nichts entgehe.
Die Betreibergesellschaft Coral World International, so Bas, habe sich aus marktstrategischen und meeresbiologischen Gründen für den Standort Mallorca entschieden. Einerseits sei die Insel eine der wichtigsten europäischen Urlaubsdestinationen, andererseits sei sie von einer weitgehend unbekannten Flora und Fauna umgeben, die man im Aquarium wiederfinden könne, ohne nass zu werden. mehr...

3. Mai - >Mallorca erfreut sich als Veranstaltungsort für Kongresse, Präsentationen, Messen und Incentive-Reisen bei inländischen und internationalen Firmen wachsender Beliebtheit. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete der Kongress und Businesstourismus ein Wachstum von 16 Prozent.

Und das Hoch der Branche wird auch in den kommenden Jahren anhalten. Davon ist zumindest Marco Paredes überzeugt. Seit eineinhalb Jahren ist der Direktor des Hotels Gran Meliá Victoria Präsident des Mallorca Convention Bureaus, eines Zusammenschlusses von 62 im Business-Tourismus engagierten Unternehmen auf der Insel. Darunter zahlreiche Tophotels, auf Veranstaltungen spezialisierte Reisebüros und Eventagenturen. Unterstützt wird die Arbeit des Mallorca Convention Bureaus vom Fremdenverkehrsamt Ibatur, dem mallorquinischen Inselrat und der hiesigen Handelskammer.

Bereits seit knapp 30 Jahren ist das Büro Mallorcas Sprachrohr und Promoter in Sachen Geschäfts- und Tagungstourismus und auf den wichtigsten Fachmessen des Sektors in der halben Welt präsent. „Wer ernten will, muss säen. Mallorca ist ein optimaler Ort, um Arbeit und Freizeit miteinander zu verbinden und hat weit mehr zu bieten als Sol y Playa.”

Die Saat scheint aufzugehen. Zu den von den Mitgliedern des Mallorca Convention Bureaus 2006 organisierten 2020 Veranstaltungen reisten 82.022 Teilnehmer auf die Insel, 8000 mehr als 2005. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug zwei bis drei Nächte. Täglich gaben sie zwischen 180 und 200 Euro aus. Die meisten Besucher, so die Convention Bureau-Statistik weiter, kamen zu Firmen-Incentives angereist.

Neben Spaniern richteten vor allem deutsche Unternehmen Veranstaltungen auf Mallorca aus. Platz drei belegten die Briten. Die Events kamen dabei hauptsächlich aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Tourismus und Freizeit sowie Medizin und Technik. Vor allem im Mai, Oktober und November seien die Auftragsbücher voll.

Generell habe der Sektor aber noch reichlich Kapazitäten frei. Deshalb hoffen Paredes und seine Kollegen auf einen reibunglos verlaufenden Bau des neuen Kongresszentrums in Palma, damit dieses wie geplant pünktlich im Jahr 2010 eingeweiht werden kann. „Das Kongresszentrum ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des mallorquinischen Business-Tourismus. „Damit bekommt die Insel in Sachen Tagungs– und Veranstaltungsorte einen ganz anderen Stellenwert.” Zumal Mallorca an den Rest der Welt verkehrstechnisch bereits hervorragend angebunden sei. „Nach Deutschland gibt es die reinste Luftbrücke, das ist super.” Mit dem Kongresszentrum werde die Attraktivität der Insel erheblich gesteigert. Und sollte Palma tatsächlich auch noch eine eigene Oper am Hafen bekommen, wäre das ein weiteres Kriterium, sich für eine Tagung auf der Insel zu entscheiden. „Denn die Konkurrenz schläft nicht.”

Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla müssten erst einmal ausgebootet werden. Und auch neue Destinationen wie Prag oder Budapest kämpften intensiv um höhere Marktanteile.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Insel hat zweifellos viel zu bieten, und Palma ist eine äußerst attraktive Stadt mit vielen Möglichkeiten und Sehenswürdigkeiten.” Das Klima spreche ohnehin für sich selbst. „Unser Sektor befindet sich auf einem hohen Leistungsniveau, das sicher noch steigerbar ist. Man kann immer etwas verbessern.”

Und man dürfe auch nicht vergessen, so Paredes weiter, dass aus den Kongressbesuchern von heute schnell die Feriengäste von morgen werden können. „Viele, die die Insel aus geschäftlichen Motiven kennengelernt haben, sind so begeistert, dass sie später auch mit ihrer Familie den Urlaub hier verbringen. Und nicht nur einmal. Mallorca ist keine Eintagsfliege.. mehr...

26. April - Um den offiziellen Eröffnungstermin machen die Betreiber des Palma Aquariums noch ein Geheimnis. Fest steht aber, dass die Türen in der letzten Maiwoche für das Publikum geöffnet werden sollen. „Vorausgesetzt, es treten keine unvorhersehbaren Komplikationen auf”, schränkt Pressesprecherin Patricia Soler ein.

Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren, das Gebäude nimmt von innen und außen zusehends seine endgültige Gestalt an. Täglich bevölkern mehr Fische die insgesamt 55 Becken der Anlage. Das größte kann von den Besuchern unter Wasser und trockenen Fußes begangen werden. Bei dem „Gran Azul” handelt es sich um eine Spezialkonstruktion, die dem Druck von 3'5 Millionen Liter Wasser standhalten muss.

Seit Montag schwimmen die ersten Hauptattraktionen darin. Zwölf Haie verschiedener Arten wurden von den Aquariumtauchern in ihr neues Revier entlassen. Das größte Exemplar misst 1'80 Meter, das derzeit kleinste 70 Zentimeter. Im Laufe der Zeit sollen noch mehr Haifische hinzukommen.

Die Tiere stammen aus dem Südatlantik und dem Indischen Ozean. Sie wurden per Luftfracht zu einem Zulieferer in Holland gebracht und dann von dort auf dem Landweg in Spezialbassins über Barcelona nach Mallorca transportiert. „Das war recht komisch, für zwölf Haie sozusagen Erste-Klasse-Tickets für die Fähre zu kaufen”, flachst Soler. Das komme wohl nicht alle Tage vor. Bei den weit gereisten Fischen handelt es sich um Schwarz- und Weißspitzen-Riffhaie, Sandbankhaie, Sandtigerhaie und Großnasenhaie.

Mit ihren für die Flora und Fauna des Mittelmeers bestimmten Becken haben es die Aquariumbiologen leichter. Viele Arten werden direkt in mallorquinischen Gewässern gefangen und umgesiedelt. „Das wird natürlich ganz behutsam gemacht.”

Insgesamt 70 Prozent der angestrebten 8000 Meerestiere befänden sich inzwischen bereits im Aquarium und gewöhnten sich an ihre neuen Lebensumstände. Etwa 700 unterschiedliche Spezies sollen künftig die Besucher in ihren Bann ziehen. Vom Seepferdchen über Quallen und Schwarmfische bis eben zum Hai.

Dafür brauchen die Neugierigen aber etwas Zeit und stramme Waden. Der Rundweg an allen Becken vorbei ist knapp einen Kilometer lang. Allein 7500 Quadratmeter beträgt die Grundfläche der neuen Attraktion. Draußen kommen noch einmal gut 40.000 Quadratmeter hinzu.

32 Millionen Euro hat das Unternehmen Coral World International vor den Toren der Balearen-Hauptstadt investiert. Es ist das jüngste von insgesamt vier Aquarien der Firma. Die übrigen befinden sich in Australien, Hawaii und Israel. mehr...

19. April - In Barcelona hatten wir einmal einen Kunden, der ließ sich jeden Tag mit einem Privatflugzeug eine besondere Bananensorte aus Málaga bringen...”, lässt sich Catherine Gaisenband schließlich doch eine der vielen Anekdoten ihrer beruflichen Laufbahn entlocken. Aber wer die zigtausend Euro teuren Früchte schließlich auf seinem Obstteller drappierte, bleibt Firmengeheimnis. Über Namen, die über Flugzeugtypen hinaus gehen, wird in der Branche nicht gesprochen.

Seit 13 Jahren ist die gebürtige Pariserin im Geschäft, ihre Firma „assistair” inzwischen in Barcelona, Valencia und Palma aktiv. 23 Mitarbeiter kümmern sich darum, dass der jeweils angeforderte Flieger startklar am vereinbarten Airport steht und mit allem, was die Reise so angenehm wie möglich macht, ausgerüstet worden ist.

„In eiligen Fällen hebt ein Jet für innereuropäische Flüge binnen drei Stunden ab. Für Transatlantikreisen brauchen wir etwas länger, da ein dafür geeignetes Flugzeug erst aus Madrid kommen muss.” Die meisten Flieger starteten von Palma nach Resteuropa und in die in die USA. Aber es sei auch schon Peking angeflogen worden. „Ein Schlangestehen beim Einchecken gibt es bei uns nicht. Wer 15 Minuten vor Abflug da ist, hat noch genügend Zeit.”

„Assistair” ist eine von drei im Privatterminal von Son Sant Joan tätigen Firmen, die sich auf das Handling und die Vermittlung von Jets spezialisiert haben. Eigene Flieger haben sie nicht. „Wir chartern entweder bei angesehenen Firmen oder verchartern uns anvertraute Maschinen von Privatleuten, die ihr Flugzeug nicht ständig selbst benutzen.” Und die Branche boomt.

Während die großen Airlines nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hohe Verluste einflogen, können sich die „Lufttaxis” über Passagiermangel nicht beklagen. Auch in Palma nicht. Von dem privaten Teil des mallorquinischen Flughafens wurden im Jahr 2002 fast 8600 Passagiere mit sogenannten „Aerotaxis” befördert. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei 14.663. Exakt 2006-mal starteten und landeten dort Privatjets.

Die Lufttaxis verfügen meist über jeden erdenklichen Luxus und erinnern oft mehr an fliegende Wohnzimmer als an einen Jet. Nur einen Taxameter haben sie nicht. Die Preise berechnen sich nach der Anzahl der Flugstunden. Je nach Maschine belastet die Flugstunde bei innereuropäischen Zielen ab 2500 Euro das Budget. Bei Transatlantikreisen ist man ab 6000 Euro an Bord. Kerosin und Besatzung sind im Preis inbegriffen. Fast ausschließlich werden kleine Modelle mit höchstens 16 Sitzplätzen eingesetzt.

Aber nicht nur Superreiche jetteten spontan zu ihrer Yacht. Auch für fliegende Mittelständler rechne sich zunehmend ein Hotel- und damit zeitsparender Direktflug für den Vorstand. Bei Erste-Klasse-Linienflügen und Fünf-Sterne-Verköstigung läppere sich schnell etwas zusammen. „Teuer ist relativ.” mehr...

12. April - In einer „Nacht– und-Nebel-Aktion”, so empörte Anwohner, hat das Rathaus von Andratx die gewohnten Müllcontainer aus den Straßen der Siedlungen entfernt. Unrat türmt sich am Wegesrand und zieht Ratten an. „Um eine effizientere Entsorgung zu gewährleisten, haben wir die Container lediglich umgesetzt”, argumentiert die Gemeinde mehr...

5. April - Um den Fortbestand der Meeresfauna ist es schlecht bestellt. In ihrem vor vier Wochen in Rom veröffentlichten Fischereibericht hat die Welternährungsorganisation FAO eine alarmierende Bilanz gezogen. Insgesamt sei ein Viertel der Meeresfisch-Bestände gefährdet. 52 Prozent der Bestände würden bereits heute derart intensiv ausgebeutet, dass keine Steigerung der Fangquoten mehr möglich sei. Sollte der Mensch die Ozeane weiterhin plündern, werde es im Jahr 2048 die meisten Fischarten nicht mehr geben, berichtete bereits Ende vergangenen Jahres die renommierte Fachzeitschrift „Science”.

Zwar werden die größten Fischmengen fern der spanischen Fischgründe im Südost-Pazifik, dem Nord-Atlantik und im Indischen Ozean gefangen, aber auch weite Teile des Mittelmeers gelten als überfischt. Nicht zuletzt, so der Vorwurf des World Wide Fund Of Nature (WWF), wegen der Gier der spanischen Fischereiflotte, die mit ihren Netzen das Meer in einem unverantwortlichen Maß durchpflügen.

Aber Spanien darf in Sachen Fischerei nicht über einen Kamm geschert werden. Auch wenn es nicht oft vorkommt, dass Umweltschützer und Regierung einer Meinung sind, trifft dies im Fall der Fischerei in balearischen Gewässern zu. Das balearische Agrar- und Fischereiministerium verweist stolz darauf, dass die Fischereiwelt rund um die Inseln durchaus in Ordnung sei, und die Umweltschützer stimmen dem Eigenlob der Behörde zu. Nicht nur, weil erst vor einer Woche die Schaffung eines siebten Meeresschutzgebietes auf den Balearen beschlossen worden ist.

Insgesamt sind auf den Balearen 50.000 Hektar Meer geschützt. So viel wie in kaum einer anderen europäischen Region. Und die Gebiete werden von den Einheimischen respektiert. Von den 213 Anzeigen wegen Fischen in verbotenen Gewässern war im vergangenen Jahr nur ein einziges Balearen-Schiff betroffen.

Fischerei hat auf den vier Inseln Tradition. Eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung hat der Sektor aber nicht. Bauern, Viehzüchter und Fischer tragen insgesamt lediglich ein Prozent zum Wirtschaftsvolumen bei.

Im vergangenen Jahr wurden auf den Balearen 3233 Tonnen Meeresgetier im Wert von 22'5 Millionen Euro von den Berufsfischern gefangen. 23 Tonnen weniger als 2005. Die Menge ist seit Jahren annähernd konstant. Die Fischer haben sich selbst Fangquoten auferlegt, um die Preise auf einem hohen Niveau zu halten. Außerdem fischen sie überwiegend nur lukrative Arten. Den Fischbedarf der Inseln decken sie bei Weitem nicht. Zwei Drittel der Fische werden eingeführt.

Wer gerne ein vor Mallorca gefangenes Abendessen mit Petersilie garnieren möchte, muss dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen als für einen nicht hier gefangenen Fisch. Üblicherweise werden die „Fremdfische” über den Fischmarkt in Madrid, den zweitgrößten auf der Welt nach Tokio, oder per Direktimport bezogen.

„Wir haben nur noch eine halb so große Fischereiflotte wie vor 20 Jahren”, sagt der für Fischerei zuständige Direktor im balearischen Agrarministerium, Miguel Ángel Calviño Julià. Die Zahl der Boote sei von 960 im Jahr 1984 auf 450 im Jahr 2006 zurückgegangen. „Der Sektor kriselt nicht mehr und wir sehen der Zukunft optimistisch entgegen. Sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus umweltschützerischen Gesichtspunkten.”

Balearenfischer sind Traditionsfischer. Die meisten stechen auch heute noch mit ihren kleinen Llaüts in See. Lediglich 50 Schiffe haben eine Genehmigung, mit Grundschleppnetzen zu fischen. Die beiden Fischzuchtbetriebe auf dem Archipel spielen auf dem Markt nur eine untergeordnete Rolle.

Über das Jahr verteilt werden rund um die Balearen 150 Fischarten gefangen. Hauptsächlich aber „klassische” Arten (Gambas, Mero, Llampuga, Pez de San Pedro,...). Große Boote dürfen nur fünfmal pro Woche ihre Netze auslegen, kleine sechsmal.

Die etwa 90.000 Freizeitangler können täglich ihre Speisekarte bereichern. Sollten sie dies mit einem ihrer 20.000 Boote tun, dürfen sie aber nicht mehr als 25 Kilo pro Angeltour fangen. Dies ist aber schwer zu kontrollieren, das weiß auch Calviño. Nicht einmal die Hälfte der Sportfischer, bei denen etwa 1000 Tonnen Fisch pro Jahr anbeißen, hat einen Angelschein. mehr...

22. März - Ab dem 3. April blickt die komplette Segelwelt auf Spanien. Dann wird vor Valencias Küste der Herausforderer des Alinghi-Teams für das Finale des America's Cup ermittelt. Erstmals seit 125 Jahren wird die renommierteste Regatta überhaupt in Europa ausgetragen. Dank des Alinghi-Sieges 2003 gegen das Neuseeländische Schiff, durften die Schweizer den Austragungsort für die 32. Ausgabe der Superweltmeisterschaft im Hochseesegeln bestimmen. Üblicherweise ist es das Siegerland. Da die Schweiz aber über kein Meer verfügt, machte sich das Team auf die Suche nach einem geeigneten Austragungsrevier. Neapel, Marseille, Lissabon, Valencia und Palma wurden favorisiert.

Aus mallorquinischer Sicht war lange vor der Entscheidung klar, dass für eine Regatta dieser Kategorie nur die Bucht von Palma in Frage kommen kann. Es wurde hoch gepokert – und verloren. Am 26. November 2003 entschied sich das Team Alinghi für Valencia. Palma hatte sich nicht weit genug aus dem Fenster gelehnt, um den Zuschlag für das Mega-Sportereignis zu erhalten. Valencia einigte sich mit den Schweizern und zog das Milliardengeschäft an Land. Seitdem ist Spaniens drittgrößte Stadt weltweit in aller Munde und wird es noch lange sein. Denn der America's Cup ist keine Eintagsfliege. Die Ermittlung des Alinghi-Herausforderers zieht sich maximal bis zum 12. Juni hin. Erst ab dem 23. Juni werden die Schweizer gefordert.

Insgesamt elf Teams aus neun Ländern treten gegeneinander an, um den Eidgenossen den Pokal zu entreißen. Zum ersten Mal in der Geschichte des America's Cup kämpft auch ein deutsches Schiff um die Trophäe: die „Germany 1” mit dem United Internet Team Germany an Bord.

Die Austragung des America's Cup unterscheidet sich erheblich von der anderer Regatten. Es ist ein Match Race. Jeweils zwei Boote treten gegeneinander an. Wer gewinnt, bekommt einen Punkt, wer verliert, keinen. Bereits seit 2004 können im Rahmen sogenannter Acts Punkte für dem America's Cup gesammelt werden. Der letzte Act findet vom 3. bis zum 7. April statt. Das Alinghi-Team segelte bereits sehr erfolgreich bei den vorangegangenen Acts mit, allerdings außer Konkurrenz. Es ist automatisch für das Finale qualifiziert.

Richtig spannend wird es aber erst ab dem 16. April. Denn mit den bislang gesammelten Punkten aus 13 Acts wird lediglich die Setzliste für den vorentscheidenden Louis Vuitton Cup (16. 4. bis 12. 7.) festgelegt, bei dem der Alinghi-Herausforderer ermittelt wird. Wer auf der Liste vorne liegt, hat Matchvorteile, da er sich erst gegen schwächere Konkurrenten „einsegeln” kann.

Nach jeweils zwei Jeder-gegen-jeden-Races kommen die vier besten Boote ins Halbfinale (ab 14. 5.). Der Semifinalist mit den meisten Punkten hat das Recht, aus den drei verbleibenden Teams sich seinen Matchgegner auszuwählen.

Die beiden Halbfinale werden nach dem Modus „Best of seven” ausgetragen. Das heißt, wer vier Siege erringt, hat gewonnen.
Das Finale (am 1. 7.) des Louis Vuitton Cups ist nach fünf Siegen entschieden. Der damit ermittelte Herausforderer muss sich dann in maximal neun Regatten gegenüber den Schweizern behaupten. Wer fünf Siege aufweist, hat den America's Cup (ab 23. 7.) gewonnen.

Die Einzelregatten des America's Cup bestehen aus äußerst schnellen und relativ kurzen Abschnitten. Es wird ein sogenannter Up-and-Down-Kurs gesegelt, der zuerst drei Seemeilen gegen den Wind gekreuzt werden muss. Meist entscheidet sich bereits unmittelbar nach dem Start das Race. Spätestens aber nach dem ersten Kreuzen sind die Rollen zwischen Jäger und Gejagtem verteilt. Auf dem Weg zur Boje bieten sich dem Verfolger kaum noch Möglichkeiten, das Blatt zu wenden, denn die in Führung liegende Yacht wird alles versuchen, dem Verfolger im wahrsten Sinne des Wortes den Wind aus den Segeln zu nehmen. In 75 Prozent der Fälle, so die Statistik, gewinnt das beim Start führende Schiff.

Um noch mehr Spannung in die Formel 1 der Meere zu bringen, wurde das Reglement für den 32. America's Cup leicht modifiziert. Anstelle einer Wendeboje wird es eine Art Tor geben. Dieses wird von zwei in einer Entfernung von sechs Bootslängen platzierten Bojen gebildet. Die Steuermänner haben die Wahl, welche der beiden Marken sie umkreisen. Der zurückliegenden Yacht wird so eine Chance geboten, Boden auf den Führenden gutzumachen und diesen dann möglicherweise mit herrschendem Rückenwind zu überholen.

Der America's Cup wird seit 1851 ausgetragen und wurde bis 1953 ausschließlich von amerikanischen Schiffen gewonnen. War der erste Sieger noch mit einem Schoner unterwegs, prägen heute High-Tech-Boote das Bild. Seit 1992 werden die Wettkämpfe nur noch mit Booten der „International America's Cup Class” (IACC) ausgetragen. Die Länge, Verdrängung wie auch die Segelfläche müssen dabei einer Formel entsprechen, die zu Rumpflängen zwischen 20 und 28 Meter führt.

Eine durchschnittliche IACC-Yacht misst 26 Meter und ist vier Meter breit. Ihr Gesamtgewicht darf 24 Tonnen nicht überschreiten. Die Crewgröße beträgt 17 Personen, plus einen Gast (meist der Eigner) und einen Schiedsrichter. Ein wettkampftüchtiges Schiff schlägt leicht mit sechs Millionen Euro zu Buche.j mehr...

15. März - Palmas Stadtverwaltung will sich in Sachen Bürgerservice mächtig ins Zeug legen und den Bewohnern künftig viele Behördengänge ersparen. Zumindest denen, die Zugang zum Internet haben. Von Referenzrathaus ist die Rede, und die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Focus” hat den mallorquinischen Rundumschlag hinsichtlich eines Online-Rathauses bereits hoch gelobt und den deutschen Amtsstuben zur Nachahmung empfohlen.

Aber richtig viel kann man derzeit per Mausklick noch gar nicht regeln. Außer Strafzettel begleichen, Stipendien beantragen, sich für einige Sportangebote einschreiben und jede Menge Formulare ausdrucken, bietet das Portal (www.palmademallorca. es) nur wenige Möglichkeiten, bürokratische Angelegenheiten über den Computer zu regeln. Aber das soll sich ändern.

Die Stadt Palma hat den deutschen Internetdienstleister T-Systems mit Aufbau und Betreuung einer völlig neuen IT-Infrastruktur beauftragt. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren und ein Finanzvolumen von 44 Millionen Euro. Der integrierte telefonische Auskunftsservice schlägt mit weiteren sechs Millionen Euro zu Buche.

Etwa 80 Prozent der Behördengänge, so die Angaben des Rathauses, können mit der neuen Technik bald überflüssig werden. Das Online-Rathaus soll viersprachig verwaltet werden (Catalán, Spanisch, Deutsch und Englisch) und ist ganzjährig rund um die Uhr geöffnet. Im Prinzip, so das Rathaus, können alle Behördengänge, bei der die persönliche Vorlage eines Ausweises nicht nötig ist, über das World Wide Web erledigt werden.

Wann genau alle Funktionen freigeschaltet sein werden, ist noch unklar. Ab April können erstmals kommunale Steuern via Internet bezahlt werden. Im selben Monat soll sich auch der Internetauftritt der Stadt in einer attraktiveren Form der Welt präsentieren. mehr...

15. März - Erst vor wenigen Tagen wurde der Opel Corsa OPC auf dem Automobilsalon in Genf der Welt präsentiert, und schon dreht er unter südlicher Sonne seine Runden. Und er dreht sie verdammt schnell.

450 Fachjournalisten aus ganz Europa können sich noch bis zum 22. März auf Mallorca von den Qualitäten des 192 PS starken Flitzers überzeugen. 30 Corsas hat Opel für den Event auf die Insel gebracht. Außerdem stehen 17 leicht modifizierte Vectras in der OPC Version für die Testfahrer bereit. Einen so starken „Kleinen” hat es noch nie gegeben. Der 1'6 Liter Turbo beschleunigt das 1200 Kilo leichte Geschoß in 7'2 Sekunden von null auf 100. Erst bei 225 Stundenkilometer kommt der aerodynamische Flitzer aus der Puste.

Obwohl gerade aus dem Ei geschlüpft, wird Opels Nachwuchssprinter schon jetzt von den Motorsportjournalisten als „GTI-Killer” gehandelt. „Der zeigt nicht nur die Zähne, der beißt auch”, meinte ein Tester aus der russischen Gruppe.

Die Medienvertreter wechseln sich im Tagesrhythmus ab. Griechen, Franzosen, Schweden ... Mit zirka 100 Testern stellen die Deutschen das größte Kontingent. Der Mallorca-Aufenthalt ist aber ungeachtet der Gruppengröße für alle Teilnehmer gleich: Mittags Ankunft am Flughafen. Dann mit den Corsas zur nahe gelegenen Rennstrecke bei Llucmajor. Unter professioneller Anleitung von Werksfahrern werden auf dem Parcours die sportlichen Eigenschaften des Wagens erprobt. Anschließend stehen zwei Inselrundfahrten zur Wahl, um sich auch von der Alltags- und Straßentauglichkeit des Corsa OPC zu überzeugen.

Ob nach Norden oder in den Osten, beide Touren enden im Castillo Hotel Son Vida. Dort ist dann zumindest für die Presse Feierabend. Die knapp 50-köpfige Opelcrew ist nicht nur gedanklich schon einen Tag weiter. Nach dem Frühstück fahren die Teilnehmer mit dem Vectra OPC zum Flughafen, um auch von diesem Modell einen kleinen Eindruck zu bekommen.

Um die 1'5 Millionen Euro, so inoffizielle Einschätzungen, lässt sich Opel die Veranstaltung kosten. Mehr als ein Drittel davon bleibt auf der Insel. „Mallorca ist für Auto-Präsentationen in Europa ein ausgezeichneter Standort”, davon ist der für den Event vor Ort verantwortliche Opelmann Wolfgang Scholz überzeugt. Nicht nur des Klimas wegen. „Anbindung und Infrastruktur prädestinieren die Insel.” Das denkt auch die automobile Konkurrenz. Unter anderem stellten schon Mercedes, Porsche, VW, Toyota, Peugeot, Seat, Volvo und Mazda ihre Neuheiten auf Mallorca vor. Manche davon mehrmals. mehr...

15. März - Wenn am 24. März mehr als 100 Menschen in Peguera ihre satellitengesteuerten Navigationsgeräte (GPS) zücken, heißt das nicht zwangsweise, dass sich die Schar in Calviàs Küstenort hoffnungslos verlaufen hätte. Im Gegenteil. An diesem Tag findet das erste internationale Treffen der Geocacher auf Mallorca statt. Bis aus den USA und Kanada kommen die GPS-Pilger angereist. „Die meisten sind aber aus Deutschland”, sagt Michael Fleischmann. Der seit Jahren auf Mallorca lebende begeisterte Geocacher hat das im Club Paradise stattfindende Event organisiert.

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Tipp24.de - Lotto im Internet. Clever gemacht.

Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche, bei der es gilt, sogenannte Caches (eine Art Versteck) zu finden, den dort deponierten „Schatz” zu bergen und einen neuen zu deponieren. Im Internet sind die Caches aufgelistet (www.geocaching.com). Entweder direkt mit ihren Koordinaten oder über eine Art Schnitzeljagd, die den Sucher über Umwege zum Ziel führt. Auf Mallorca gibt es derzeit mehr als 60 Caches zu entdecken, Tendenz steigend.

Ambitionierte Geocacher verstecken registrierte Geocoins und Travelbugs. Wer eine Münze oder Marke aus einem Cache entnimmt, deponiert sie an einem anderen Cache oder kreiert ein neues Versteck. Im Internet kann dann die Reise der „Schätze” durch die Welt verfolgt werden.

Anlässlich des Cacher-Treffens auf der Insel wurde ein eigener Mallorca-Coin geprägt. 300 Silberlinge und fünf Goldmünzen mit dem Inselumriss und einigen über das Eiland verteilten Caches. „Wahrscheinlich ist das die erste Mallorca-Münze überhaupt, und man darf gespannt sein, wo sie überall versteckt werden wird.” Mehr Infos über Geocachen und das Event gibt es auf der Webseite von Michael Fleischmann: www.geocaching-mallorca.com mehr...

7. März - Seit Samstag ist Palmas Plaça d'Espanya wieder der Nabel des öffentlichen Nahverkehrs. Nach rund zweijähriger Bauzeit nahm der völlig umgestaltete und in „Estació Intermodal Plaça d'Espanya” umgetaufte Bahnhof wieder seinen Betrieb auf. Ein Bahnhofsgebäude sucht der Fahrgast aber vergebens. Die Züge von und nach Inca, Sa Pobla, Manacor und zu den auf der Strecke befindlichen Stationen fahren unterirdisch in den Sackbahnhof ein. Ein überirdisches Bahnhofsgebäude gibt es nicht.

Je zwei Rolltreppen befördern die Fahrgäste in die 20 Meter tiefer liegende Eingangshalle. Dort können die Fahrscheine gekauft und in zwei Wochen auch eine Guthabenkarte für den balearischen Nahverkehrsverbund tib (Transporte de las Islas Baleares) beantragt werden, mit der dann die Fahrpreise für Bahn, Metro und Überlandbusse bargeldlos bezahlt werden können. Für die Stadtomnibusse (EMT) ist die Karte allerdings nicht anwendbar. Auf derselben Ebene befindet sich auch der Wartebereich. Eine Bahnhofs-Cafeteria soll demnächst eröffnet werden.

Durch die Eingangshalle gelangt man mit einem gültigen Fahrausweis durch ein Schrankensystem hindurch und mit weiteren Rolltreppen hinab in die Abfahrt- und Ankunftsebene der Züge. Alle Ebenen sind zusätzlich zu den Rolltreppen mit behindertengerechten Fahrstühlen zu erreichen.

Ab Mitte April wird der über 100 Millionen Euro teure Bahnhof auch die Endstation beziehungsweise der Beginn der neuen Metrolinie sein, die die Balearen-Universität (UIB) an Palma verkehrstechnisch anbindet. Insgesamt stehen zehn Gleise und fünf Bahnsteige für den Personentransport zur Verfügung. Derzeit wird aber nur Bahnsteig 4 genutzt. Über Flachbildschirme werden an jedem Bahnsteig die jeweiligen für die Verbindung relevanten Daten elektronisch angezeigt. Der erste Zug fährt an den Wochentagen um 5.50 Uhr in Palma ab, der letzte um 22.30 Uhr.

Noch befinden sich aber Teile des Bahnhofs und auch der unterirdischen Strecke im Baustadium. Die Treppen an den Bahnsteig– enden sind noch nicht für die Fahrgäste freigegeben. Über diese Überführungen können nach Fertigstellung die Bahnsteige gewechselt werden. Außerdem führen sie zu einem zweiten Ein- und Ausgang, der mit der Fertigstellung der darüberliegenden Grünanlage Parc de ses Estaciones geöffnet werden soll.

Neben der Abfahrt- und Ankunftsebene wird derzeit auch fieberhaft an Palmas neuem Busbahnhof gearbeitet. Ab September dieses Jahr soll die „Estació Intermodal Plaça d'Espanya” ein zentrales Transportterminal bilden, von dem aus neben Bahn und Metro auch jeder Ort der Insel mit etwa 70 verschiedenen Buslinien erreichbar sein wird. Insgesamt 30 Haltebuchten sind für den Busverkehr vorgesehen. Bis dahin fahren die Busse noch fünf Fußminuten von der Plaça d'Espanya ab. Autofahrer, die auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen möchten, können ihren Wagen in der dritten Ebene parken. Über die Einfahrt der Calle Marqués de Fuensanta stehen ihnen 300 Parkplätze zur Verfügung. mehr...

7. März - Mallorcas nagelneue Radrennbahn hat ihre Feuerprobe bestanden. Zumindest aus sportlicher Sicht. Am Wochenende wurden in der Palma Arena die spanischen Meisterschaften in diversen Hallenraddisziplinen ausgetragen (siehe Kasten). Schon am 29. März blickt die internationale Bahnradszene auf das von dem deutschen Architekten Ralph Schürmann entworfene und von dem Niederländer Sander Douma fertiggebaute Velodrom (Schürmann und die balearischen Auftraggeber gingen wegen angeblicher bürokratischer Ungereimtheiten bereits im Frühjahr 2006 im Streit auseinander). Aber bis zur Bahnrad-Weltmeisterschaft gibt es noch viel zu tun, und die Zeit drängt.

In knapp eineinhalb Jahren wurde auf dem Gelände des bisherigen Sportzentrums Sant Ferran, an der Avenida Uruguay, gleich neben dem Zentralfriedhof, ein gewaltiger Bau aus Metall, Glas und Beton aus dem Boden gestampft. Aus der Luft wirkt die Palma Arena wie ein riesiges Quadrat mit einer enormen, runden Kuppel, die fast bis zu den Außenwänden reicht. Insgesamt wurden mehr als 3000 Tonnen Stahl und 30.000 Kubikmeter Beton verbaut.

Die 140 Meter langen Längsseiten der 28.000 Quadratmeter großen Halle (bebaute Fläche) sind mit Metalllamellen verkleidet, die das Velodrom hinter einer Art enormer Jalousie verstecken. An zwei diagonal gegenüberliegenden Eckpunkten befinden sich die Haupteingänge. Sie sind zurückversetzt, so, dass die Überdachung wie ein filigranes Dreieck übersteht. Die Glasflächen der Haupteingangsbereiche ragen bis unmittelbar unter das Dach. Sie sind leicht gewölbt, als wollten sie sich in die Kurven des 250 Meter langen Ovals der Hartholzbahn schmiegen.

Aber noch kann die Halle nicht durch die Glasportale betreten werden. Die Besucher der spanischen Radbahnmeisterschaft wurden durch die Seiteneingänge ins Innere geschleust. Aber viel zu schleusen gab es ohnehin nicht. Das Publikums-Interesse an dem nationalen Sportereignis war gering, die Bauarbeiter in Überzahl. Nur ein Bruchteil der 4500 bestuhlten Plätze war belegt.

Im Innenbereich der Palma Arena dominiert die Radpiste. Auf den Geraden ist sie in einem Winkel von 13 Grad konstruiert, in den Steilkurven wechseln die Verfolger bei 44 Grad die Positionen. Das Dach besteht aus einer gewaltigen, in Quadrate eingeteilten Metallstruktur.

Aber nicht nur Bahnradfahrer soll Palmas neues architektonisches Highlight begeistern. Die über 46 Millionen teure Sportanlage ist als Mehrzweckhalle konzipiert und soll auch die Ausrichtung anderer Sportereignisse ermöglichen. Unter anderem werden Anfang September Spiele der Basketball-Europameisterschaft in der Palma Arena ausgetragen werden. Aber bis dahin müssen die Bauarbeiter noch kräftig in die Hände spucken. mehr...

1. März - Der Countdown läuft. Nach einer alarmierenden Einschätzung des Weltklimarates der Vereinten Nationen bleiben noch 13 Jahre, um eine Klimakatastrophe im großen Ausmaß abzuwenden. Bereits jetzt mangelt es an apokalyptischen Szenarien nicht. Ein omnipotenter Hollywoodheld wird den Planeten dieses Mal aber nicht retten können. Obwohl dies der USA, die zusammen mit China zu den Hauptverantwortlichen des Treibhauseffektes gehören, gut zu Gesicht stünde. Das wissen auch die EU-Politiker. Am 8. und 9. März treffen sich Europas Regierungschefs zu einem Umweltgipfel in Berlin. Auch wenn Europa „nur” zu 15 Prozent für den weltweiten Ausstoß des Klimakillers CO2 verantwortlich ist, wird von dem Gipfeltreffen der Beschluß eines Klimaschutzprogrammes erwartet.

Derzeit diskutiert Deutschland heftig über die Einführung einer emissionsabhängigen Kfz-Steuer. Wer der Umwelt schadet, soll zahlen. Neu ist die Idee nicht. Bereits im Juli 2005 schlug die EU-Komission vor, die Kfz-Steuer europaweit vom CO2-Ausstoß abhängig zu machen. Bislang besteuern aber erst neun der 27 EU-Staaten die Kraftfahrzeuge ganz oder teilweise nach ihren Schadstoffwerten. Spanien ist von einer derartigen Abgabeverordnung noch weit entfernt.

Einer anderen EU-Initiative wird sich Spanien jedoch nicht entziehen können. Sollte die rechtliche Grundlage geschaffen werden, dann darf ab 2012 die Produktpalette eines Autoherstellers im Schnitt nicht mehr als 130 mg Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Derzeit verpuffen fast 180 mg in der Luft.

Ohnehin tut sich Spanien im Vergleich mit anderen EU-Staaten in Sachen Umweltschutz schwer. Zwar hat die Madrider Zentralregierung ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Erderwärmung in den vergangenen Jahren verdoppelt, von seinen Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Abkommens ist das Land aber noch weit entfernt. Im Jahr 2004 verschmutzten die Spanier die Atmosphäre immer noch dreimal mehr als versprochen.

Erst vor wenigen Tagen wurde Spanien erneut von Brüssel gerüffelt. Generell stieß der spanische Plan hinsichtlich einer Reduzierung der Abgase bei der EU zwar auf Wohlwollen, aber letztlich war es den EU-Experten doch zu wenig Engagement. Sie fordern Spanien auf, seine Abgase zwischen 2008 und 2012 auf 152'3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zu reduzieren. Eine halbe Million Tonnen weniger als von Spanien vorgeschlagen.

„Wir können den Klimawandel nicht stoppen. Aber wir sollten wenigstens seine fatalsten Auswirkungen verhindern”, sagte David Attenborough am Montag in Madrid. Der angesehene britische Umweltschützer wurde mit dem Preis der Spanischen Geographischen Gesellschaft für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Aber Preise allein reichen nicht im spanischen Kampf gegen den Weltuntergang. mehr...

4. Januar - Wer sein Fahrzeug in Spanien zulassen möchte, muss Geduld haben – oder die Überwindung der bürokratischen und technischen Hürden einer Gestoría überlassen, die sich diesen Service entsprechend bezahlen lässt. Hier ein Überblick über den Behördenmarathon, der bis zur Ummeldung zurückgelegt werden muss.

Steuernummer
Ob privat oder im Auftrag – die Bürokratie ist dieselbe. Jeder Nichtspanier braucht für die Ummeldung seines Fahrzeugs eine Steuernummer (NIE). Diese muss bei der Ausländerbehörde beantragt werden. Dafür ist ein Personaldokument, die Kopie des selben und ein ausgefüllter Antrag erforderlich. Die Zuteilung der Nummer dauert ein bis zwei Monate. Eines Ausländerausweises (Tarjeta de Residencia) bedarf es nicht.

Technische Untersuchung
Während man auf die Steuernummer wartet, kann das Fahrzeug bereits der technischen Untersuchung unterzogen werden. Zuerst muss ein zugelassener Ingenieur die im Fahrzeugbrief aufgeführten Angaben mit dem tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs abgleichen. Ein Europäischer Fahrzeugbrief kann hilfreich sein, da die einzelnen Posten dort auf Spanisch aufgeführt sind. Der Ingenieur stellt eine „ficha técnica reducida” aus, einen provisorischen Fahrzeugbrief. Die Ingenieros sind freie Unternehmer und haben unterschiedliche Preisvorstellungen für ihre Arbeit. Die Sätze schwanken zwischen 150 und 250 Euro. Zwei bis drei Wochen Geduld sind bis zum Erhalt des Dokuments erforderlich. Zugelassene Ingenieure vermittelt deren Interessenverband (Colegio Oficial de Ingenieros Técnicos de Baleares, Tel. 971-713687). Wer sich vom Hersteller seines Fahrzeugs eine EU-Übereinstimmungs-Bescheinigung ausstellen lässt, kann sich die Kosten für die technische Untersuchung in der Regel sparen.

Spanischer TÜV
Außerdem muss das Fahrzeug vom spanischen TÜV (ITV) abgenommen werden (Termin beantragen). Dies kostet bei einmaliger Vorführung 36 Euro. Nach dem ITV-Segen überprüfen Sachbearbeiter einer Abteilung des Industrieministeriums (sitzen üblicherweise im ITV-Gebäude) die Arbeit des Ingeniero und stellen eine endgültige „ficha técnica” aus. Dafür werden 106 Euro kassiert.

Zulassungssteuer
Nun kann der weitere Behördenteil in Angriff genommen werden. Beim Finanzamt muss die Zulassungssteuer bezahlt werden. Dies ist keine „Strafsteuer”, wie oft unterstellt wird, sondern eine bei allen hierzulande gekauften Neuwagen bereits im Endpreis verankerte Abgabe, die von jedem Fahrzeughalter auf irgendeine Art bezahlt wird. Generell gibt es für die Zulassungssteuer zwei relevante Arten von Autobesitzern. Solche, die das Auto bereits seit mindestens einem halben Jahr besitzen und seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz in Deutschland haben, und auf der anderen Seite jene, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen.

Freistellung von der Zulassungssteuer
Erstere müssen keine Zulassungssteuer entrichten, was sie aber nicht von einem Gang zum Finanzamt entbindet. Denn dort müssen sie die Freistellung von der Zulassungssteuer beantragen. Dafür ist eine Meldebestätigung erforderlich und der Kaufvertrag des Fahrzeugs, beziehungsweise die Rechnung des selben. Die Meldebestätigung muss vom deutschen Konsulat noch für die spanische Behörde bestätigt werden. Wurde man von der Zulassungssteuer befreit, darf man das Fahrzeug ein Jahr lang nicht verkaufen.

Berechnung der Zulassungssteuer
Wer sein Fahrzeug erst vor Kurzem erworben hat oder keinen deutschen Wohnsitz hat, kommt um die Zulassungssteuer nicht herum. Diese wird hubraumabhängig berechnet. Benziner werden bis 1600 Kubikzentimeter mit sieben Prozent des Zeitwertes besteuert, wer mehr hat, bezahlt zwölf Prozent. Bei Dieselfahrzeugen mit einem Motor bis zu zwei Litern sind sieben Prozent fällig. Bei größeren Maschinen zwölf Prozent. Geländewagen werden durchweg mit sieben Prozent besteuert.

Der Zeitwert
Der Zeitwert des Fahrzeugs richtet sich nicht nach dem Kaufvertrag, sondern nach einer finanzamtinternen „Schwacke-Liste”. Diese Liste basiert allerdings auf den Basispreisen der Fahrzeuge. Teure Extras und Spezialausstattungen bleiben steuerlich unberücksichtigt, so dass der zu versteuernde Wert oft deutlich unter dem tatsächlichen liegt. Ein zweijähriges Fahrzeug wird in den Listen mit 83 Prozent des Neuwertes geführt. Jedes Jahr wird der Wertverlust größer. Ein fünf Jahre altes Modell wird nur noch mit 45 Prozent des Neuwertes besteuert. Ein „Achtjähriger” hat noch ein Viertel Wert. Über zehn Jahre alte Fahrzeuge werden pauschal mit 13 Prozent versteuert.

Übertragungssteuer
Sollte der im Fahrzeugbrief eingetragene Halter nicht mit dem übereinstimmen, der in den spanischen Papieren vermerkt werden soll, sind noch vier Prozent Übertragungssteuer fällig.

Kraftfahrzeugsteuer
Außer den beim Finanzamt zu entrichtenden Steuern ist noch die von den Gemeinden festgelegte Kraftfahrzeugsteuer zu entrichten. Diese schwankt von Ort zu Ort und muss dort bezahlt werden, wo der Fahrzeughalter gemeldet ist. Für eine Anmeldung bei einer der mallorquinischen Gemeindeverwaltungen sind Pass, Steuernummer (NIE) und ein Mietvertrag oder Eigentumsnachweis erforderlich. Anhand der „ficha técnica” wird die Steuerhöhe festgelegt.

Tráfico
Die letzte und am meisten gefürchtete Behörde heißt Dirección General de Tráfico. Dort sind alle bisher erwähnten Dokumente und Belege vorzuzeigen. Sollten alle Unterlagen komplett und der Sachbearbeiter auch noch gut gelaunt sein – was alles andere als die Regel ist –, dann hat man es fast geschafft. Nach dem Bezahlen von 68 Euro erhält der Antragsteller eine Autonummer zugeteilt.

Unter Vorlage des Zuteilungsbescheids werden bei den nahegelegenen Schildermachern zwei Kennzeichen geprägt und diese anschließend bei Tráfico abgesegnet. Dann ist das Spießrutenlaufen vorbei und man bekommt den spanischen Kfz-Schein „permiso de circulación”.

Vom Sachbearbeiter bei Tráfico hängt letztlich alles ab, und er kann einem das Leben schwer machen. Je nach Gemütslage besteht dieser außer auf den bereits aufgeführten Dokumenten auch noch auf einer vom Konsulat bestätigten Abmeldebescheinigung des Fahrzeugs und einer gültigen Versicherungspolice. Dann heißt es noch weiter rennen und erneut Schlange stehen.

Fristen
Residenten, die bereits mindestens ein halbes Jahr auf der Insel wohnen und damit (zumindest theoretisch) auch über eine NIE-Nummer verfügen, haben 30 Tage Zeit, ihr neu gekauftes Fahrzeug umzumelden. Wer seinen fahrbaren Untersatz quasi als Umzugsgut mitbringt, kann sich erst einmal auf Mallorca einrichten. Das Fahrzeug muss erst binnen eines halben Jahres umgemeldet werden. Anhand des Fährtickets oder der Speditionsrechnung kann nachgewiesen werden, wie lange sich das Vehikel bereits auf der Insel befindet.

Nichtresidenten
Wer keinen Wohnsitz in Spanien hat, muss sein „heiligs Blechle” nicht ummelden. Auch dann nicht, wenn das Auto das ganze Jahr über auf Mallorca herumsteht und nur im Urlaub benutzt wird. Sollte jemand allerdings mehr als die Hälfte des Jahres im Land verbringen, so ist er verpflichtet, sich und sein Fahrzeug anzumelden. mehr...

28. Dezember - Sabine L. versteht die Welt nicht mehr. In ihrem unüberhörbaren Berliner Dialekt versuchte die 42-Jährige am Freitag die Sicherheitsmitarbeiter an Palmas Flughafen davon zu überzeugen, dass sie unmöglich ohne ihr Neccessaire in die Maschine nach Schönefeld steigen könne. Aber alle Überredungsversuche scheiterten. Nicht nur aus sprachlichen Gründen.

Seit 6. November gilt europaweit ein neues Sicherheitsgesetz, das die Mitnahme von Flüssigkeiten und Cremes jedweder Art nur bis zu einem Volumen von 100 Milliliter pro Tube oder Fläschchen erlaubt. Außerdem müssen die Utensilien in einen verschließbaren Plastikbeutel passen, der lediglich ein Fassungsvermögen von einem Liter hat. Sabine L. blieb nur die Wahl, ihre teuren Parfums wegzuwerfen oder die Beine unter den Arm zu klemmen, um das kleine Köfferchen noch aufzugeben. Fluchend entschied sie sich für einen Sprint.

Sabine L. ist nicht die Einzige, die von den neuen Paragraphen immer noch überrascht wird. Aber sie befindet sich in der absoluten Minderheit. Die allermeisten Passagiere am Airport Son Sant Joan wissen längst um die neue Gesetzeslage und haben Zahnpasta, Rasierwasser und Deoroller bereits separat eingetütet oder erst gar nicht im Handgepäck verstaut.

„Keine nennenswerten Probleme” ließ die spanische Flughafenbehörde über ihre Pressereferentin in Palma sieben Wochen nach dem Inkrafttreten der neuen Regelung auf Anfrage verlauten. Selbst an den „Großkampftagen” im Rahmen der Weihnachtsfeiertage habe es wenig Aufregung gegeben.

Auch die Mallorca anfliegenden deutschen Fluggesellschaften geben Entwarnung. Das zunächst befürchtete Chaos ist ausgeblieben. „Alles normal und ohne Probleme, keine Verspätungen aufgrund der veränderten Lage”, so der Tenor. „Wir haben nicht mehr Beschwerden als vorher”, sagt LTU-Sprecher Marco Dadomo. Und es würden auch nicht mehr Passagiere als sonst ihre Flüge verpassen. „Außerdem wissen die Fluggäste, dass weder die Reiseveranstalter noch die Airlines etwas für die verschärften Kontrollen können.”

„Alles reibungslos”, heißt es bei Hapag Lloyd Express, und auch bei Thomas Cook (Condor) registriert man die geänderten Bedingungen mit Gelassenheit. „Die Menschen sind überwiegend gut informiert und erfahren in der Regel nicht erst bei der Sicherheitskontrolle von der neuen Gesetzeslage”, so Unternehmensprecherin Nina Dumbert.

„Im Prinzip verlief bisher alles recht unproblematisch”, sagt auch der Air-Berlin-Chef für Spanien und Portugal, Alvaro Middelmann. Vor allem Geschäftsleute, die meist ausschließlich mit Handgepäck fliegen, hätten sich schnell auf die neue Situation eingestellt.

Natürlich gebe es hinsichtlich der strikten Sicherheitsmaßnahmen gespaltene Meinungen. Und mancher finde das neue Gesetz übertrieben und unangemessen, zumal es ja auch haarklein angewendt werde. „Ich kann schon verstehen, dass jemandem, der eine halbvolle 125-Milliliter-Tube wegwerfen muss oder eine originalverpackte Wasserflasche nicht mitnehmen darf, dasselbe Fläschchen aber zehn Meter weiter für teures Geld wieder kaufen kann, die Maßnahmen nicht logisch erscheinen.” Aber generell sei natürlich alles zu befürworten, was die Sparte Transportwesen sicherer mache. „Wenngleich in diesem Zusammenhang erwähnt werden muss, dass vor allem der Flugverkehr von der globalen Terrorangst wie kein anderes Transportmittel betroffen ist.” Die meisten Passagiere zeigten Verständnis und beschwerten sich nicht bei den Kontrolleuren. „Die tun schließlich nur ihren Job, und das wissen unsere Fluggäste auch.”

Das Ende der Spirale in Sachen Flugsicherheit ist mit den seit November angewandten Paragraphen jedoch noch lange nicht erreicht. Schon für 2008 sieht ein neues Gesetz die Trennung von „guten” EU-Passagieren und „verdächtigen” Nicht-EU-Reisenden auf den europäischen Flughäfen vor. Kurioserweise werden davon ausgerechnet auch diejenigen betroffen sein, die in Sachen Sicherheit weltweit als Vorreiter gelten. Selbst US-Bürger werden dann in Europa genauer durchleuchtet. mehr...