Online im Flugzeug: So geht's

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Selbst im Flieger sollen Reisende E-Mails checken und in sozialen Netzwerken stöbern können

Selbst im Flieger sollen Reisende E-Mails checken und in sozialen Netzwerken stöbern können. Immer mehr Airlines bieten WLAN während ihrer Flüge an.

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Mit einem Bing erlöschen die Anschnallzeichen im Flieger, die Reiseflughöhe ist erreicht. Sofort zieht der Sitznachbar seinen Tablet-Computer aus der Tasche, wählt sich ins Internet ein und beginnt E-Mails zu beantworten. Was bis vor einiger Zeit noch als undenkbar galt, ist mittlerweile Realität. Airlines bieten WLAN während ihrer Flüge an - auch bereits auf Mittelstreckenreisen wie zwischen Deutschland und Mallorca. In wenigen Monaten wird das Internetangebot Standard sein, denn Fluglinien investieren in ihre Flotten, damit bald jeder Gast über den Wolken online gehen kann.

Mallorca-Marktführer Air Berlin bietet beispielsweise während einigen Flügen auf die Insel WLAN an. Die Airline hat bereits sechs Flugzeuge der Typen A320 und A321 umgerüstet, im Herbst beginnt die Ausstattung eines Airbus A330, teilt das Unternehmen mit. "Die Ausstattung der gesamten Flotte wird 2017 abgeschlossen sein", sagt Pressesprecherin Theresa Krohn. Flugreisende - sowohl Geschäftsleute als auch Touristen - "nehmen das Angebot sehr gut an und befürworten die Verfügbarkeit von Internet an Bord".

Kostenlos ist das sogenannte "Airberlin Connect" während des Mallorca-Flugs allerdings nicht. Für die gesamte Dauer eines Mittelstreckenflugs fallen 13,90 Euro an, die halbe Stunde Nutzungsdauer schlägt im Vergleich mit 4,90 Euro zu Buche. Air Berlin bezeichnet die Kosten als fair. Wer an Bord surfen will, muss sich vor Flugbeginn eine App auf sein Smartphone oder Tablet herunterladen, darüber kann auch das Unterhaltungsprogramm mit Filmen genutzt werden. Ab einer Flughöhe von 10.000 Metern kann der Benutzer online gehen. Nicht erlaubt ist allerdings Internettelefonie wie beispielsweise mittels des Programms Skype während des Fluges.

Über die Webseite des Unternehmens lässt sich unter dem Suchwort "Internet an Bord" eine Drei-Tages-Vorausschau abrufen, auf welchem Flug WLAN angeboten wird. Von Palma aus hat man beispielsweise nach Düsseldorf gute Chancen, während der Reise im Netz surfen zu können.

Die Airline Norwegian will hingegen neue Kunden mit kostenfreiem Internet auf den Flügen locken. 90 Flieger des Unternehmens sind mittlerweile mit einem WLAN-System ausgestattet. "Das ist fast die gesamte Flotte der Kurz- und Mittelstrecke", teilt Pressesprecher Alfons Claver mit. Der Fluggast wählt sich an Bord direkt in das kabellose Netz ein. Umgerüstet werden die Flugzeuge der Airline übrigens von Lufthansa Technik am Standort Budapest. Während des Winterflugplans gibt es allerdings keine Direktverbindung zwischen Mallorca und Deutschland, Österreich und der Schweiz. Doch die Fluglinie plant, ab dem Sommer 2016 Verbindungen nach Deutschland anzubieten. Auf der Webseite gibt es bereits Flüge zwischen Palma und Berlin-Schönefeld zu buchen.

Lufthansa beginnt laut Unternehmensaussage 2016 mit der Ausrüstung der A320-Flotte mit schnellem WLAN. Die Technik wird anfangs per Satellit am Laufen gehalten, später per Bodenantenne. Ab dem Frühsommer soll es dann Internet auf Mittelstreckenflügen geben, Preise für das Angebot teilte das Luftfahrtunternehmen nicht mit. Bei Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet wird es zunächst weiterhin heißen: kein Netz.

Wovon sich die Airlines allerdings distanzieren, ist das Telefonieren während eines Fluges zu ermöglichen. Passagiere wünschen laut Befragungen von Lufthansa nicht, von einem Sitznachbarn gestört zu werden, der den Flug über in sein Handy quatscht.

(aus MM 44/2015)

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Thomas Junsker / Vor über 3 Jahren

Dass ich bei Flügen ab 4 Stunden aus Langweile ein paar WA Nachrichten verschicke könnte ich noch verstehen. Aber bei einem 2 Stunden Flug nach Mallorca kann ich auch mal auf Whatsapp verzichten. Und er Wetterbericht ändert sich in den 2 Stunden bestimmt auch nicht kriegsentscheident...... Lukas Mann....Daumen hoch....ich fiebere mit .......

Nicola / Vor über 3 Jahren

Das ist auch ein interessantes Geschäftsmodell. Erst werden alle Monitore aus den Fliegern verband. Dann bringt der Kunde seine eigene Hardware mit und zahlt noch für die Nutzung. Nicht schlecht und ein Bonus wert.

Lukas Mann / Vor über 3 Jahren

Hoffentlich bleibt das Handy-Gequatsche während der Flüge dauerhaft untersagt! - Es ist schon schlimm genug, wenn man rund um sich herum vor und nach dem Flug die penetranten sinnfreien "Ich fliege gleich los, bin schon am Gate..." bzw. "...bin grad gelandet, gleich gehts zum Hotel" etc. pp. mithören muss.