Startschuss fürs neue Schuljahr

Die Platzvergabe an den staatlichen und halbprivaten Lehranstalten hat begonnen

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Das Verfahren zur Vergabe von Plätzen in den staatlichen Schulen und Kindergärten für 2013/2014 läuft. Für Grundschulkinder (Educació Primària) und Schüler der Mittelstufe (Educació Secundària Obligatòria, ESO), die in eine andere Schule wechseln müssen, da es in ihrer bisherigen Lehranstalt kein weiterführendes Angebot gibt, hat die Antragsfrist bereits begonnen.

Ab 2. Mai können dann auch diejenigen ihre Bewerbungen abgeben, die die Schule freiwillig wechseln wollen oder bisher eine private Schule besucht haben beziehungsweise aus dem Ausland kommen und einen Platz im spanischen staatlichen Schulsystem beantragen wollen. Auch die Bewerbungsfrist für einen Kindergartenplatz (Educació Infantil) beginnt am 2. Mai. Anträge für die Aufnahme in die zweijährige Oberstufe (Batxillerat) werden ab dem 24. Juni angenommen. Wann genau im September der Schulunterricht beginnt, steht noch nicht fest.

Die wichtigste Neuerung im Vergleich zum Vorjahr ist die Möglichkeit, den Antrag auf einen Platz im öffentlichen Schulwesen per Internet zu stellen. Die offizielle Begründung dafür ist, man wolle den Eltern das Prozedere erleichtern. Eine Rolle dürfte aber auch gespielt haben, dass durch die Antragstellung per Internet die freie Sprachwahl garantiert werden soll (siehe Kasten rechts).

Die ausgefüllten Bewerbungsformulare können zu den angegebenen Fristen aber auch weiterhin persönlich eingereicht werden. Entweder direkt in der Schule, für die sich die Eltern entschieden haben, oder aber in einer der 22 Beratungsstellen (Oficines i Suboficines d'Escolarització) auf Mallorca. Unter der Telefonnummer 012 lassen sich ferner sämtliche Fragen und Zweifel rund um den Bewerbungsprozess klären, heißt es beim balearischen Bildungsministerium.

Bei der Vergabe der Kindergarten- und Schulplätze kommt ein Punktesystem (Barem de puntuació) zum Tragen. Dabei sind eine ganze Reihe von Kriterien wichtig, für die es jeweils mehr oder weniger Punkte gibt: Anzahl der Geschwister, die bereits auf die gewünschte Schule gehen, die Entfernung des Wohnorts zur Schule und die Höhe des Einkommens der Eltern. Nach der Vergabe der Plätze gibt es jeweils Einspruchsfristen und Wartelisten für Nachrücker. Auf dem Antrag können Eltern maximal fünf Kindergärten oder Schulen angeben, in die sie ihr Kind am liebsten schicken wollen. Bei Punktgleichheit mehrerer Bewerber wird gelost.

Auf den Balearen gibt es 401 Kindergärten und Schulen. 214 davon sind Kindergärten oder Grundschulen, 74 weiterführende und 113 halbstaatliche Schulen (Centres concertats). Derzeit gibt es laut dem balearischen Bildungsministerium 148.975 Kindergartenkinder und Schüler im öffentlichen Bildungssystem: 32.929 sind Kindergartenkinder, 63.479 Grundschüler, 39.552 gehen in die Mittelstufe und 13.015 in die Oberstufe.

Das spanische Schulsystem sieht eine dreijährige Kindergartenzeit vor (ab dem 3. Lebensjahr, nicht obligatorisch). Darauf folgen sechs Jahre Grundschule und dann vier Jahre Mittelstufe. Mit dieser endet die Schulpflicht. Die Oberstufe, die mit dem spanischen Abitur abschließt, dauert zwei Jahre.

INFO

Sämtliche Informationen, Formulare und den Zugang zur Online-Bewerbung gibt es beim balearischen Bildungsministerium
im Internet unter http://escolaritzacio.caib.es

STICHWORT: FREIE SPRACHWAHL

Català oder Castellano, das ist hier die Frage: Seit dem vergangenen Schuljahr können Eltern wählen, in welcher Sprache ihre Kinder unterrichtet werden sollen. Dafür muss man bei der Anmeldung schlicht ein Kreuzchen im entsprechenden Kästchen machen. Im vergangenen Jahr entschied sich die große Mehrheit für das Katalanische. Allerdings gab es zahlreiche Beschwerden von Eltern, die sich unter Druck gesetzt fühlten, nicht die Castellano-Variante zu wählen. Auch um solcherlei Einflussnahme diesmal auszuschließen, ermöglicht die Balearen-Regierung nun die Online-Bewerbung um einen Schulplatz.

In Mallorcas öffentlichen Schulen gibt es erheblichen Widerstand gegen die freie Sprachwahl. Zum einen, weil die Neuregelung als Angriff auf das Català angesehen wird, zum anderen, weil völlig unklar ist, wie die Schulen den Mehraufwand bewältigen sollen.

Derweil subventioniert die Balearen-Regierung mit 70.000 Euro die Herstellung von Schulbüchern, in denen nicht die katalanische Sprache vermittelt wird, sondern die Inseldialekte Mallorquí, Eivissenc, Menorquí. Die Bücher sollen im kommenden Schuljahr zum Einsatz kommen.

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