Werke von Norah Borges im Museum Es Baluard

"Otras miradas": Einblicke der etwas anderen Art

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PALMA. ARTE. EL MUSEU ES BALUARD INCORPORA A SU FONDO UN MURAL DE NORAH BORGES.

Kleines Meisterwerk, mit sanftem Pinselstrich auf die Leinwand gebracht: "Mutter und Kind" von Norah Borges.

Foto: P. GIMENEZ

Eine Mini-Ausstellung präsentiert das Museum Es Baluard zurzeit gemeinsam mit der Spanischen Nationalbibliothek in Madrid: "Otras miradas" (Andere Einblicke) zeigt die Beziehung des argentinischen Dichters und Schriftstellers Jorge Luis Borges (1899 bis 1986) und seiner Schwester Norah Borges (1901 bis 1998) zu Mallorca.

Im Jahr 2004 schenkte der Verleger und Präsident von Grup Serra, Pere A. Serra, dem Museum ein Bild der Künstlerin. Es ist ein kleines Meisterwerk, figurativ, wenn auch verfremdet; eine Szene, die Mutter und Kind zeigt. Wie auch in anderen Werken mit sanftem Pinselstrich auf die Leinwand gebracht. Das Bild ist jetzt, zusammen mit einer Postkarte der Geschwister, Teil der Ausstellung.

Das Bild entstand im Jahr 1920, als die Künstlerin gemeinsam mit ihrer Familie und ihrem Bruder auf Mallorca war und für eine Weile im damaligen Hotel del Artista in Valldemossa wohnte. Das Hotel schloss 1966, und als die Eigentümer-Familie Estarás das Gebäude Jahre später verkaufte, wurde das Bild, das nur 53 mal 47 Zentimeter groß ist, unter einer Farbschicht entdeckt.

Es gab mehrere Kaufinteressenten, darunter das Museum Reina Sofía in Madrid, doch den Zuschlag bekam Pere Serra. Ihm ging es vornehmlich darum, das Bild, auf Mallorca entstanden, für die Insel zu bewahren.

Norah Borges, Malerin und Holzschneiderin, galt viele Jahre lang als die "kleine" Schwester des großen Schriftsteller-Bruders. Obgleich sie sich unter Kunstexperten schon bald einen Namen als Zeichnerin und Illustratorin gemacht hatte. In Aufbau und Komposition ihrer Bilder orientierte sie sich als Paul Cézanne, in der Farbgebung an den deutschen Expressionisten.

Nach ihrem Aufenthalt auf Mallorca, und später zwischen 1932 und 1936 in Madrid, fühlte sie sich der spanischen Avantgarde verbunden. Ihr Leben war immer mit Literatur verknüpft; sie illustrierte einen Teil der Werke ihres Bruders, das Buch "Platero und ich" des Nobelpreisträgers Juan Ramón Jiménez oder die Gedichtsammlung "Romancero Gitano" von Federico García Lorca.

Ein Jahr nach ihrem Tod wurden ihre Arbeiten 1999 in einer großen Ausstellung in Madrid "La mujeres de la Vanguardia Española" gewürdigt.

Zur jetzigen Ausstellungseröffnung kam die Direktorin der spanischen Nationalbibliothek, Glòria Pérez-Salmerón nach Palma.


INFO

"Otras Miradas", Museum Es Baluard, Palma, Plaça de Porta Santa Catalina. Geöffnet bis 5. Dezember.

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