Ein Sinnespark für Sa Coma

| Sa Coma, Mallorca |
Sind stolz, zu den Begründern des neuen Sinnesparks zu gehören: Jenny Cöllen, Mira Steffan und Svenja Roth.

Sind stolz, zu den Begründern des neuen Sinnesparks zu gehören: Jenny Cöllen, Mira Steffan und Svenja Roth.

Foto: Foto: Sophie Mono
Sind stolz, zu den Begründern des neuen Sinnesparks zu gehören: Jenny Cöllen, Mira Steffan und Svenja Roth. Mit dem Aufbau eines Sinnesparks in Sa Coma im Osten von Mallorca hat sich die Gruppe viel vorgenommen. Daniel Lubczyk (Vordergr

"Ich habe extra meine Latzhose dabei", sagt Svenja Roth und lacht vergnügt. Sie ist zum Arbeiten nach Mallorca gekommen. "Ein bisschen arbeiten und ein bisschen Urlaub", verbessert sie. Genau wie acht andere Menschen mit Behinderung hat sich Svenja Roth für einen Erlebnisurlaub auf der Finca Ca'n Agustin bei Sa Coma angemeldet. Gemeinsam will die Gruppe in anderthalb Wochen einen Sinnespark auf dem weitläufigen Gelände errichten. Normalerweise ist das Grundstück des gemeinnützigen Vereins "Lebenshilfe NRW" Reiseziel für verschiedene Gruppen, die einfach nur entspannen wollen. Projekte wie der Bau des Sinnesparks gab es bisher nicht. "Der soll super-klasse-gut werden", ruft Jenny Cöllen dazwischen. Sie ist mit ihren 21 Jahren die Jüngste in der Gruppe.

Noch lässt sich nur erahnen, was bald hinter dem Haupthaus zwischen den Bäumen entstehen soll. "Drei Stationen", sagt Jenny Cöllen und Wolfgang Rehermann (mit 67 Jahren der Älteste im Bunde) nickt. Los geht es mit Wasserspielen: Die Teilnehmer bemalen Plastikeimer, hängen sie in Bäume, bohren Löcher in die Böden und erstellen so eine Art Dusche. "Das Wasser kann man fühlen und hören", erklärt Daniel Lubczyk. Als Zweites steht eine Klangstation auf dem Plan: Bambusstangen nebeneinander gehängt, die im Wind Geräusche machen. "Für den Hörsinn. Und hier soll ein Balance-Parcours entstehen", sagt der 31-Jährige und deutet auf zwei dicke Holzklötze auf dem trockenen Erdboden. Bis zum Ende des Projekts sollen weitere Klötze in verschiedenen Größen hinzukommen und Sand auf dem Boden für weichen Untergrund sorgen. "Das ist ganz schön viel Arbeit", resümiert Jenny Cöllen. Die meisten Teilnehmer kannte sie vorher nicht. "Aber ich finde alle nett", bemerkt sie schon am dritten Tag.

Mira Steffan grinst zufrieden. Zusammen mit Elena Zimpel hatte sie im vergangenen Sommer die Idee für das Projekt. "Wir begleiten schon seit Jahren immer wieder Reisegruppen mit Menschen mit Beeinträchtigung nach Sa Coma", erzählen die beiden. Sie studieren Sozialarbeit und Sozialpädagogik an der Hochschule Düsseldorf, der Sinnespark ist Teil ihrer Bachelorarbeit. Oberthema: Erlebnispädagogik in Urlaubsreisen. "Wir wollen beobachten, wie sich die Gruppendynamik durch das gemeinsame Bauen verändert", erklärt Zimpel. Die These: Durch gemeinsame Aktionen wächst die Gruppe schneller zusammen. "Bisher sieht es gut aus, trotz des Altersunterschieds der Teilnehmer."

"Wir müssen zusammenhalten, alleine können wir das gar nicht schaffen", stellt Mareike Syhring mit Blick auf den zusammen erstellten Zeitplan fest. Gemeinsam wurden zu Beginn Ziele aufgestellt. "Die stehen alle hier", erklärt Jenny Cöllen und deutet auf eine lange Liste im Aufenthaltsraum: schönes Wetter, Spaß, gute Laune, Teamwork. Nach jedem Tag wird gemeinsam mit allen reflektiert: Über die baulichen Fortschritte, über die eigenen Gefühle und über die Gruppe als Ganzes. "Viele Ziele haben wir jetzt schon erreicht", sind sich alle einig. Nur der Sinnespark, der muss noch fertig werden. Zumindest die ersten drei Stationen - den Rest können andere Gruppen weiterentwickeln. Ob die Teilnehmer Angst haben, dass die Zeit zu knapp sein könnte? Elfi Bischof schüttelt den Kopf, auch Sabrina Eggert, Aileen Tizon und Jonas Buchhorn blicken zuversichtlich drein. Daniel Lubczyk bringt es auf den Punkt. "Ich glaube daran, wir schaffen das."

(aus MM 16/2016)

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