Die Fotografin Fran Patel. | Mallorca Magazin

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Heiteres Gelächter weht mit der lauen Frühlingsluft über den Vorplatz des veganen Restaurants La Mujer de Verde nahe des Es Baluard Museums in Palma. Inmitten der entzückt dreinblickenden Menschengrüppchen, wuseln aufgeregt ein paar Hunde zwischen den Beinen ihrer Besitzer. Während die Tiere nach herunterfallenden Häppchen Ausschau halten, bestaunen die Menschen die ausgestellten Fotos entlang der Restaurantwände. „Oh, wie süß” und „Der sieht ja aus, wie du”, hört man die Ausstellungsbesucher sagen.

Zu sehen sind Porträtfotos von Hunden. Doch hierbei handelt es sich nicht um des Nachbarn lauten Schoßhund, sondern um Hunde, die sich derzeit in privaten Tierheimen auf Mallorca befinden, da das zu ihnen passende Heim und ein neuer Besitzer noch nicht gefunden werden konnte.

„Es sind keine Zweite-Wahl-Hunde”, erklärt die Organisatorin und Hundefotografin Fran Patel. Die gebürtige Deutsche ist jahrelang um die Welt gereist und hatte in der Hotellerie gearbeitet. Da war keine Zeit für einen Hund. Erst, als die Tierfreundin in England ihr eigenes Hundesitting-Unternehmen führte, nahm sie ihren ersten Schnüffler bei sich zu Hause auf. „Der Hund brachte meinem Leben mehr Qualität.” Und so begann Patel schließlich auch damit, die Fellgefährten, um die sie sich kümmerte, zu fotografieren. „Die Besitzer wollten gerne sehen, wie es ihrem Vierbeiner geht, während sie nicht da sind.”

Was zunächst nur eine Extraleistung darstellte, entwickelte sich dann zu einer Herzensaufgabe. Seit einem Jahr lebt die 42-Jährige mit ihrem Mann und den zwei Hunden nun auf Mallorca. Hier schuf sich die Weltenbummlerin zum ersten Mal seit langem eine Basis. Doch neben den unzähligen Stränden fielen Fran Patel vor allem die zahlreichen streunende Katzen und folglich auch die Tierheimhunde auf.

Jede Gemeinde hat ihre eigene Auffangstation auf Mallorca. Den Tieren wird dort geholfen und sie werden zur weiteren Vermittlung freigegeben. Doch die Kapazitäten sind beschränkt und so werden „schwer zu vermittelnde Tiere” gegebenenfalls getötet. „Jeder Hund, der zu lange dort bleibt, nimmt einem anderen die Chance auf ein schönes Leben”, erklärt Fran Patel und verweist auf die privaten Organisationen, die sich auf der Insel befinden. Auffangstationen wie SOS-Animal-Mallorca übernehmen die Tiere und behalten sie so lange, bis sich sprichwörtlich der passende Deckel zu ihrem Topf gefunden hat. Was gut klingt, ist in der Praxis jedoch meist mit Wartezeiten von drei Monaten, bis zu zwei Jahren verbunden, in denen die Tiere erwartungsvoll ausharren.

Viele dieser „schwierigen” Rettungshunde hatten einfach das Pech, vom falschen Menschen aufgenommen worden zu sein, sodass sie als Welpe nicht richtig sozialisiert oder nicht ordentlich zum Tierarzt gebracht wurden und nun gesundheitliche und Verhaltensprobleme haben. Diesen Tieren und den Organisationen möchte Fran Patel mit ihren Fotos und der „Rehomies”-Aktion eine größere Plattform geben und dabei helfen, das perfekte Zuhause zu finden.

„Bei ängstlichen Tieren muss man sich erstmal kennenlernen”, erklärt die Fotografin ihre Herangehensweise. So verbringt sie zunächst etwas Zeit mit ihren Fotomodellen, damit diese sich an sie und die Kamera gewöhnen können. Das Ergebnis sind Porträtfotos, die das Wesen der Vierbeiner einfangen.

Die Fotos hängen bereits in einigen Restaurants und Cafés auf Mallorca – Mit QR-Code bestückt, über den man mehr zum zukünftigen besten Freund erfährt. Die Bilder zeigen, wie wundervoll jeder einzelne Hund ist: „Mitleid ist nicht so meins, ich mag es lieber positiv”, sagt Fran Patel lächelnd und hofft, dass sich die künftigen Besitzer der „Rehomies” mithilfe ihrer Bilder auf den ersten Blick in die Tiere verlieben und ihnen das „Home” bieten, in das sie glücklich reintegriert werden können, wie es Patels Projekt anstrebt.