Auf gute Nachbarschaft

Ein Deutscher und ein Mallorquiner haben sich zusammen eine Ölpresse gekauft – hier kann jeder seine Oliven pressen lassen

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Es ist ein außergewöhnliches deutsch-mallorquinisches Unternehmen: Gabriel Mayol, der Hobbybauer, und Hermann Teekat, pensionierter Beamter und ehemaliger Galerist aus Düsseldorf, sind Nachbarn – und sie produzieren gemeinsam Olivenöl. „Ich wohne schon seit 1995 mit meiner Frau Sigrid auf der benachbarten Finca hier in Montuïri“, erzählt Tekaat, „da kommt man schon oft miteinander ins Gespräch.“

Neben den Mandelbäumen kamen die Nachbarn auch immer wieder auf die Olivenhaine der Grundstücke zu sprechen: Tekaat hat um die 1500, Mayol rund 1000 Olivenbäume auf dem Familienanwesen – „die Oliven kann man ja nicht alle hängen lassen“. Früher brachten sie die Oliven in die großen Pressen der Insel, seit letztem Jahr haben sie ihre eigene moderne, rund 50.000 Euro teure Anlage.

Nun kommen die Fincabesitzer mit ihren Oliven zu ihnen: „Die Leute sind richtig begeistert, wenn sie hier ihr eigenes Öl pressen können.“ Anders als in den großen Anlagen wird die Maschine hier nach jeder Pressung gereinigt – so wird sichergestellt, dass jeder wirklich nur das Öl seiner eigenen Oliven in die Flaschen abgefüllt bekommt.

„Je nach Pflanze kann ein einzelner Baum über hundert Kilo Oliven tragen – das ergibt dann schon um die 15 Liter Öl.“ Pro hundert Kilo Oliven kostet die Pressung 25 Euro, zehn Prozent des Öls bleiben bei Mayol und Teekat. Im vergangenen Jahr haben sie das Olivenöl im Umkreis, bei Bekannten und Freunden vertrieben, „aber dieses Jahr ist der Ansturm sehr groß: Wir werden zu viel Öl haben“, sagt Tekaat. Er rechnet mit mindestens 4000 Liter Eigenproduktion. Grund genug, groß ins Ölgeschäft einzusteigen, „man kann ja auch nicht nur Golf spielen oder am Pool sitzen“, sagt der 57-Jährige lachend.

Mayol bringe landwirtschaftliches Wissen, Geschick und Kontakte mit, „und ich bin von uns zweien eher der Verkäufer“. Deswegen plant er auch, das Öl künftig in Deutschland zu vertreiben. Der Markenname „Es Raco de Sabor“ steht schon, nur am Transport in die Heimat feilt der Düsseldorfer noch. Auf der Insel lässt sich das Öl direkt am Abfüllort auf der Finca in Montuïri beziehen: der Viertelliter liegt um die fünf Euro, der halbe Liter um die neun Euro.

Die Idee, sein eigenes Olivenöl zu vermarkten, hat Tekaat gleich weitergesponnen: „Das könnten viele – wenn man eine Finca kauft, ist ja immer viel Land dabei. Oder die Golfplätze – auf denen stehen ja auch oft Tausende von Olivenbäumen.“ Auf seine Anregung hin wird der Golfplatz Son Gual deswegen ebenfalls bald sein eigenes Olivenöl anbieten, „die haben sich für nächste Woche bei mir zum Pressen angemeldet“. Wer das „Es Raco de Sabor“-Öl einmal auf knusprigem Weißbrot probieren möchte, ist zu einer Verkostung am Samstag, 1. November, von 10 bis 15 Uhr eingeladen. Anmelden können sich Interessierte unter Tel. 609-185917 oder 971-181543.

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