Tierschützer wollen Stierlauf verhindern

Fornalutx, Mallorca |
Dem Jungstier "Dependiente" schwant noch nichts von seinem Schicksal.

Dem Jungstier "Dependiente" schwant noch nichts von seinem Schicksal. Foto: UH

Einige Wochen nach dem wohl endgültig letzten Stierkampf in Palma de Mallorca wollen Tierschützer auch in Fornalutx auf die Barrikaden gehen. Für Freitag, 4. September, rufen sie zur Besetzung von Fornalutx auf, um den traditionellen Stierlauf ("Correbou") zu verhindern, bei dem ein Jungbulle durch die Gassen getrieben wird.

Nachdem es in den vergangenen Jahren lediglich symbolische Proteste an einem genehmigten Demonstrationsort weitab vom eigentlichen Geschehen gegeben hatte, rufen die Tierschützer dieses mal zum zivilen Ungehorsam auf und wollen sich mit den Einwohnern anlegen. Eine Versammlungsgenehmigung wurde bewusst nicht beantragt.

Bürgermeister Antoni Aguiló von der konservativen Volkspartei ist deswegen beunruhigt und fordert verstärkten Polizeischutz für das Volksfest in dem kleinen Bergdorf oberhalb von Sóller.

Dem von der Gemeinde gekauften Stier "Dependiente" schwant unterdessen noch nichts von seinem Schicksal, das nach der Hatz durch den Ort traditionell auch die Schlachtung beinhaltet. Das Fleisch wird unter den Anwohnern verkauft. 

Für Stimmung dürfte also gesorgt sein, denn selbst bei den symbolischen Protesten in jüngster Zeit war es vereinzelt zu wechselseitigen Beschimpfungen gekommen. (mic)

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Antonietta / Vor über 4 Jahren

Jedes Jahr werden alleine in Spanien über 40.000 Stiere getötet. Die Stierkampf-Industrie erhält schätzungsweise etwa 530 Millionen Euro an Subventionen von der EU. Ohne diese Mittel könnte das blutige Spektakel gar nicht stattfinden. Noch bevor die Tiere die Arena betreten, werden sie mit Elektroschocks traktiert. Oft verabreicht man ihnen Abführmittel und in ihre Augen wird Vaseline gerieben, um ihre Sehkraft zu trüben. In der Arena angekommen werden sie mit Lanzen und Speeren verletzt und gequält. Nach der grausamen Prozedur versucht schließlich der „Matador“, die geschwächten und panischen Tiere mit seinem Schwert zu töten. Oft genug verfehlt der Matador das Rückenmark und das Sterben dauert qualvoll lange.