Trennung ist nicht immer leicht

| Mallorca |
Alles in einen Sack und ab in den Container? Die meisten Inselgemeinden haben verstanden, dass es so nicht geht.

Alles in einen Sack und ab in den Container? Die meisten Inselgemeinden haben verstanden, dass es so nicht geht.

Abfallentsorgung ist auf Mallorca Gemeindesache. Obwohl der Inselrat verstärkt unterstützen will: Jeder Ort hat sein eigenes System, in manchen funktioniert die Mülltrennung sehr gut, in anderen überhaupt nicht. Das zeigt eine Statistik des Inselrats.

Als absolutes Positivbeispiel auf Platz 1: Esporles. Weniger als 15 Prozent des Gesamtabfalls sind hier Restmüll, mehr als 75 Prozent werden ordentlich sortiert zum Recyceln in Son Reus abgegeben. Kein Wunder: Seit 2009 werden hier jeden Tag andere Abfallsorten an den Türen abgeholt. Die Trennvorgaben sind streng, aber transparent. Selbst auf Deutsch gibt es einen übersichtlichen Guide im Internet. Der Clou: Restmüll wird nur in speziellen, von der Stadt ausgegebenen Tüten akzeptiert - und die kosten pro Stück einen Euro. "Es lohnt sich also, zu recyceln, die Tüten für die anderen Müllsorten sind kostenlos", so Pilar Tous vom Rathaus in Esporles. Das System werde von den Bürgern akzeptiert.

Davon kann Llucmajor nur träumen: Mit mickrigen fünf Prozent Recyclingquote bildet die Gemeinde das Schlusslicht auf Mallorca. Und das, obwohl auch im Zentrum von Llucmajor die Müllabfuhr von Tür zu Tür fährt, um den Müll abzuholen - ein Modell, das der Inselrat gerne in allen Gemeinden sehen würde, da so direkt kontrolliert werden kann, welcher Haushalt richtig trennt. Allein: In Llucmajor gibt es diese Kontrolle nicht. "Wir holen ab, aber wir selektieren nicht", bestätigt Entsorgungssprecher Sebastián Puig. Nur in den Außenbereichen der Gemeinde gebe es entsprechende Trenncontainer.

Die Inselhauptstadt Palma kann sich ebenfalls nicht mit ihrer Recyclingquote rühmen. Auch hier fehlt die Kontrolle, jeder kann in die teils unterirdischen Container unbemerkt schmeißen, was er will. In der Inselratsstatistik will die Stadt als Einzige nicht erscheinen, auf MM-Anfrage geben die Stadtwerke Emaya eine Ziffer von zwölf bis 15 Prozent Recyclingquote an, damit läge Palma immerhin im inselweiten Mittelfeld. "Aber es soll einiges verbessert werden", hofft Emaya-Sprecherin Aina Llauger. In den Außenbezirken würden vielleicht schon 2016 Müllautos von Tür zu Tür fahren. Llauger: "Wir sind darüber in Gesprächen."

Auch wenn es in manchen Gemeinden hakt: Engagement ist oft erkennbar: Santa Margalida (Rang 16, Recyclingquote: 12,3 Prozent) beispielsweise versucht die Einwohner, mit Barem zu ködern: Haushalte, die vorbildlich trennen, müssen 20 Euro weniger Müllgebühr zahlen. Auch Son Servera (Rang 15, Quote: 13 Prozent) hat sich zum 1. Dezember von seinen alten Restmüllcontainern losgesagt und setzt ab sofort auf Abholysteme an der Haustür, getrennt nach Müllart.

Artà ist eines der Musterbeispiele dafür, dass sich Veränderungen lohnen können. Noch vor wenigen Jahren war die Recyclingquote verschwindend gering, nun liegt die Gemeinde mit 42 Prozent auf Rang 5. Seit Februar 2013 wird Müll im Zentrum getrennt abgeholt, Menschen aus den Randgebieten der Gemeinde können ihren Müll im Parc Verd, einem Wertstoffhof, abliefern. Je besser sie trennen, desto billiger wird es, so Margalida Morey Sancho aus Artàs Rathaus.

(Der Bericht ist Teil des Themas der Woche im neuen MM. Die vollständige Berichterstattung lesen Sie in der jüngsten Ausgabe (49/2015), erhältlich am Kiosk auf Mallorca, sowie an den Bahnhöfen und Flughäfen in Deutschland; oder auf E-Paper.)

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