Inselweite Initiative näht und liefert Atemmasken

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Mehrere hundert Atemschutzmasken aus kochfester Baumwolle haben die Freiwilligen rund um das Modekollektiv Col·lectiu Moda Mallorca genäht. Freiwillige mit Nähmaschine sind sehr willkommen. Sie erhalten Anleitung und Stoffe von den Organisatoren.

Mehrere hundert Atemschutzmasken aus kochfester Baumwolle haben die Freiwilligen rund um das Modekollektiv Col·lectiu Moda Mallorca genäht. Freiwillige mit Nähmaschine sind sehr willkommen. Sie erhalten Anleitung und Stoffe von den Organisatoren.

Foto: Dorothee Kammel(cmodamallorca)
Mehrere hundert Atemschutzmasken aus kochfester Baumwolle haben die Freiwilligen rund um das Modekollektiv Col·lectiu Moda Mallorca genäht. Freiwillige mit Nähmaschine sind sehr willkommen. Sie erhalten Anleitung und Stoffe von den Organisatoren.Muster für die konische AtemschutzmaskeMuster für die rechteckige AtemschutzmaskeDie Schichten werden gefaltet und das Schrägband eingefasst.Die Schichten mit Stecknadeln festheftenDie verschiedenen Schichten zuschneiden
Fast fertig! Jetzt noch die Bänder zum festbinden annähen.

Die Diskussionen um den Sinn von selbst hergestellten Atemmasken sind, beziehungsweise waren, lang. Jetzt hat auch Deutschlands zurzeit angesagter Virologe Christian Drosten kommentiert, dass diese Masken zwar keinen Schutz von außen vor dem Covid-19 Virus bieten, aber eine Reihe von anderen positiven Effekten mit sich bringen:

  • Die Masken schützen andere. Wer vielleicht bereits Träger des Virus ist, aber noch symptomfrei, trägt dies bei Husten oder Niesen weniger nach draußen
  • Das Tragen der Maske sensibilisiert die Umwelt und den Träger selbst. Man fasst sich nicht an den Mund, die Nase oder die Augen

Inzwischen gibt es auch auf Mallorca viele Freiwillige, die bei der Produktion der selbstgenähten Masken mithelfen. Ein Kollektiv von verschiedenen Selbständigen, Firmen und Stoffherstellern hat sich für diese Arbeit zusammengeschlossen: Col·lectiu Moda Mallorca. Die Arbeitsverteilung wird gebündelt und koordiniert. Freiwillige mit Nähmaschine und etwas Näherfahrung können sich per Instagram, Facebook oder E-Mail an die Gruppe (siehe unten) wenden.

Dort erhält man das nötige Material, Anleitungen und Hilfestellungen. Aufgrund der Ausgangssperre wird das Material nach Absprache einmal täglich geliefert und die fertigen Masken werden regelmäßig abgeholt.

Wer hier mitwirken möchte, sollte sich zu einem gewissen Grad verpflichten. Damit sich der organisatorische Aufwand lohnt, sollte man alle zwei bis drei Tage mindestens 20 Masken herstellen. Wer geübt ist, braucht für das fertig zugeschnittene Material am Ende um die 15 Minuten pro Maske, so die Koordinatorin Joana Borras Riera.

Der Zusammenschluss greift auf Stoffe verschiedener, auch lokaler, Betriebe zurück. Wer zuhause selbst Stoffe hat, kann diese auch verwenden. Wichtig ist, der Stoff muss aus kochfester Baumwolle bestehen und bei mindestens 60 Grad zu waschen sein.

Es eignen sich auch Stoffe wie Kissenbezüge, Bettlaken (ohne Elastan natürlich!) oder Blusen und Hemden aus Baumwolle, da sie eine Filterfunktion von bis zu 60 Prozent erreichen können. Auf Hygiene während des Nähens ist zu achten. Vor dem Benutzen sollen die Masken bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Auch ein Topf mit kochendem Wasser tötet eventuelle Viren ab.

Wer zusätzliche Zwischenlagen in die Maske einlegt, sollte darauf achten, dass diese Materialien feuchtigkeitsabweisend sind. Zellulose aber auch praktische Dinge wie Kaffeefilter, nicht-parfümierte Einmaltücher zur Babyreinigung oder Molton und Einmal-Brillenputztücher sind geeignet.

Der Zusammenschluss beliefert aktuell vor allem Altenheime und die entsprechenden Abteilungen des Inselrats, die dann wiederum eine geordnete Verteilung vornehmen.

Natürlich kann jeder Freiwillige auch in seinem direkten Umfeld etwas tun. Kassierer*innen in den Supermärkten, ältere Nachbarn oder die eigenen Freunde können die Masken gebrauchen. So wird auch der „Ausverkauf“ von Masken in Apotheken, die für medizinisches Personal dringlicher sind, verhindert.

Experten warnen allerdings davor, dass Menschen sich mit einer Atemmaske „sicher“ fühlen und Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen vernachlässigen. Weiterhin gilt: Die Masken bieten lediglich einen zusätzlichen Schutz.

Die Organisatoren auf Mallorca:

Bei Facebook: Col·lectiu Moda Mallorca

@instagram: cmodamallorca

E-Mail: Cmodamallorca@gmail.com

Beispielanleitung für das Nähen zweier anderer Masken:

https://www.essen.de/gesundheit/coronavirus_6.de.html

https://sewsimple.de/anleitung-mundschutz-naehen-mit-schnittmuster/

Kommentar

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Majorcus / Vor 12 Tage

Mit dieser Empfehlung übertreffen die Mallorquiner das Engagemnt des schönen Bankkaufmanns in Berlin bei weitem - Nähen für die Gesundheit - besser geht es nicht - NACHMACHEN! Man stelle sich vor, wenn in D 1.000.000 Nähende jeden Tag 3.000.000 Masken nähen würden - wie viele Todesopfer wären damit vermeidbar? Warum wird dazu nicht aufgerufen? Denn die Masken helfen, wenn alle sie trafen, die Ausbreitung zu bremsen, weil Infizierte weniger Viren verbreiten können - denn die bleiben teilweise im Mundschutz "hängen" bzw. sie werden nicht so weit (in cm) gestreut!!!!