Ein Rettungsschwimmer und zwei Polizisten reanimierten eine Touristin in Portals Nous. | P. BERGAS

Eine schwedische Touristin ist beinahe auf Mallorca ertrunken und konnte noch in letzter Sekunde gerettet werden. Doch was ist passiert?

Zwei Polizisten, die an dem Tag beide außer Dienst waren, haben zusammen mit einem Rettungsschwimmer und einem weiteren Beamten der jungen Frau das Leben gerettet. Die Frau befand sich vergangenen Mittwoch am Strandabschnitt von Portals Nous, als der Badeunfall passierte. Die zwei Beamte, die ihren freien Tag mit ihrer Familie am Strand verbrachten, beobachteten die offensichtlich betrunkene Frau, die auf das Meer zuging. Kurze Zeit später bemerkte der Rettungsschwimmer die Frau im Wasser, da sie auf dem Rücken trieb und sich nicht mehr aus dem Meer bewegte. Sofort liefen die beiden Beamten getrennt voneinander ebenfalls zu dem Rettungsschwimmer und brachten die Frau zu dritt ans Ufer.

Dann der Schreckensmoment: Die junge schwedische Urlauberin hatte weder Puls noch Atmung. Nachdem die Helfer medizinische Hilfe angefordert hatten, begannen sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. In diesem Moment kam ein weiterer junger Mann hinzu, der angab, Mitglied der Guardia Civil zu sein, und der zusammen mit den Beamten und dem Retter an den Wiederbelebungsmaßnahmen mitwirkte. Nach mehr als vier Minuten erlangte die Frau das Bewusstsein wieder, und ihr Puls und ihre Atmung erholten sich allmählich. Die Rettungskräfte vor Ort stabilisierten die Touristin vollständig und brachten sie in das Son Espases-Krankenhaus.

In der laufenden Saison war es auf den Balearen bereits zu mehreren Badeunfällen gekommen. Die Rettungsschwimmer, auch Socorristas genannt, warnen besonders vor Alkohol an Stränden. Im MM-Gespräch erzählte der Rettungsschwimmer Christian Melogno: "An fast jedem Moment jeden Tages treffen wir an den Stränden auf besinnungslos betrunkene Menschen, meistens Urlauber". Er und seine Kollegen berichteten, dass es im Durchschnitt auf Mallorca pro Sommersaison rund zehn Fälle von Herz-Lungen-Reanimationen gibt und das enorm viel sei.