Geplanter weicher spanische Corona-Kurs: Deutscher Regierungsexperte sieht darin kein Modell

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Gesundheitsministerin Carolina Darias kündigte den Strategiewechsel vor einigen Tagen an.

Gesundheitsministerin Carolina Darias kündigte den Strategiewechsel vor einigen Tagen an

Foto: Moncloa-Palast

In Deutschland wird der spanische Weg, Corona nach der aktuellen Welle wie eine endemische Grippe zu behandeln, von offizieller Seite kritisch gesehen. Ein lockererer Umgang mit dem Coronavirus sei in der Bundesrepublik nicht ratsam, sagte der von der Regierung berufene Experte Lars Kaderali. "Selbst wenn das in Spanien gut gehen sollte, kann man daraus nicht rückschließen, dass das eine gute Strategie für Deutschland wäre."

Spanien habe eine deutlich höhere Impfquote und eine deutlich höhere Zahl an durchgemachten Infektionen, sagte der Experte. "Das heißt, Spanien ist näher an dieser endemischen Situation." Sehr grob gerechnet tragen laut Kaderali über 90 Prozent der spanischen Bevölkerung Corona-Antikörper in sich. "Und da sind wir doch in Deutschland, ich sage mal, erheblich von weg." In Deutschland liege der Anteil mindestens über zehn Prozent niedriger.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte in einem Radiointerview erklärt, man müsse berücksichtigen, dass Covid-19 sich von einer Pandemie zu einer endemischen Krankheit entwickle. Experten arbeiteten "seit Wochen" daran, Covid-19 etwa wie eine Grippe zu behandeln. Angedacht ist demnach eine Lockerung der Überwachung der Infektionen zur Entlastung des überforderten Gesundheitswesens.

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